ADAC Skandal: Geschätzt 30.000 Impuls-Kündigungen

Bernd Storm

Der ADAC Skandal schlägt hohe Wellen. Das haben auch wir bei Aboalarm bemerkt. Wir schätzen, dass 30.000 Mitglieder zusätzlich in den ersten drei Tagen des Skandals gekündigt haben.

Vertrauensbruch und mangelnde Glaubwürdigkeit werfen Mitglieder dem ADAC vor, nachdem bekannt wurde, dass die Teilnehmerzahl bei der Wahl zum „Lieblingsauto der Deutschen“ geschönt war. Der Unmut der Mitglieder spiegelt sich auch in der  Kündigungsstatistik wieder. Seit Sonntag, als die Bild am Sonntag meldete, dass der ADAC-Kommunikationschef die Manipulation zugegeben hat und von seinem Posten zurückgetreten ist, war ein deutlicher Anstieg bei den ADAC-Kündigungen zu verspüren.

ADAC Skandal
© Aboalarm

Wir von Aboalarm haben uns einmal die Mühe gemacht und die Zahl der Kündigungen in den ersten drei Tagen nach Bekanntwerden des ADAC-Skandals geschätzt. Unsere Rechnung:

1. 18,5 Mio. Mitglieder: Der ADAC hat laut Presseinformationen fast 19 Mio. Mitglieder. Unsere Annahme: 18,5 Mio.

2. 25 Jahre Mitgliedschaft: Die durchschnittliche Mitgliedschaftsdauer beträgt laut RP Online mehr als 20 Jahre. Unsere Annahme: 25 Jahre.

3. Normalerweise 2.020 Kündigungen jeden Tag. Pro Jahr werden demnach ca.  740.000 Mitgliedschaften aus unterschiedlichsten Gründen beendet (18,5 Mio./25). Täglich sind dies 2020 Kündigungen.

5. 488% mehr ADAC-Kündigungen bei Aboalarm nach Bekanntwerden der Manipulation: Bei Aboalarm.de stieg das Kündigungsvolumen in den 3 Tagen nach dem Rücktritt von Michael Ramstetter wegen der Manipulation der Gelben-Engel-Wahlen um 488% an. Vom 19. bis 21. Januar besuchten 11.393 Besucher die Seite www.aboalarm.de/kuendigungsschreiben/adac-kuendigen. In der Vorwoche hatten wir im gleichen Zeitraum (13. bis 15. Januar) 1.938  Besucher. Die Anzahl der durch das Aboalarm-Fax direkt übermittelten Kündigungsschreiben stieg mit 493% in einem vergleichbaren Ausmaß.

6. 30.000 zusätzliche Kündigungen vom 19. bis 21. Januar 2014. Berechnet man eine 488%-Steigerung für den täglichen kalkulatorischen Wert von 2.020 Kündigungen, beträgt die Zahl der Kündigungen vom 19. bis 21. Januar 35.760 statt 6.080. Hinzu kommt, dass  im Monat Januar überdurchschnittlich viele Verträge gekündigt werden, sodass der tägliche Durchschnittswert im Januar wohl deutlich über 2.020 liegen dürfte. Abschwächend könnte wirken, dass ADAC-Kunden, die Aboalarm.de nutzen, eher kündigen als das Durchschnittsmitglied.

7. Educated Guess: Die Zahl von knapp 30.000 Impulsiv-Kündigungen ist eine Schätzung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die wahren Zahlen kennt nur der ADAC.

8. Die langfristigen Wirkungen und einen möglichen Imageschaden müssen andere schätzen.

30.000 Kündigungen ist eine hohe Zahl, aber in Prozent ausgedrückt nicht sehr viel, da das gerade einmal 0,2 Prozent aller ADAC-Mitglieder ausmacht. Es stellt sich auch die Frage, ob man aufgrund einer unprofessionellen Marketingaktion auf die Leistungen der ADAC-Pannenhilfe verzichten möchte. Wir finden, dass man sich lieber zweimal überlegen soll, bevor man eine Leistung, der man jahrelang vertraut hat, kündigt. Der Postillon hat ja schließlich nicht immer recht 😉 Was meint ihr? Kündigen oder bleiben?

P.S. Anbei noch ein Auszug aus dem Google Analytics Report von Aboalarm.de, der die Datenbasis bestätigen soll. Hinweis: Der Seitenwert ist nicht gepflegt.

Update: Auch fünf Tage nachdem der ADAC Skandal in den Medien bekannt wurde, ist spürbar, dass mehr gekündigt wird. Für die ersten fünf Tage nach dem Rücktritt, also vom 19. bis einschließlich 23. Januar schätzen wir von Aboalarm insgesamt 42.500 zusätzliche Kündigungen für die ADAC Mitgliedschaft.  Die Kündigungen sind in diesem Zeitraum um 420% gestiegen.

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