Zentrales Trauerregister: Abzocke der untersten Schublade

Simone Groß

 

Das Zentrale Trauerregister gibt es nicht. Dennoch fordert es Angehörige von Verstorbenen auf, fast 400 Euro für eine Eintragung zu überweisen.

Besonders dreist ist eine Abzock-Masche, die es auf Angehörige von Verstorbenen abgesehen hat. Für die Eintragung in ein Online-Register sollen sie 395,20 Euro zahlen, berichtet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Zentrales Trauerregister: Was steckt dahinter?

Auf den Punkt gebracht, gar nichts. Denn dieses Online-Register ist kein offizielles Register und die Website www.trauerregister.de lässt sich inzwischen nicht mal mehr aufrufen. Die Schreiben des Zentralen Trauerregister erwecken auf den ersten Blick einen offiziellen Eindruck, sogar der Bundesadler ist darauf zu finden. Laut Informationen der Verbraucherzentrale findet man im Impressum eine „Service Register EU LLC Wilmington“ aus North Carolina, USA.
Die Adressen der Angehörigen entnehmen die Abzocker offenbar den Traueranzeigen in der Lokalpresse.

Zentrales Trauerregister: Was sollen Betroffene tun?

Betroffene sollten auf keinen Fall bezahlen und außerdem bei der Polizei Anzeige wegen Betrugsverdacht stellen. Zwar ist die Website des Trauerregisters nicht mehr abrufbar, aber die Überweisungen erreichen höchstwahrscheinlich dennoch ihr Ziel – ein Bankkonto in Zypern.

 

Grundsätzlich solltest du immer vorsichtig sein, wenn eine Überweisung ins Ausland gefordert wird. Doch in diesem Fall sind auch wir entsetzt darüber, wie man die Ausnahmesituation von Trauernden ausnutzt. Das ist wirklich Abzocke der untersten Schublade!

Zentrales Trauerregister: Abzocke der untersten Schublade Das Zentrale Trauerregister gibt es nicht. Dennoch fordert es Angehörige von Verstorbenen auf, fast 400 Euro für eine Eintragung zu überweisen. Artikelbewertungen: 6 5.0 / 5 6