BAföG abmelden: Warum du dein BAföG nicht einfach kündigen kannst

Brauchst du kein BAföG mehr solltest du dich frühzeitig um die Beendigung der staatlichen Förderung kümmern. Andersfalls kann es zu hohen Rückzahlungen kommen. Aber da es sich beim BAföG um eine individuell auf dich zugeschnittene Finanzierung handelt, kannst du sie nicht einfach kündigen. Wir erklären dir, worauf du achten musst, wenn du BAföG abmelden möchtest.

Das Wichtigste vorab: Du kannst dein BAföG nicht einfach mit einem Formular kündigen – weder über aboalarm noch über die offizielle BAföG-Webseite, sondern nur nach Rücksprache mit deinem Sachbearbeiter oder deiner Sachbearbeiterin.

Weißt du nicht, wer dein Sachbearbeiter ist, dann wirf einen Blick in deinen BAföG-Bescheid. Dieser ist mit einer Telefonnummer und den Kontaktdaten versehen. Alternativ findest du allgemeine Informationen rund um das BAföG unter www.bafög.de. Beachte jedoch, dass jede Universitätsstadt ihre eigene BAföG-Anlaufstelle hat. Bist du völlig ratlos, dann ruf am besten die Hotline an:  0800-223 63 41 (Mo-Fr 8 – 20 Uhr). Der Anruf ist kostenfrei.

 

Solltest du kein BAföG mehr brauchen, dann hängt die Vorgehensweise davon ab, in welcher Situation du dich gerade befindest. Man unterscheidet zwischen

  • beendeter Förderungsdauer,
  • Studienabbruch und
  • erfolgreich beendetem Studium.

Die Möglichkeiten, das BAföG innerhalb des laufenden Bewilligungszeitraums zu beenden sind begrenzt. Deswegen solltest du dein BAföG immer vorausschauend planen und im Fall geänderter Umstände (z.B. dass du mehr Geld verdienst und damit über dem Freibetrag liegst) auf eine Rückzahlung vorbereitet sein.

Grundsätzlich gilt, dass du alle Änderungen (vor allem Studienabbruch, Fachrichtungswechsel, Überschreitungen des Freibetrags) umgehend dem BAföG-Amt mitteilen musst. Denn du hast die Mitteilungspflicht und das Amt wird nicht automatisch von deiner Hochschule oder Ausbildungsstätte über Studienabbrüche informiert.

 

Wir haben die wichtigsten Informationen für dich gesammelt, damit du unkompliziert und schnell dein BAföG abmelden kannst. Außerdem findest du das komplette Bundesausbildungsförderungsgesetz hier auf der Homepage des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz.

BAföG abmelden – wann geht’s und wann nicht?

Die Freude ist Groß, wenn du die Finanzierungsbestätigung vom BAföG-Amt in den Händen hältst. Doch was machst du, wenn sich deine Pläne kurzfristig ändern? Du zum Beispiel dein Studiengang wechseln möchtest oder plötzlich zu viel Geld nebenbei verdienst? Grundsätzlich gilt, dass du stets alle Änderungen mitteilen solltest. Dann können dich die Mitarbeiter deiner BAföG-Stelle frühzeitig beraten. 

Die BAföG-Förderung beginnt in der Regel mit dem Monat des Ausbildungsbeginns, oder mit Antragsstellung in einem höheren Semester. Die Höchstdauer richtet sich beim Studium grundsätzlich nach der Regelstudienzeit.

BAföG abmelden: Beendete Förderungsdauer

Grundsätzlich gilt, dass dein Anspruch auf Förderung zusammen mit der Regelstudienzeit endet. Es sei denn, für dich gilt eine Ausnahmeregelung. Benötigst du aus guten Gründen mehr Zeit, kann sich die Förderungsdauer verlängern. Dazu zählen unter anderem Schwangerschaft, Kindererziehung oder Krankheit. Die BAföG-Informationsseite Wie lange gibt es BAföG hat die aktuelle Regelung veröffentlicht.

Hast du dein BAföG jedoch erst in einem höheren Semester beantragt, heißt das nicht, dass die Förderungsdauer der Dauer der Regelstudienzeit gleichzusetzen ist. Ein Rechenbeispiel gefällig? Stellst du deinen BAföG-Erstantrag zu Beginn des dritten Bachelor-Semesters und die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester, endet die Förderung trotzdem nach dem vollendeten sechsten Fachsemester und kann nicht bis in das achte Semester mitgenommen werden.

 

Endet deine Förderungsdauer zum Ende deines Studiums oder deiner Ausbildung, dann musst du dein BAföG nicht aktiv abmelden. Mit Beendigung des Bewilligungszeitraums endet auch die Zahlung, sofern du keinen Folgeantrag gestellt hast (und für diesen auch berechtigt bist).

BAföG abmelden: Studienabbruch oder Fachrichungswechsel

Mit Studienabbruch ist gemeint, dass du generell keinen Hochschulabschluss mehr machen möchtest. Wechselst du nur das Fach, dann liegt ein Fachrichtungswechsel vor.

Studienfachwechsel

Du hast keine Lust mehr auf Lehramt und schreibst dich in Wirtschaftspädagogik ein? Oder entscheidest dich für etwas ganz anderes und startest ein Maschinenbau oder Medizinstudium? Dann liegt laut BAföG ein Fachrichtungswechsel vor. Unter Umständen kannst du im Fall eines Wechsels aus unabweisbarem Grund BAföG wieder neu beziehen – während der kompletten Regelstudienzeit des neuen Studiengangs. Aber was ist ein unabweisbarer Grund? Das Förderungsgesetz schreibt im § 7: „Unabweisbar ist ein Grund, der eine Wahl zwischen der Fortsetzung der bisherigen Ausbildung und ihrem Abbruch oder dem Wechsel aus der bisherigen Fachrichtung nicht zulässt. Ein unabweisbarer Grund ist z. B. eine unerwartete – etwa als Unfallfolge eingetretene – Behinderung oder Allergie gegen bestimmte Stoffe, die die Ausbildung oder die Ausübung des bisher angestrebten Berufs unmöglich macht.“

Studienabbruch

Du hast deinen Traum-Ausbildungsplatz ergattert oder möchtest komplett im Ausland studieren? Dann musst du deine Förderung beenden oder gegebenenfalls anpassen lassen.

Wann du in der Ausbildung BAföG erhalten kannst, erfährst du hier und mehr Informationen zum Studium im Ausland hier.

Brichst du dein Studium ab, ohne dich in einen neuen Studiengang einzuschreiben oder ohne dich für ein neues Studium zu bewerben, gilt das als Studienabbruch und die BAföG-Zahlungen werden eingestellt. Du solltest einen Studienabbruch so früh wie möglich deinem Sachbearbeiter oder deiner Sachbearbeitern mitteilen. Denn zahlt das Amt weiter, obwohl dein Studium bereits beendet ist, musst du die geleisteten Zahlungen zurückerstatten.

Im Falle eines Studienfachwechsels musst du dein BAföG nicht abmelden. Du musst deine Sachbearbeiterin informieren und die neue Immatrikulationsbescheinigung einreichen. Wechselst du sowieo zum Ende deines ersten Bewilligungszeitraums (sprich, nach dem ersten oder dem zweiten Semester), kannst du mit dem neuen Folgeantrag auch die Änderungen mitteilen.

BAföG abmelden: Erfolgreich beendetes Studium

Wenn du deinen Abschluss bereits vor Ende der Förderungshöchstdauer (siehe Regelstudienzeit) erwirbst, endet damit auch das BAföG. In der Regel hast du deinen Puffer von zwei Monaten, denn die Förderung endet entweder

  • in dem Monat, in dem die Abschlussnote bekanntgegeben wurde (zum Monatsende hin) oder aber
  • spätestens mit mit Ablauf des zweiten Monats nach dem Monat, in dem der letzte Prüfungsteil abgelegt wurde.

Solltest du darüber hinaus auf die Förderung angewiesen sein, kannst du Arbeitslosengeld II beantragen. Informationen dazu findest du im aboalarm-Blog Arbeitslos melden.

BAföG abmelden: Gestiegenes Einkommen

Es gibt aber auch noch einen anderen Fall: Gestiegenes Einkommen. Hast du unerwartet einen größeren Geldbetrag geerbt, startest du in die Selbstständigkeit oder hast eine Werkstudentenstelle, bei der du über den Freibetrag kommst, dann kann es sein, dass deine Förderung gekürzt oder ganz eingestellt wird. In jedem Fall solltest du deinen Sachbearbeiter informieren, damit du nicht plötzlich nach der Jahresendabrechnung große Summen zurückzahlen musst.

Wie hoch ist der Freibetrag? Wie viel du monatlich verdienen darfst, hängt von deiner privaten Situation ab. Studierst du ohne Kind, dann darfst du im Durchschnitt monatlich 450 Euro verdienen (oder jährlich 5.400 Euro). Hast du ein eigenes Kind, oder pflegst ein Kind in deinem Haushalt, dann steigt der Betrag um 520 Euro monatlich je Kind. Der Betrag kann sich außerdem erhöhen, wenn du einen Ehepartner hast oder Schulgeld zahlen musst (Stand: 2018).

 

Möchtest du mehr Erfahren über die Vereinbarkeit von Studium und Job, dann lies hier weiter: Wie du Job und Studium unter einen Hut bekommst.

 

Bafög abmelden: Warum du dein Bafög nicht einfach kündigen kannst Brauchst du kein BAföG mehr, dann solltest du dich frühzeitig um die Beendigung der staatlichen Förderung kümmern. Da es sich beim BAföG um eine individuelle Finanzierung handelt, kannst du es nicht einfach kündigen. Wir erklären dir, worauf du achten musst, wenn du BAföG abmelden möchtest. Artikelbewertungen: 0 0 / 5 0