Robinsonliste: Wie man sich vor Werbemüll schützt

Simone Groß

Robinson Cruso war, unbestreitbar, ein armer Mann. Jahrelang saß er auf einer Insel fest, ohne Kontakt zur Außenwelt. Aber gerade deshalb ist er Namensgeber der Robinsonliste, die Verbraucher davor schützt, mit Werbung und lästigen Anrufen belästigt zu werden. Wir erklären, wie das geht. 

Nicht nur dubiose Firmen und unseriöse Unternehmen finden immer wieder Mittel und Wege, den Verbraucher mit einer Flut an Werbung, Sonderangeboten oder vermeintlichen Schnäppchen zu überrollen. Werbeflyer, Direkt-Mailings, Werbemails oder Telefonanrufe – der Postkasten, das E-Mail-Fach oder der Anrufbeantworter sind schnell mit Werbebotschaften gefüllt.

Verbraucher können sich gegen unerwünschte Werbung schützen

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Was aber nicht jeder weiß: Verbraucher können sich dagegen schützen! Und das ziemlich unkompliziert: Denn wer seinen Namen auf eine so genannte Robinsonlisten setzen lässt, reduziert die Anzahl eingehender Werbebotschaften deutlich. Robinsonlisten sind nämlich Schutzlisten mit den Daten der Verbraucher, die keine unaufgeforderte Werbung erhalten wollen, egal ob per Post, E-Mail, per Handy oder Telefon oder per Fax.

Der Deutsche Dialogmarketing Verband e.V. (DDV) war vor über 40 Jahren der erste nicht-kommerzielle Anbieter einer solchen Liste.  Mittlerweile sind mehr als 800.000 Verbraucher in die Liste des DDV eingetragen. Allerdings schützt sie nur gegen Postwurfsendungen.

Aber auch Verbraucherschutzvereine und Verbände der Werbewirtschaft unterhalten mittlerweile ähnliche Listen, wie beispielsweise der Interessenverband Deutsches Internet e.V. Info- und Schutzgemeinschaft für Internet und Kommunikation, kurz: I.D.I. Dort kann man sich beispielsweise in eine so genannte Robinsonliste eintragen.

Der Eintrag in die Robinsonliste ist kostenlos

Bei allen seriösen Betreibern von Robinsonlisten ist der Eintrag kostenlos und innerhalb weniger Minuten auch per Mail möglich. Wer jedoch keinen Zugang zum Internet hat, kann seine Daten sogar ganz altmodisch per Brief oder Fax erfassen lassen.

Ein Eintrag ist für alle Verbraucher möglich, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben.

Nachteil: Zwar reduziert sich mit einem Eintrag in die Robinsonliste die Zahl unerwünschter Werbung, ganz ausbleiben wird sie dennoch nicht.  Denn nicht alle werbungtreibenden Unternehmen gleichen ihre Adressen mit den Robinsonlisten ab.

Bei Firmen, die nicht Mitglied des Deutschen Dialogmarketingverbandes e.V. sind, bleibt nur ein Weg: Die Firma schriftlich, am besten per Einschreiben mit Rückantwortschein, auffordern, zukünftig die Zusendung von Werbematerial zu unterlassen. Recht des Verbrauchers: Wer dennoch Werbung verschickt, kann verklagt werden. Nach § 28 Absatz 4 Bundesdatenschutzgesetz muss sich jede Firma an dieses Nutzungsverbot der Verbraucherdaten halten, will sie nicht ein Ordnungsgeld riskieren.

Vorsicht vor „kommerziellen Anbietern“

Seit einigen Jahren gibt es jedoch auch immer wieder Hinweise für unseriöse Betreiber kommerzieller „Robinsonlisten„. In regelmäßigen Abständen warnen die Verbraucherschutzzentralen vor ihnen, geben aber gleichzeitig Tipp, wie sie enttarnt werden können. Denn während der Eintrag beim DDV oder I.D.I immer kostenlos sind, werden bei kriminellen Akteuren oftmals horrende Kosten verlangt. Auffallend auch: Sie tätigen selbst Werbeanrufe, um ihren Service anzubieten oder treten mit einem falschen Namen wie z.B. mit der „Verbraucherzentrale“ auf. Sobald ein solcher Betreiber Kontakt zum Verbraucher aufgenommen hat und Gebühren verlangt ist Vorsicht geboten: Es wird sich hierbei um einen Nepper und Bauernfänger handeln.

Doch bei aller Vorsicht, die bei diesem Thema geboten ist: In den meisten Fällen hilft auch schon der Aufkleber am Postkasten mit dem Hinweis „keine Werbung einwerfen“!

Robinsonliste: Wie man sich vor Werbemüll schützt Die Robinsonliste, ist eine Liste, die Verbraucher davor schützt, mit Werbung und lästigen Anrufen belästigt zu werden. Artikelbewertungen: 1 5.0 / 5 1