Fernbus-Anbieter: Vorsicht vor unverschämten Klauseln

Lukas Rumpler

Fernbus-Reisen locken mit besonders günstigen Konditionen. WLAN und großzügige Sitzmöglichkeiten werden versprochen. Doch oft trüben versteckte Klauseln den Spaß am Reisen.

Fernbus-Reisen sind inzwischen eine echte Alternative zu Bus und Bahn geworden, was die steigenden Nutzerzahlen zeigen. Auch locken die Fernbus-Unternehmen mit allerlei Komfort wie großzügigen Sitzabständen und sogar kostenlosem WLAN. Doch nicht immer ist die Welt der Fernbusse für Verbraucher so schön, wie sie auf den ersten Blick beschrieben wird.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von neun Fernbus-Unternehmen untersucht. Laut Pressemitteilung der Verbraucherzentrale habe man in mehr als 100 Klauseln „Abenteuerliches“ entdeckt. So verstoßen manche der Klauseln sogar gegen gesetzliche Auflagen.

Fernbus-Anbieter: Beispiele für unverschämte Klauseln

  • Das Kleingedruckte schließt bei manchen Fernbusunternehmen die Haftung für Funktionsfähigkeit und Nutzbarkeit der technischen und sanitären Anlagen aus, obwohl diese in der Werbung hervorgehoben werden.
  • Das Gesetz sieht eine Haftungsgrenze von 1200 Euro für jedes Gepäckstück vor, einige Fernbusunternehmen beschränken die Haftung für Sachschäden aber auf 1000 Euro.
  • Teilweise wird die Erstattung des Fahrpreises bei Nichtantritt der Fahrt komplett ausgeschlossen. Dabei wäre der Unternehmer aus gesetzlicher Sicht zur Rückerstattung verpflichtet, vorausgesetzt er schafft es, den Platz an eine andere Person zu verkaufen und den Bus voll zu bekommen.
  • Bei Abweichungen des Fahrplan von bis zu zwei Stunden schließen manchen Anbieter sämtliche Ersatzansprüche komplett aus, obwohl eine Richtlinie der EU diesen Fall regelt. Dir als Kunden stünden demnach bei mehr als 90 Minuten Wartezeit wenigstens ein Imbiss und ein Getränk zu.

Fernbus-Anbieter: Einige haben bereits nachgebessert

Laut Aussage der Verbraucherzentrale haben bereits einige Anbieter nachgebessert und ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen überarbeitet. Vier Anbietern wurde unterdessen eine letzte Frist gesetzt, um den Forderungen nachzukommen. Sollten die Fernbus-Anbieter die verbraucherfeindlichen Klauseln nicht abändern, wird die Verbraucherzentrale klagen.

Gegenüber Spiegel Online haben sich zwei der vier Fernbus-Unternehmen geäußert, die von der Verbraucherzentrale abgemahnt worden sind und ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht angepasst haben. Ihrer Aussage zufolge sei man bereits in der Vergangenheit aus Kulanz auf einige der von der Verbraucherzentrale angesprochenen Punkte,eingegangen. Lediglich die Frist zum Nachbessern, die von der Verbraucherzentrale vorgegeben war, wäre zur kurz gewesen, sodass die Verhandlungen mit der Verbraucherzentrale wohl noch bis Mitte Mai andauern werden.

Der Vorstoß der Verbraucherzentrale ist für Fernbus-Nutzer ein guter Schritt in die richtige Richtung. Dennoch solltest du dir immer verschiedenen Anbieter ansehen und deren AGB vergleichen. Dann kannst du selbst abwägen, welche Einschränkungen du für einen günstigeren Preis hinnimmst und worauf du keinesfalls verzichten kannst. Gerade bei Abweichungen vom Fahrplan oder der Funktionsfähigkeit von sanitären Anlagen solltest du allerdings ganz genau auf die Formulierungen achten.

 

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