ActiveCar – Vorsicht vor verstecktem Abo

Michaela Kiesel

ActiveCar verspricht Autobesitzern durch Werbung auf ihrem Wagen Geld verdienen zu können. Wir sagen dir, wieso du nicht unterschreiben solltest.

Das Angebot der Firma ActiveCar klingt zunächst interessant: Bis zu 350 Euro kannst du angeblich verdienen, nur indem du Auto fährst. Als Gegenleistung soll dein Auto mit Werbung von Firmenkunden, die ActiveCar vermitteln will, beklebt werden. Aber Erfahrungen anderer Interessenten zeigen, dass es häufig nicht zu Werbeaufträgen kommt und somit auch kein Geld gezahlt wird.

Verstecktes Abo bei ActiveCar

In einem Beitrag von taff wird das Vorgehen von ActiveCar unter die Lupe genommen. Eine Betroffene berichtet hier von der ActiveCar-Masche. Sie war auf der Suche nach einem Nebenverdienst und wurde bei ihrer Internetrecherche auf ActiveCar aufmerksam. Nach einem kurze Telefonat kam bereits am nächsten Tag ein ActiveCar-Mitarbeiter vorbei, der ihr Auto kurz begutachtete. Außerdem schoss er zwei Fotos – dabei wurde auf Lichtverhältnisse oder ähnliches keine Rücksicht genommen.

Wie taff weiter berichtet, wurden der Kundin für Werbung auf ihrem Auto 350 Euro monatlich versprochen. Der ActiveCar-Berater wies sie darauf hin, dass die Anzeige 219 Euro für zwei Jahre kosten würde, zusätzlich gäbe es die Hörzu geschenkt dazu. Die Kundin glaubte dies und unterschrieb den Vertrag. Der Vertreter versprach ihr, dass ihre Anzeige in 3 Wochen online ginge.

Die Aufträge und damit auch das versprochene Geld blieben jedoch aus. Das einzige was der Betroffenen blieb, war ein Hörzu Abo über zwei Jahre – wofür sie unter´m Strich die 219 Euro zahlte.

Denn was ihr der ActiveCar-Mitarbeiter nicht sagte: Mit ihrer Unterschrift schloss sie einen Abonnementvertrag über zwei Jahre ab. Werbeaufträge erhielt sie hingegen keine. Dass dies ein durchaus wiederholtes Vorgehen ist, bestätigen sowohl Erfahrungen anderer Betroffener als auch die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Laut taff meldeten sich in kurzer Zeit etwa 30 Betroffene, denen es genauso erging wie der Hauptperson des Beitrags. Außerdem kommt eine Sprecherin der Verbraucherzentrale Niedersachsen zu Wort. Auch diese berichtet, dass Nutzern Geld versprochen würde, dieses aber nie ankommt, da es zu keinen Aufträgen kommt.

Sucht man im Internet nach dem Begriff ActiveCar kommen eine ganze Reihe Einträge von Nutzern, die genau das selbe Vorgehen beschreiben wie die Nutzerin, die bei taff zu sehen ist. Hier ein kleiner Auszug:

Gutefrage.net: Erfahrungen mit ActiveCar
Ciao.de: ActiveCar
Reclabox: ActiveCar

Das Abo der Hörzu wird anscheinend von der PVZ verwaltet. Wie Erfahrungen anderer Betroffener zeigen, verlängert sich das Abo nach den zwei Jahren automatisch, wenn du nichts dagegen unternimmst. Wie du bei der PVZ kündigen kannst, erfährt du in unserem Blogartikel PVZ kündigen: Raus aus dem Abo. Zur Kündigung der Hörzu verwende am besten unser vorgefertigtes und anwaltlich geprüftes Kündigungsschreiben. Einfach auf den Button klicken, persönliche Daten eintragen und direkt kündigen. Weitere Informationen findest du in unserem Artikel Hörzu kündigen: Das musst du beachten!

Aber aufgepasst: Wir haben für dich bei dem Fachanwalt Holger Loos nachgefragt, ob du die 219 Euro tatsächlich bezahlen musst. Prinzipiell musst du laut Holger Loos nicht bezahlen, wenn du das Abo unwissentlich abgeschlossen hast.

Allerdings gibt es hiervon eine Ausnahme: Wenn du von dem Abo hättest Kenntnis nehmen können, wenn du den Vertrag komplett durchgelesen hättest, kannst du leider nichts machen.

Das heißt, die Informationen über das Abo müssen in den Vertragsunterlagen enthalten sein. Außerdem dürfen diese Informationen keine juristischen Wendungen enthalten, sondern müssen deutlich formuliert sein. Wenn dies alles zutrifft und im Vertrag zudem deutlich auf die Kostenpflichtigkeit hingewiesen wird, musst du für die 219€ aufkommen.

ActiveCar schnell widerrufen

Wenn du schnell genug bist, kannst du deinen Vertrag bei ActiveCar widerrufen. Du hast nämlich auf jeden Fall eine gesetzliche Widerrufsfrist von 14 Tagen.

Solltest du nicht über dein Widerrufsrecht informiert worden sein, verlängert sich dieses sogar um ein ganzes Jahr.

Wenn du deinen Vertragsabschluss widerrufen willst, musst du dies schriftlich tun. Wir empfehlen dir, deinen Widerruf entweder per Einschreiben mit Rückschein oder als Fax mit Sendeprotokoll an ActiveCar zu senden. Zur Wahrung der Frist reicht ein rechtzeitiges Absenden deines Schreibens.

Alle wichtigen Infos zu deinem Widerrufsrecht kannst du in unserem Artikel Neues Widerrufsrecht – Was du wissen solltest nachlesen.

Kontaktdaten ActiveCar für den Widerruf:
CURA Verlags- und Internetwerbung GmbH
Kurfürstendamm 45
10719 Berlin
Fax: 05874/1585
E-Mail: kontakt@activecar.de
Kontaktdaten PVZ für die Abo-Kündigung:

ActiveCar: Lies immer erst die Vertragsbedingungen

Die komplette Masche scheint reine Abzocke zu sein– wenn angeblich Geld verdient werden kann, dir in Wahrheit aber ein ungewolltes Zeitschriftenabo untergejubelt wird.

Wir empfehlen dir, den Vertrag, den du bekommen hast, gründlich zu lesen. Wenn dort nichts über ein Abo steht, kannst du der Zahlung einfach widersprechen. Sollte dort jedoch darauf hingewiesen werden, bist du verpflichtet, die Forderungen zu begleichen. In Zukunft solltest du Verträge und AGB unbedingt lesen, bevor du sie unterschreibst. Da wir wissen, wie kompliziert manche AGB geschrieben sind, haben wir in unserem Blogartikel AGB: Eine Leseanleitung einige Tipps für dich zusammengestellt.

Darstellung von ActiveCar

Lädt man sich auf der Internetseite die Werbebroschüre von ActiveCar durch, so findet man dort eine Stellungnahme von ActiveCar zu den Diskussionen im Internet. ActiveCar schreibt dort: „Im Gegensatz zu den Behauptungen im Internet kann ActiveCar den Fahrzeughaltern eine Werbung auf dem PKW nicht garantieren.“ Auch sagt ActiveCar, sie würde dies auch nicht gegenüber Interessenten behaupten. Weiter sagt das Unternehmen: „Bei der Prüfung der Stellungnahmen im Internet wurde in 70% der Fälle festgestellt, dass die „geschädigten Personen“ falsche Tatsachen darstellen. Dabei wird der Ablauf des Gesprächs/ Inserates so fehlerhaft dargestellt, dass mit dieser Person niemals ein Beratungsgespräch stattgefunden haben kann. Anscheinend handelt es sich dabei um mitteilungsbedürftige Personen, die ihr Halbwissen verbreiten wollen.“

Das Zeitungsabo sei ActiveCar zufolge eine „Zahlungsalternative für den Kunden.“

Es verwundert schon, dass die Erfahrungen der Interessenten so sehr mit der Darstellung von ActiveCar auseinander gehen. Denn offenbar haben die Interessenten doch das Gefühl, als würde ihnen der Verdienst versprochen und eine Anzeige sei so gut wie garantiert. Auch die Tatsache, dass es sich bei dem der angebotenen Hörzu um ein Abo handelt scheint nicht so klar dargestellt worden zu sein, wie ActiveCar es sagt.

Nichts desto trotz, abschließend bleibt zu sagen: Bitte lies jeden Vertrag, den du unterschreibst, genau durch und verlasse dich im Zweifel nicht auf mündliche Versprechungen, die unter Umständen gar nicht eingelöst werden können!

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