BGH-Urteil unterbindet Zusatz-Service-Wahn der Reiseportale!

Wer kennt ihn nicht, den Zusatz-Service-Wahn manch eines Reiseportals? Doch damit ist jetzt Schluss: Der Bundesgerichtshof hat Reiseportalen das Aufdrängen von Versicherungen nun untersagt.

Wer kennt es nicht? Man wollte lediglich schnell die nächste Reise buchen, muss sich jedoch durch zahlreiche Zusatz-Services des Online-Reiseportals klicken. Ein Mietwagen am Zielort, die Reiserücktrittsversicherung oder zusätzliche Gepäckstücke? Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit und schon sitzt man Dank solcher Zusatzangebote in der Kostenfalle, denn diese stehen oft in horrenden Verhältnissen zum eigentlichen Reisepreis.

Die Hintergründe des Urteils

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Der Bundesverband Verbraucherzentrale hatte gegen das Online-Reiseportal Opodo.de geklagt, da Kunden des Portals vor Abschluss ihrer Reisebuchung automatisch zu dem Hinweis: „Wir empfehlen den Abschluss einer Reiseversicherung“ geleitet wurden. Entschied man sich an dieser Stelle gegen den Abschluss der genannten Reiseversicherung, musste man zusätzlich bestätigen „ausdrücklich auf den genannten Versicherungsschutz“ zu verzichten und „im Notfall alle Kosten selbst“ zu zahlen, wie idealo berichtet. Im Anschluss öffnete sich ein Pop-up-Fenster, mit welchem der Anbieter zum widerholten Mal auf die Reiseversicherung aufmerksam machte und dem Kunden sogar vorrechnete, wo die Kosten einer potentiellen Stornierung lägen.

Durch einen an dieser Stelle im Gegensatz zum Ablehnungs-Button grafisch und farblich hervorgehobenen Zustimmungs-Button, wurde der Kunde bewusst zum Abschluss der Reiseversicherung verleitet. Derartigen Praktiken setzte das BGH-Urteil nun ein Ende, wie die Rechtsanwaltskanzlei Loos auf ihrer Website berichtet.

BGH-Urteil: Transparente Darstellung der Kosten

Der Bundesgerichtshof hat die oben beschriebene Praxis nun untersagt, da sie gegen die europäische Luftverkehrsdienste-Verordnung verstößt. Laut BGH-Urteil seien die Voreinstellungen in Bezug auf die angebotene Versicherungsleistung aufdringlich, sowie rechtswidrig. Außerdem stelle das Reiseportal die während des Buchungsprozesses anfallenden Zusatzkosten nicht transparent und eindeutig genug dar.

Weiterhin entschied der BGH, dass der Aufschlag einer Service-Pauschale, die beim benutzen eines bestimmten Zahlungsmittels anfielen, rechtswidrig sei, da diese nicht von Anfang an für den Kunden ersichtlich war. Somit ist der Kunde in seiner Freiheit an einem effektiven Preisvergleich gehindert, wie die Rechtsanwaltskanzlei Loos hier die Karlsruher Richter zitiert.

Das kannst du tun

Wie die Verbraucherzentrale berichtet, kann der Kunde leider nicht viel mehr tun, als die Endpreise zu vergleichen und dann letztendlich daran seine Buchung auszurichten. Allerdings kann in Deutschland auch die EU bei der Durchsetzung von Fluggastrechten helfen. Legen Reiseportale ihre Flugpreise inklusive aller Steuern und Gebühren ordentlich dar, kannst du deine Beschwerde beim Luftfahrt-Bundesamt einreichen, damit dieses gegen das Reiseportal vorgehen kann. Wir raten dir deswegen zu besonderer Vorsicht, wenn du deinen nächsten Urlaub über online-Reiseportale buchst.

BGH-Urteil unterbindet Zusatz-Service-Wahn der Reiseportale! Wer kennt ihn nicht, den Zusatz-Service-Wahn manch eines Reiseportals? Ein neues BGH-Urteil hat diese Praktiken nun untersagt. Artikelbewertungen: 0 0 / 5 0