Handy Abofallen: Was tun, wenn Drittanbieter die Handyrechnung hochtreiben?

Nicht nur beim Surfen am Computer kann es passieren – auch Handy Abofallen sind ein Problem. Wir sagen dir, wo du dich in Acht nehmen musst und was du tun kannst, wenn es bereits zu spät ist.

Handy Abofallen fängt man sich zum Beispiel über Werbebanner in Apps oder fehlleitende Buttons ein, die zu unerwünschten Abonnements bei Drittanbieterdiensten führen.

Abofallen können überall lauern – vor allem im Internet. Deshalb haben wir für dich die gängigsten Abofallen in einer Liste zusammengefasst, mit der du dir einen Überblick verschaffen kannst.

Handy Abofallen: Ungewollte Drittanbieterdienste

Natürlich sind Drittanbieter nicht allesamt unseriös – nur, wenn du mit deiner nächsten Handyrechnung plötzlich einen Betrag abgezogen bekommst, den du nicht zuordnen kannst, werden sie zum Problem. Denn wenn du dich nicht an den Abschluss eines Abonnements erinnerst, ist eventuell irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugegangen. Nicht umsonst lassen sogar Mobilfunkanbieter selbst bestimmte Drittanbieter sperren.

Abonnements durch unseriöse Drittanbieter können der Verbraucherzentrale bereits durch das Antippen eines Werbebanners – zum Beispiel, um ihn vermeintlich zu schließen – oder auch durch die Umleitung auf eine unbekannte Website abgeschlossen werden. ZDF Zoom hat herausgefunden, dass solche Abonnements vor allem dadurch entstehen, dass Bestellbuttons mit harmlosen Seiten überlagert werden (hier geht’s zur Dokumentation).

Das ist natürlich nicht rechtens, denn für einen wirksamen Vertragsabschluss muss man per Button ausdrücklich einer Zahlungspflicht zustimmen – mehr dazu in unserem Glossar.

Wie es konkret aussieht, wenn du in solche Handy Abofallen getappt bist, kannst du in diesem Erlebnisbericht lesen.

Wie schützt du dich vor ungewollten Drittanbietern?

Du kannst dich im Vorhinein vor untergeschobenen Abonnements durch Drittanbieter schützen, indem du eine Drittanbietersperre einrichtest.

Diese kannst du je nach Anbieter individuell gestalten. So kannst du verschiedene Kategorien sperren lassen, also zum Beispiel „Abos“, „Tickets“, „App Stores“ oder „Erotik-Inhalte“. In unserem Blog haben wir Anleitungen für dich, wie du zum Beispiel bei O2, aber auch bei anderen Anbietern eine Drittanbietersperre einrichten kannst.

Außerdem bist du in der Regel sicher, solange du über dein WLAN surfst, da so das WAP-Billing verhindert wird.

Wir haben einen detaillierten Artikel für dich, in dem wir erklären, wie du vorgehen solltest, wenn deine Handyrechnung plötzlich höher ist, als sonst.

 

Handy Abofallen: Ab 01.02.2020 gelten neue Regeln

Die Bundesnetzagentur hat, wie der Merkur berichtet, nun reagiert und zum Schutz vor solchen ungewollten Kosten, zum 01. Februar 2020 eine neue Regelung eingeführt.

Diese besagt, dass die Mobilfunkprovider dazu verpflichtet sind, das Redirect-Verfahren einzuführen. Dieses gilt immer dann, wenn sie Leistungen von Drittanbietern abrechnen wollen oder müssen.

Das Redirect-Verfahren bedeutet, dass du, solltest du ein Abo oder einen Einzelkauf über deine Mobilfunkrechnung bezahlen wollen, von der Drittanbieterseite zur Bezahlseite des Mobilfunkanbieters weitergeleitet wirst. Dort musst du deinen Kauf dann noch einmal bestätigen. Diese technische Sicherheitsmaßnahme soll gewährleisten, dass du mit der Bezahlung auch wirklich einverstanden bist.

Ein Abonnement eines Dienstes darf sogar gar nicht mehr ohne diese Redirect-Zustimmung abgeschlossen werden.

Dienste, die dann noch ohne das Redirect-Verfahren genutzt werden können, sind zum Beispiel Drittanbieter, die vertrauenswürdig sind und bei denen du dich identifizierst. Zum Beispiel durch einen Log-In.

Auch gibt es für Drittanbieter die Möglichkeit den Redirect zu umgehen, wenn sie alternativ ein bestimmtes Kombinationsmodell von Sicherheitsmaßnahmen verwenden. Sollte es nach dem 01.02.2020 zu ungewollten Kosten für dich kommen, besitzt du in den meisten Fällen eine Geld-zurück-Garantie bei deinem Mobilfunkprovider. So bist du auch ohne das Redirect-Verfahren vor ungerechtfertigten Abbuchungen geschützt.

Sollten dennoch Probleme mit deiner Abrechnung und einem Drittanbieter auftauchen,  dann hast du die Möglichkeit dich direkt an die Bundesnetzagentur zu wenden und Kontakt über das Onlineformular aufzunehmen.

Was tun, wenn ein Drittanbieter auf der Rechnung landet?

Entdeckst du eine unerklärliche „Mehrwertzahlung“ auf deiner Handyrechnung,

  1. erfrage die Identität des Drittanbieters bei deinem Mobilfunkanbieter,
  2. beanstande das Abonnement beim Drittanbieter mit der Anmerkung,
    dass niemals ein korrekter Vertrag geschlossen wurde (Musterbrief der Verbraucherzentrale),
  3. sende eine Kopie des Widerspruchs an deinen Mobilfunkanbieter, informiere ihn darüber,
    dass du nie einen Vertrag abgeschlossen hast und fordere dein Geld zurück (Musterbrief der VZ).
  4. reagiert auf deine Forderung niemand, lass deine Zahlung von der Bank zurückbuchen
    und überweise nur den Betrag, der abzüglich der unerwünschten Dienste bleibt.

Zwar erließ das Landgericht Potsdam am 25. November 2015 das Urteil, dass du dich bei Beanstandungen an deinen Mobilfunkanbieter als abrechnende Instanz wenden kannst, und er dich nicht an den Drittanbieter verweisen darf – jedoch solltest du mangels höchstrichterlichem Beschluss zur Sicherheit alle Beteiligten mit einbeziehen.

 

Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei unseren Artikeln lediglich um redaktionelle Inhalte zum Zwecke der Information handelt, die keinerlei Rechtsberatung oder ähnliches darstellen.

Handy Abofallen: Was tun, wenn Drittanbieter die Handyrechnung hochtreiben? Nicht nur beim Surfen am Computer kann es passieren - auch Handy Abofallen sind ein Problem. Wo du dich in Acht nehmen musst, und was du dagegen tun kannst. Artikelbewertungen: 3 3.7 / 5 3