Computer Recycling – wohin mit alten Handys und PCs?

Simone Groß

Immer schneller dreht sich der Produktzyklus um Smartphones, Rechner und Drucker. Alleine rund 86 Millionen ungenutzter Handy schlummern einer Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom in den heimischen Schubladen und Kartons im Keller oder auf Dachböden. Was tun also mit den alten Geräten? Der Hausmüll ist keine Lösung mehr, denn seit der Umsetzung einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 2005 ist die Entsorgung in der Tonne sogar strafbar. Hier erfährst du alles zum Thema Computer Recycling.

Jeder Europäer produziert im Durchschnitt rund 20 Kilogramm Elektroschrott. Viele der ausrangierten Endgeräte wurden lange weder gesammelt noch wiederverwertet. Das war schlecht für die Umwelt – aber auch für die Wirtschaft. Denn neben teilweise hochgiftigen Stoffen landete vor allem auch wertvolles Metall achtlos im Müll. In einer Million Handys sind beispielsweise 250 Kilogramm Silber und 25 Kilogramm Gold. Bis zu 80 Prozent der Rohstoffe in einem Handy können heutzutage ein weiteres Mal verwendet werden. „Wir müssen daran denken, dass das die Rohstoffe unserer Kinder sind. Und deshalb müssen wir unser Augenmerk ganz energisch auf Rohstoffeffizienz und Wiederverwertung legen“, sagt der CDU-Umweltpolitiker Karl-Heinz Florenz.

Computer Recycling: Lokale Sammelstellen als erste Anlaufmöglichkeit

Wer seinen Elektroschrott loswerden will, kann lokale Sammelstellen anfahren, die eine gute Anlaufstelle zur Abgabe von Altgeräten sind. Rund 1500 Wertstoffhöfe und Recyclingstellen soll es mittlerweile in Deutschland geben. Das Computer Recycling müssen im Anschluss die Hersteller bezahlen.  In manchen Kommunen werden die Sammlungen sogar ähnlich wie beim Sperrmüll an der Haustür durchgeführt. Auch Elektromärkte und Mobilfunkanbieter nehmen Althandys zurück.

Eine sinnvolle Sache, die nicht nur die Umwelt und Ressourcen schont, sondern auch die Ausgaben der Mobilfunkanbieter senkt, denn in Zeiten teurer Rohstoffe senkt die Wiederverwertung vor allem auch die Ausgaben für Edelmetalle enorm. So bietet die Telekom schon seit einiger Zeit die Möglichkeit an, alte Handys kostenlos per Post zurückzusenden oder beim nächst gelegenen Shop zurückzunehmen oder wahlweise sogar gegen einen Gutschein von bis zu 200 Euro einzutauschen. Klingt toll, lohnt sich allerding nur für relativ neue Geräte. Denn je älter ein Gerät ist, desto niedriger wird der Gegenwert des Handys geschätzt.

Wiederverkauf lohnt oft nicht

So ist es auch bei den so genannten Rebuy-Portalen wie Momox, Zonzoo, handy-verkaufen.net oder rebuy beobachten. Sie funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip: Sie kaufen Altgeräte zu einem niedrigen Preis an, um diese dann gewinnbringend über neue Kanäle zu verkaufen. Ein wenig lukratives Geschäft, denn für ein durchschnittlich altes Handy werden nicht selten weniger als 1 Euro gezahlt. Auch über Kleinanzeigenmärkte im Internet wie eBay oder quoka.de bleibt der  Wiederverkaufswert eines Handys meist deutlich unter den eigenen Erwartungen.

Tipp: Wer seine elektronischen Geräte wie Handy, PC oder Smartphone verkauft, sollte zuvor dringend alle persönlichen Daten löschen.

Hierfür reicht nicht der „Papierkorb“, sondern muss mit einer speziellen Software überschrieben werden, am besten mehrmals.  Smartphones müssen auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und SIM-Karte oder MiniSD-Speicherkarte entfernt werden.

Das Handy als Spende

Eine interessante Art des Computer Recycling ist auch das Spenden des alten Handys. Denn wenn sich mit Altgeräten wie Druckern, Computern oder Handys ohnehin nicht mehr viel Geld für die eigene Haushaltskasse machen lässt, kann das Gerät noch karitativen Zwecken oder Umweltprojekten spenden. Einige Mobilfunkanbieter arbeiten hierbei eng mit Umweltschutzvereinen, wie der Deutschen Umwelthilfe (Telekom) oder dem NABU Deutschland (E-Plus) zusammen. So nennt sich das Projekt des NABU beispielsweise „Alte Handys für die Havel“.

Für jedes dort abgegebene Handy fließen bis zu drei Euro an die Umweltschutzorganisation, die mit dem Geld das Naturschutzprojekt Untere Havel voranbringen will und den Brandenburger Fluss Havel wieder naturnah gestalten will, um damit der Tier- und Pflanzenwelt ein Überleben zu sichern. Die Abgabe der Handys ist kostenlos, der Versand umsonst.

Egal, für welche Variante sich der Verbraucher entscheidet: Es lohnt sich doch immer, intakte Geräte nicht sofort loszuwerden. Ein Ersatzgerät kann schnell aus der Patsche helfen, wenn das aktuelle Handy einmal verloren oder gestohlen worden oder der neue Computer doch in die Knie gegangen ist. Manchmal lohnt es sich also das Computer Recycling aufzuschieben.

Computer Recycling- wohin mit alten Handys und PCs? Rund 86 Millionen alte Handy befinden sich in deutschen Schubladen. Aber wohin mit den alten Geräten? Hier erfährst du alles zum Thema Computer Recycling. Artikelbewertungen: 2 3.0 / 5 2