So bezahlst du bald mit deinem Gesicht – Selfie an der Kasse [Update: 05.10.16]

Wolfgang Kirmaier

Das Unternehmen Mastercard erprobt neue Möglichkeiten der Bezahlung. Neben Fingerabdruck und Iris-Scan, soll auch die Bezahlung per Selfie kommen.

Was man sonst nur aus Agenten-Filmen kennt, wird womöglich sehr bald Realität. Moderne Gesichtserkennung könnte dem Verbraucher ganz neue Türen eröffnen. Das Kreditunternehmen Mastercard arbeitet an neuen Varianten der Zahlungs-Identifikation, unter Anderem „Selfie Pay“. Laut der Welt online arbeite man an Techniken, mit einem Lächeln oder den eigenen Augen Rechnungen sicher bezahlen zu können. Wie das ganze realisiert werden soll und ob die neuen Techniken wirklich sicherer als der eigene PIN sind, klären wir in unserem Blog-Beitrag.

Selfie Pay soll die persönliche PIN ablösen

Das Szenario klingt unglaublich: Der Kunde zückt nach erledigtem Einkauf seine Bankkarte und statt der Eingabe seines PINs, knipst die Verkäuferin an der Kasse ein Bild des Kunden. Lästiges Merken von mehreren Passwörtern und PIN-Nummern soll in Zukunft wegfallen. Stattdessen kann auch bei Online-Überweisungen ein schnelles Selfie die Zahlung autorisieren. Eine eindeutige Identifikation des Karteninhabers soll durch ein Vergleichsbild in der Datenbank des Finanzinstituts erfolgen. Das Projekt „Selfie Pay“ soll zunächst in Großbritannien starten und voraussichtlich im Sommer 2016 auf 15 Länder erweitert werden. Doch wie sieht es mit der Sicherheit der neuen Bezahlmöglichkeiten aus? Sind Selfie, Iris- oder Finger-Scan wirklich sicherer als die gute alte PIN-Nummer?

Wie sicher ist das Bezahlen per Selfie?

Um die Sicherheit der neuen Technologie zu gewährleisten, speichert das Unternehmen ein Vergleichsbild des Kunden in ihrer Datenbank. Während des Bezahlvorgangs löst das Zwinkern der Augen des Kunden das Selfie aus. Dies soll verhindern, dass Betrüger ein Foto des Kontoinhabers vor die Linse halten.

Ajay Bhalla, Chef der Sicherheitsabteilung von Mastercard berichtet über den Hass der Verbraucher gegenüber Passwörtern. Meist werden sehr einfache Passwörter verwendet, um sich diese besser einprägen zu können. Passwörter wie 123456 seien sehr beliebt unter den Kunden, eine Kombination die selbst für den schlechtesten Betrüger zu erraten ist.

Neue Methoden der Identifikation – ein Schritt in die richtige Richtung

Vom Entsperren des Smartphones bis hin zur Online-Überweisung – per Fingerabdruck-Scan ist dies schon längst möglich. Nun geht die Technologie einen Schritt weiter und versucht über andere Mittel den Kunden eindeutig zu identifizieren. Gesichtserkennung, Augen-Scan oder die Überprüfung des individuellen Herzschlags per Armband – die Möglichkeiten der einwandfreien Identifizierung sind zahlreich, welche sich dauerhaft durchsetzen wird, bleibt offen.

Was vor einigen Jahren noch als Ding der Unmöglichkeit angesehen wurde, ist heute alltäglich. Es ist naheliegend, dass sich Unternehmen diese Technologien zu eigen machen. Ebenso naheliegend ist, dass Datenschützer diese Praktiken angreifen werden.

Update: 05.10.16

Und schon ist das unglaubliche Szenario Realität geworden. Seit Gestern (04.10.2016) kannst du deine Online-Einkäufe in Deutschland tatsächlich per Selfie oder Fingerabdruck bezahlen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, hat Mastercard das neue Verfahren bisher in 11 europäischen Ländern eingeführt, darunter auch in Deutschland. Bis Ende des Jahres, soll es weltweit zur Verfügung stehen.

Bezahlen kannst du mit die App „Identity Check Mobile“ mit deren Hilfe du zur Verifizierung deiner Identität lediglich deinen Fingerabdruck scannen, bzw. ein Selfie machen kannst. Und schon ist dein Online-Zahlungserlebnis reibungslos über die Bühne gegangen – das verspricht zumindest Mastercard seinen Kunden. Zudem soll dieses Verfahren mehr Sicherheit und deutlich schnellere Einkaufsvorgänge ermöglichen, so Mastercard-Manager Ajay Bhalla, zitiert in der FAZ. Wir sind gespannt, wie sich das neue Verfahren bewähren wird und was Datenschützer dazu zu sagen haben. aboalarm bleibt natürlich weiter für dich dran.

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