Bildrecht im Internet: Darüber solltest du dir bewusst sein

Viktoriya Simkina

 

Bildrecht im Internet – diese Besonderheiten solltest du beim Hochladen deiner Fotos auf Facebook & Co. auf jeden Fall beachten.

Private Fotos sind längst nicht mehr nur für das Familienalbum gedacht. Täglich teilen Millionen von Menschen ihren Alltag mit der breiten Öffentlichkeit. Ist es das Bild von einem leckeren Frühstück, ein schickes Outfit, die neue Wohnzimmereinrichtung oder die Hochzeitsfeier von Freunden – die meisten von uns posten in sozialen Netzwerken einfach darauflos, ohne an die Konsequenzen zu denken, die das Publizieren von Fotos mit sich tragen kann. Wir haben für dich zusammengefasst, was du beim Bildrecht im Internet berücksichtigen solltest.

Bildrecht im Internet: Welche Rechte habe ich am eigenen Bild?

Das Recht am eigenen Bild ist im allgemeinen Persönlichkeitsrecht verankert und bedeutet, dass jeder Mensch selbst darüber entscheiden kann, ob Bilder von ihm veröffentlicht werden dürfen, welche das sind und in welchem Zusammenhang sie publiziert werden. Jedes Bild auf dem du erkennbar wiedergegeben bist, d. h. nicht nur Fotografien, sondern auch Zeichnungen, Collagen, Karikaturen und ähnliches, unterliegen somit diesem Recht und müssen aus der Öffentlichkeit entfernt werden, wenn du mit ihnen nicht einverstanden bist.  Das Recht am eigenen Bild soll dich vor Missbrauch deines Bildnisses schützen, es bedeutet aber auch, dass du Fotos von anderen Personen ohne ihre Erlaubnis nicht veröffentlichen darfst – sonst machst du dich strafbar.

Bildrecht im Internet: Muss die Einwilligung zur Veröffentlichung  von Personenfotos schriftlich sein?

Nein. Die Einwilligung kann durchaus mündlich erfolgen. Wichtig ist vor allem, dass du mit allen abgebildeten Personen sprichst und nach ihrer Erlaubnis fragst, bevor du ihre Fotos ins Netzt stellst. Du solltest auch kurz erklären, wofür die Bilder verwendet werden: ob Facebook-Post, Blogeintrag oder ein Artikel auf deiner eigenen Webseite – versichere dich, dass alle mit der Verwendung ihrer Bilder einverstanden sind und entferne die Fotos sofort, wenn jemand seine Meinung ändert und online nicht mehr angezeigt werden möchte.

Bildrecht im Internet: Gibt es Ausnahmen zu dieser Regel?

Ja. Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, also Popstars, Politiker, berühmte Filmschauspieler, Sportler und andere Promis müssen nicht extra nach ihrer Einwilligung gefragt werden. Ihr Privatleben und ihre Intimsphäre sind zwar offiziell geschützt, im öffentlichen Raum, also auf der Straße, im Restaurant oder bei Veranstaltungen und Events können diese barrierefrei abgelichtet werden. Die Fotos werden dann meist an Zeitschriften und Online-Portale verkauft. Von diesen Bildern lebt eine ganze Reihe von Boulevardjournalisten, auch Paparazzi genannt.

Eine andere Ausnahme sind Bilder von öffentlichen Veranstaltungen, wie Demonstrationen, Volksfeste, Konzerte und Lesungen. Wenn das Foto hauptsächlich die Atmosphäre des Events übertragen soll und nicht die einzelnen Personen in den Vordergrund rückt, dürfen diese erkennbar sein – auch ohne Einwilligung.

Das gleiche gilt auch, wenn Menschen nicht der zentrale Bestandteil des Bildes sind, sondern nur als Ergänzung der Komposition dienen.

Bildrecht im Internet: Wie verhalte ich mich am besten auf Facebook & Co.?

Dir muss auf jeden Fall bewusst sein, dass Facebook zwar dein Recht am eigenen Bild sowie dein Urheberrecht respektiert, das Unternehmen räumt sich selbst aber auch gleichzeitig das uneingeschränkte Recht ein, alle von dir geposteten Inhalte gebührenfrei zu verwenden, und zwar weltweit.

In diesem Auszug aus der Facebook-Unterweisung über Rechte und Pflichten wird die Einstellung des Unternehmens zum Thema Bildrecht im Internet konkret formuliert:

„Für Inhalte wie Fotos und Videos, die unter die Rechte an geistigem Eigentum (sog. „IP-Inhalte“) fallen, erteilst du uns durch deine Privatsphäre- und App-Einstellungen die folgende Erlaubnis: Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz zur Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“). Diese IP-Lizenz endet, wenn du deine IP-Inhalte oder dein Konto löschst, außer deine Inhalte wurden mit anderen Nutzern geteilt und diese haben die Inhalte nicht gelöscht.“

Wie du siehst, ist die Aussage des sozialen Netzwerks klar und deutlich. Facebook darf deine Inhalte jederzeit verwenden, solange sie in ihrem System online sind. Wenn du diese Klausel beim Hochladen deiner Fotos im Kopf behältst und dich nicht sonderlich daran störst, kannst du auch weiterhin deine Inhalte teilen. Es liegt aber dann nicht mehr ausschließlich in deiner Hand, was mit dem Material passieren wird.

Bildrecht im Internet: Aboalarm Fazit

Das Recht am eigenen Bild ist in Deutschland zwar gesetzlich verankert, dennoch sind große Plattformen und soziale Netzwerke wie Facebook , Instagram und Co.  sehr geschickt darin, dieses Recht umzugehen bzw. es durch diverse Klauseln zu entkräften. Du solltest dir immer im Klaren sein, was mit dem Bildmaterial geschehen kann, das du auf der jeweiligen Seite publizierst. Denke auch daran deine Freunde um Erlaubnis zu fragen, bevor du Fotos von Ihnen veröffentlichst. So bist du auf der sicheren Seite und erlebst keine bösen Überraschungen.

 

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