Sharing – Deutscher Verbrauchertag 2015

Michaela Kiesel

Sharing ist verbreitet: Egal ob bei Autos oder Werkzeugen. Die Vor- und Nachteile wurden beim Deutschen Verbrauchertag 2015 diskutiert. Lies hier mehr.

Wenn du dir kein eigenes Auto kaufen möchtest, weil du es zu selten nutzen würdest, aber dennoch ab und zu mit dem Auto fahren musst, kannst du am sogenannten Car-Sharing – beispielsweise über Flinkster – teilnehmen. Dann kannst du ein Auto – natürlich gegen ein gewisses Entgelt – von einem anderen Verbraucher mieten, damit deine Einkäufe erledigen und am Ende gibst du es wieder zurück. Mehr zum Car-Sharing erfährst du in unserem Artikel CarSharing: Im riesigen Angebot den Überblick behalten. Doch nicht nur bei Autos ist Sharing möglich: So kannst du zum Beispiel statt in einem Hotel über das Sharing-Portal AirBnB auch in einem privaten Haus Urlaub machen. Auf dem diesjährigen deutschen Verbrauchertag wurde heftig über das Thema Sharing diskutiert.

Sharing spart Geld – die Befürworter

Durch Sharing kannst du bares Geld sparen, außerdem sei es ökologisch nachhaltig und es stärke die Gesellschaft, so Francesca Pick vom Netwerk Ouishare. Inzwischen gäbe es für alle Wünsche eine Plattform – so gibt es Sharing mittlerweile nicht mehr nur bei Autos sondern auch für Heimwerkergeräte – beispielsweise bei leihdirwas.de – oder bei Finanzdienstleistungen. Ein Sharing-Portal, bei dem du Kredite von Privatpersonen bekommen kannst, ist beispielsweise Auxmoney. Auch Parkplätze werden mittlerweile geteilt: Mehr dazu kannst du in unserem Artikel Parkplatz-Sharing für Autofahrer – auch ein App-Trend nachlesen.

Sharing schadet der Gesellschaft – die Seite der Kritiker

Nicht jeder teilt die Meinung von Francesca Pick: Im Gegenteil, Sharing schade sogar der Gesellschaft. Dinge mit anderen zu teilen sei nämlich keine neue Erfindung. Bereits früher wurde einem Besucher kostenlos ein leeres Zimmer überlassen, so der Soziologe Harald Welzer. Dies könne sich durch Sharing nun allerdings ändern: Jetzt werde das Zimmer Besuchern nicht mehr kostenlos für eine gewisse Zeit überlassen, stattdessen werde es entgeltlich vermietet. So würde zum einen die Mitmenschlichkeit verloren gehen, zum anderen aber auch Arbeitsplätze. Letzteres sei beispielsweise der Fall, wenn Urlauber lieber in einem Privathaushalt nächtigen als in einem Hotel. Außerdem sollte dir bewusst sein, dass eine Untervermietung deiner Wohnung über ein Sharing-Portal nicht unbedingt zulässig ist. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel AirBnB: Unerlaubte Untervermietung?

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) nutzt auch Sharing-Angebote. Allerdings ist er sich auch über die negativen Seiten des Sharing im Klaren: Es seien klare Grenzen zwischen privaten und gewerblichen Anbietern nötig. Verbrauchern solle das Sharing erleichtert werden. Gewerbliche Portale hingegen müssen eine gewisse Qualität garantieren können.

Beim Sharing immer auf Bewertungen achten

Sharing ist prinzipiell eine gute Sache. Wenn du etwas benötigst, aber niemanden kennst der es besitzt und sich ein Kauf nicht lohnt, kannst du mit Hilfe eines Sharing-Portales einiges an Geld sparen. Allerdings ist es deutlich freundlicher, wenn du einem Bekannten kostenlos deine Säge leihst – und nicht eine Gebühr dafür verlangst.

Bedenke außerdem immer, dass du die Person nicht kennst, von der du dir etwas leihst. Suche nach Möglichkeit also immer nach Bewertungen anderer Verbraucher: Möchtest du beispielsweise am Car-Sharing teilnehmen, dann schau vorab was vorherige Fahrer über den Wagen und dessen Besitzer schreiben. Sonst kann es dir im schlimmsten Fall passieren, einem Betrüger in die Hände zu fallen.

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