E-Auto Ladekosten: Wirklich günstiger als bei Verbrennern?

Sophie Hartmann

E-Autos sind im Trend. Doch was hat es mit dem Preismodell für Ladestrom auf sich und was kostet das überhaupt im Vergleich zu einem traditionellen Verbrenner? Hier gibt’s die Antworten.

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Immer mehr Elektro-Autos rollen über Deutschlands Straßen und nach dem Wunsch des Bundesumweltministeriums sollen es noch weit mehr werden. Dabei wird oft argumentiert, dass die Fahrzeuge zwar in der Anschaffung teuer seien, sich der Kauf auf Dauer aber vor allem durch das günstige Laden lohne. Doch wie hoch sind die Kosten ein E-Auto zu laden wirklich? Wir haben uns das einmal genauer angeschaut.

Große Unterschiede bei Preismodellen für E-Auto Ladekosten

Wie teuer es tatsächlich ist, dein E-Auto an einer Ladestation aufzuladen, lässt sich nicht pauschal bestimmen. Bisher zahlst du an öffentlichen Ladesäulen meist mit einer Ladekarte oder per App, nachdem du dich zuvor bei deinem Anbieter registriert hast. Diese haben jedoch sehr unterschiedliche Tarife und können Kosten pro Kilowattstunde, Pauschalkosten oder Start- und Grundgebühren selbst festlegen.

So kann der Preis pro Kilowattstunde Ladestrom bei einem teuren Tarif 1,25 Euro, bei einem anderen Anbieter nur 30 Cent betragen. Zusätzlich gibt es auch Bezahlmodelle, bei denen du einen Pauschalbetrag von 5 Euro bis 10 Euro pro Ladevorgang bezahlst. Wählst du zusätzlich eine Schnelllade-Option, wird es nochmal teurer. Je nach Tarif-Option, kann es damit sogar günstiger sein, dein E-Auto an der heimischen Steckdose aufzuladen. Hier zahlst du je nach Ort und Vertrag durchschnittlich 32 Cent pro Kilowattstunde.

Beachte, dass du eine spezielle Ladestation benötigst, falls du dein Elektro-Auto regelmäßig von zu Hause aus aufladen möchtest. Rechne hierfür mit einmaligen Investitionen von 500 Euro bis 2.000 Euro.

Preisobergrenze für Ladekosten geplant

Dass es noch kein deutschlandweit einheitliches Preissystem gibt, verunsichert viele Verbraucher. Deshalb will das Bundesverkehrsministerium für neue Ladesäulen eine Preisobergrenze von 44 Cent pro Kilowattstunde festsetzen. Das Bundesamt für Energie- und Wasserwirtschaft übt jedoch Kritik an den ambitionierten Plänen. Da diese geplante Preisobergrenze nur für neue und subventionierte Ladestationen gilt und alte Ladesäulen damit unwirtschaftlich macht, würde das in den Bemühungen um den Ausbau des deutschlandweiten E-Ladenetzes nicht weiterhelfen.

Unser Tipp: Nimm dir die Zeit und vergleiche mehrere Ladetarife, bevor du dich endgültig für einen Ladestrom-Anbieter entscheidest.

Der Kostenvergleich Strom und Benzin – E-Auto laden vs. Verbrenner tanken

Wir haben einmal nachgerechnet, inwiefern sich Elektro-Auto Ladekosten und Tankkosten für Benziner voneinander unterscheiden können. Dazu haben wir vier verschiedene Fahrzeugmodelle verglichen und überprüft, welche Kosten für Strom beziehungsweise Benzin bei der durchschnittlichen jährlichen Fahrstrecke in Deutschland von 13.000 Kilometern entstehen würden.

Die angenommenen Benzinpreise entsprechen ungefähr dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre. Bei den Strompreisen vergleichen wir den aktuellen Durchschnittspreis von 30 Cent pro Kilowattstunde (kWh) mit einem etwas teureren Tarif von 60 Cent pro Kilowattstunde.

Verbrenner Kleinwagen: Opel Corsa

  • Benzinverbrauch pro 100 Kilometer: ca. 4,5 Liter*
  • Benzinkosten pro Liter: 1,45 Euro
  • Benzinkosten pro Jahr bei 13.000 km: 848 Euro

E-Auto Kleinwagen: Renault Zoe

  • Stromverbrauch pro 100 Kilometer: ca. 17 Kilowattstunden*
  • Ladekosten pro Kilowattstunde: 30 Cent und 60 Cent
  • Ladekosten pro Jahr bei 13.000 km: 663 Euro (bei 30 Cent / kWh), 1.326 Euro (bei 60 Cent / kWh)
Würde die Preisobergrenze von 44 Cent durchgesetzt, entstünden in unserem Beispiel maximale Ladekosten von 972 Euro für den elektrischen Kleinwagen.

Verbrenner Mittelklasse: VW Passat

  • Benzinverbrauch pro 100 Kilometer: ca. 7,1 Liter*
  • Benzinkosten pro Liter: 1,45 Euro
  • Benzinkosten pro Jahr bei 13.000 km: 1.338 Euro

E-Auto Mittelklasse: Nissan Leaf e

  • Stromverbrauch pro 100 Kilometer: 22 Kilowattstunden*
  • Ladekosten pro Kilowattstunde: 30 Cent und 60 Cent
  • Ladekosten pro Jahr bei 13.000 km: 858 Euro (bei 30 Cent / kWh), 1.716 Euro (bei 60 Cent / kWh)
Würde die Preisobergrenze von 44 Cent durchgesetzt, entstünden in unserem Beispiel maximale Ladekosten von 1.258 Euro für den elektrischen Mittelklassewagen.

Wie du siehst, kommt es also stark auf den Preis für Ladestrom sowie die zurückgelegte Strecke an, wenn es darum geht, die Kosten von Elektro-Autos und Benzinern zu vergleichen. Inwiefern du mit einem Elektro-Auto billiger davon kommst, können wir dir daher nicht eindeutig sagen, da zusätzlich auch noch die Wahl des Fahrzeugmodells sowie deine Fahrgewohnheiten eine Rolle spielen können.

Fazit: E-Auto Ladekosten nicht pauschal günstiger als Benzinkosten

Unser Kostenvergleich zeigt: Elektro muss nicht immer automatisch billiger sein. Gerade, wenn du einen teureren Ladetarif besitzt oder ohnehin nur wenig mit einem Kleinwagen unterwegs bist, solltest du genau abwägen, inwiefern sich die finanziellen Vorteile von einem E-Auto gestalten. Dabei solltest du auch Faktoren wie Anschaffungspreis, Wartungskosten sowie das bisher überschaubare E-Ladenetz in Deutschland beachten. Zudem muss jeder für sich selbst abwägen, wie wichtig einem finanzielle Ersparnis gegenüber der positiven Umweltaspekte beim Umstieg auf Elektro sind.

Falls die geplante Preisobergrenze für E-Strom von 44 Cent pro Kilowattstunde durchgesetzt wird, kommst du mit einem E-Auto in den meisten Fällen günstiger davon – zumindest, wenn man lediglich die Kosten für Ladestrom und Benzin gegenüberstellt.

*Verbrauchszahlen beruhen auf den offiziellen Angaben der Hersteller zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung.

Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei unseren Angaben um redaktionelle Inhalte zum Zwecke der Information handelt, die keine im Einzelfall geltenden Vertragskonditionen oder ähnliches darstellen. Hierfür solltest du die vereinbarten Vertragskonditionen und den genauen Vertragstext deines Anbieters einsehen, da wir diese Details nicht tagesaktuell prüfen können.