Miese Masche bei Mobilfunkanbietern: Stornierte Kündigung nach Rufnummernportierung

Fristgerechte Kündigung und Rufnummer mitnehmen – klingt ganz einfach. Das ist es aber leider nicht immer, wie wir von einem unserer Nutzer erfahren. Seine Kündigung wurde von seinem Anbieter storniert, nachdem er beim neuen Anbieter eine Rufnummernportierung beantragt hatte. Und damit ist er nicht allein.

Im Netz und auch auf Supportplattformen verschiedener Anbieter – darunter O2, Telekom oder Vodafone – schildern mehrere Menschen dieselbe Problematik.

Was ist das eigentlich – eine Rufnummernportierung?

Wechselst du zu einem neuen Handy- oder Telefonanbieter, erhältst du standardmäßig mit dem neuen Vertrag auch eine neue Handy- bzw. Telefonnummer. Daher kommt auch der Glaube, dass man durch eine Handyvorwahl den Anbieter eines Anrufers herausfinden kann. Doch die nervige „Hab ’ne neue Nummer!“-Nachricht an sämtliche Kontakte im Telefon muss gar nicht sein.

Es gibt nämlich die Möglichkeit, deine Rufnummer mit zu deinem neuen Anbieter zu nehmen – mit der sogenannten Rufnummernportierung. Diese beantragst du fristgerecht bei deinem neuen Anbieter. Dazu fällt meist eine Gebühr zwischen 20 und 30 Euro an.

In eigenen Artikel haben wir für dich alles zusammengefasst, was du über die Rufnummernportierung beim Handy und im Festnetz wissen musst.

Stornierte Kündigung nach Rufnummernportierung

Unser Nutzer hatte bei O2 rechtmäßig von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht und seinen DSL-Vertrag gekündigt. Für den Sonderkündigungsfall lag dem Nutzer zufolge eine schriftliche Bestätigung vor.

Im Anschluss stellte er bei seinem neuen Anbieter einen Antrag auf Rufnummernportierung. Mit dem Antrag leitete der neue Anbieter dann jedoch nicht nur die Mitnahme der Telefonnummer ein, sondern sprach auch eine Kündigung zum frühestmöglichen Zeitpunkt im Namen des Nutzers gegenüber O2 aus.
Dies begründet sich wohl im Wechselservice, der beim Anbieterwechsel oftmals angeboten wird.

Der Nutzer rief bei O2 an und da kam die böse Überraschung: O2 hatte die eigene Kündigung storniert. Grund dafür war die „aktuellere“ Kündigung durch den neuen Anbieter im Zuge der Rufnummernportierung. Und die war natürlich nicht fristgerecht.

Ziehe dein Portierungsgesuch nicht zurück, wenn bei dir eine unrechtmäßig stornierte Kündigung nach Rufnummernportierung vorliegt!
Die Bundesnetzagentur schrieb einem Hilfesuchenden, dass „das Durchsetzen des Vertragsendes ohne Portierungszusammenhang […] nicht möglich [ist]“.
Der Kunde, der aufgrund der ungewollten Verlängerung vorsichtshalber seinen Rufnummernportierungsntrag zurückgezogen hatte, wurde daher mangels Handlungsspielraum an O2 verwiesen, um sein bestätigtes Vertragsende einzufordern.

Was tun, wenn die Kündigung nach der Rufnummernportierung storniert wird?

Du solltest auf jeden Fall Widerspruch gegen die ungewollte Verlängerung beziehungsweise stornierte Kündigung nach Rufnummernportierung einlegen.
Sieht sich der Anbieter weiterhin im Recht, oder reagiert nicht, kannst du dich an die Verbraucherzentralen oder die Bundesnetzagentur wenden. Dazu am besten die Kündigungsbestätigung, sowie die Reklamation der Verlängerung vorlegen.

Das Anbieterwechsel-Team der Bundesnetzagentur schrieb auf Hilfegesuch eines Kunden, dass „durch das Stellen eines Portierungsantrages […] eine zuvor bestätigte Kündigung nicht unwirksam [wird] und […] nicht zu einer Verweigerung der Portierung führen [darf]“. Auch Tom Janneck, Teamleiter beim Marktwächter Digitale Welt der Verbraucherzentrale, bestätigt, dass „die Rufnummernportierung […] von der Kündigung des Telefonvertrages rechtlich unabhängig [ist]. Kündigt ein Kunde fristgerecht seinen Vertrag, dann kann das Unternehmen nicht eigenmächtig eine Vertragsverlängerung einleiten„.

Findest du dich bei deinem Anbieter in derselben Situation wieder, solltest du auf jeden Fall die Verbraucherzentrale informieren. Diese kann auf Missstände aufmerksam machen, andere warnen und gegebenenfalls auch rechtliche Schritte einleiten, um das Problem im großen Stil zu bekämpfen. So mahnte der Marktwächter der Vebraucherzentrale Telefónica und Vodafone bereits wegen Irreführung ab, und erwirkte daraufhin eine Unterlassungserklärung der Anbieter.

Im Falle unseres Nutzers einigte sich O2 mit dem neuen Anbieter. Jedoch wurde das ursprünglich in Anspruch genommene Sonderkündigungsrecht in diese Einigung nicht einbezogen.

Stornierte Kündigung nach Rufnummernportierung beim Mobilfunkanbieter Kündigen und Nummer mitnehmen - klingt einfach, ist es aber leider nicht immer. Viele Kunden erhielten eine stornierte Kündigung nach Rufnummernportierung. Artikelbewertungen: 3 5.0 / 5 3