Zalando, Amazon & Co.: so belastet Online-Handel die Umwelt

Simone Groß

Das nächste Paar Schuhe gekauft, die Tasche geordert oder den Mantel bestellt – und alles am besten in mehren Größen und Farben. Man weiß ja nie, ob einem die Sachen schmeicheln und zum Rest der Garderobe passen. Wenn nicht, zurück damit! Das macht beispielsweise Zalando mit dem kostenlosen Versand noch leichter. Internet-Versandhandel ist für den Verbraucher zwar praktisch, bedeutet aber gleichzeitig auch viel Verpackungsmaterial und Emissionsbelastung durch die Paketdienste. 

Zahlen des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels (kurz: bvh) nach macht der Versandhandel inzwischen rund 70 Prozent seines Umsatzes im Internet. Waren im Wert von fast 30 Milliarden Euro werden im Jahr verschickt – und oft sollen sie möglichst am nächsten Tag da sein.

Zalando:  50%  Retourenquote

Jedes dritte online georderte Paket geht mittlerweile zurück, bei Zalando liegt die Quote der retournierten Pakete sogar bei 50% Prozent. So hat die Deutsche Post DHL ausgerechnet, dass der Versand eines Pakets über ihr Zustellsystem 500 Gramm Treibhausgasemissionen (CO2) verursacht.

Wenn Pakete gleich wieder zurück gehen, hat das also Folgen für die Umwelt. Und Tag für Tag gehen 800.000 Pakete zurück. Das macht 400 Tonnen CO2. Täglich. Die gleiche Menge verursachen 255 Auto-Fahrten von Frankfurt nach Peking.

Zalando, Amazon & Co belasten die Umwelt
Quelle: pixabay

Darüber hinaus ist die Herstellung des Verpackungsmaterials, der Energieverbrauch in den Lagern und Logistikzentren aber auch die Nutzung des eigenen Computers mit zusätzlichen Emissionen verbunden, rechnen die Experten der vom Bundesumweltministerium geförderte Kampagne „Klima sucht Schutz” vor.

Smartphone-Besitzer kaufen immer häufiger mobil

Hinzu kommt: „Ich glaube nicht, dass die privaten Fahrten weniger geworden sind“, meint Heidi Tischmann, Güterverkehrsspezialistin des Verkehrsclubs Deutschland (kurz: VCD), der den ökologischen Transport fokussiert. Denn obwohl viele online bestellt würde, ließen Kunden ihren Wagen nicht häufiger in der Garage stehen, so ihre Vermutung. Denn vielfach fahre der Verbraucher ja dennoch ins Geschäft, probiere die Sachen dort aus und bestelle später online.

Tendenz steigend. Denn 40 Prozent der Smartphone-Besitzer in Deutschland nutzen ihr Gerät auch zum mobilen Einkauf  – praktisch, weil der Verbraucher bereits im Geschäft noch schneller einem spontanen Impuls folgen und ad hoc bestellen kann.

Nachhaltig bestellen ist nicht schwer

Verteufelt sollte der Online-Handel trotz dieser Öko-Bilanz-Zahlen dennoch nicht werden. „Beim Einkaufen kommt es auf den Einzelfall an; eine pauschale Aussage für oder gegen Online-Shopping ist nicht sinnvoll. Aber jeder Verbraucher hat es in der Hand, klimafreundlich zu handeln“, sagt Jens Hakens, von co2online, einem Netzwerk für den Klimaschutz.

Hier einige Tipps, wie Verbraucher dazu beitragen können, ihren ökologischen Fußabdrücke beim Versandhandel zu minimieren:

  • Vor der Bestellung überlegen, welche Produkte tatsächlich benötigt werden.
  • Lieber ein großes Paket als viele kleine bestellen.
  • Bei Anlieferung des Paketes zu Hause sein, damit der Bote das Paket nicht zur Paketstelle zurück fahren muss oder erneut versucht, mit dem Wagen zuzustellen.
  • Retourenquote niedrig halten.
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Post fahren, um das Paket abzuholen, beziehungsweise zurück zu geben.
  • Darauf achten, dass die Ware umweltfreundlich verpackt ist, z.B. in Papier eingewickelt und nicht in Styropor.
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