Geldanlage im Ausland – ist das sicher?

Simone Groß

Deutsche Banken zahlen kaum noch Zinsen– im Ausland sind die Zinsen oft deutlich höher. Was solltest du bei einer Geldanlage im Ausland beachten?

Eine Geldanlage im Ausland ist oftmals verlocken: Nicht-deutsche Banken zahlen häufig deutlich höhere Zinsen für Tages- und Festgeldkonten als inländische Banken. Allerdings herrschen bei einer Geldanlage im Ausland oftmals Sicherheitsbedenken. Welche Gefahren bestehen tatsächlich, wenn du dein Geld bei einer nicht-deutschen Bank auf ein Festgeld- oder Tagesgeldkonto legst? Und auf was solltest du achten, um dein gespartes Geld nicht zu gefährden?

Geldanlage im Ausland – innerhalb der EU

Vergangenes Jahr (2014) wurde die Europäische Bankenunion gegründet. Sie setzt sich aus drei Teilbereichen zusammen: Der Europäischen Bankenaufsicht, dem Abwicklungsmechanismus und der Einlagensicherung. Dank der Europäischen Bankenunion wurden einheitliche Richtlinien im Finanzwesen geschaffen. Nationale Kompetenzen wurden in diesem Zusammenhang an eine zentrale Stelle übertragen. Dadurch sollen gefährdete Kreditinstitute frühzeitig erkannt werden und Banken nach einheitlichen Maßstäben beurteilt werden.

Die Europäische Bankenaufsicht hat vergangenes Jahr einen Stresstest durchgeführt. Sie prüfte 130 ihr unterstellte Kreditinstitute – 25 davon sind durchgefallen. Um den Stresstest zu bestehen, müssen Banken über ein bestimmtes Mindesteigenkapital verfügen. Im Jahr 2015 soll dieses „harte Kernkapital“ mindestens 4,5% der risikogewichteten Anlagen betragen. Die 25 Banken, die den Stresstest nicht bestanden haben, hatten zur Zeit der Überprüfung nicht ausreichend hartes Kernkapital. Ein Teil der Banken, wie beispielsweise die Münchener Hypothekenbank, haben ihre Finanzlücke aber mittlerweile geschlossen.

Bevor du dich für eine Geldanlage im Ausland entscheidest, solltest du dir die Ergebnisse des Stresstests anschauen. Ist das Kreditinstitut, das du für deine Geldanlage im Ausland ausgewählt hast, bei den Banken dabei, die den Stresstest nicht bestanden haben? Falls ja, hat die Bank ihre Finanzlücke mittlerweile geschlossen? Wenn nicht kann es sein, dass sie nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügt. Was im schlimmsten Fall auf eine bevorstehende Zahlungsunfähigkeit hindeuten kann.

Innerhalb der EU gilt zudem eine gesetzliche Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro. Bis zu dieser Höhe ist dein Geld geschützt, falls die Bank, die du für deine Geldanlage im Ausland auswählst, zahlungsunfähig wird.

Geldanlage im Ausland – Banken außerhalb der EU

Wenn du dein Geld bei einer Bank außerhalb der Eurozone anlegst, greift die europäische Einlagensicherung nicht. Es sei denn, die Bank hat eine europäische Tochter. Wenn du diese Tochter für deine Geldanlage im Ausland auswählst, gilt die europäische Einlagensicherung. Tochtergesellschaften gelten nämlich als eigene Kreditinstitute, die unabhängig von der Mutterbank agieren können.

Dies ist zum Beispiel bei der österreichischen VTB Bank der Fall. Sie ist Tochter einer russischen Bank. Sollte die österreichische VTB Bank zahlungsunfähig werden, wird deine Geldanlage im Ausland durch die österreichische Einlagensicherung geschützt – auch wenn die Mutterbank nicht in der Eurozone liegt.

Sollte die von dir bevorzugte Bank keine Tochterbank innerhalb der Eurozone haben, solltest du unbedingt prüfen, ob und wie sie dein Geld im Falle einer Bankenpleite schützt. Informiere dich, ob der Staat, in dem die Bank sitzt, eine Einlagensicherung bietet – und wenn ja bis zu welcher Höhe. Falls es in dem Land keine Einlagensicherung gibt, solltest du dich für ein anderes Finanzprodukt entscheiden. Außerdem solltest du prüfen, wie hoch das Länderrisiko des jeweiligen Landes ist. Um deine Geldanlage im Ausland optimal zu schützen, solltest du dein Geld ausschließlich in einem Land anlegen, das ein geringes Risiko aufweist.

Geldanlage im Ausland – bedenke auch die Wechselkurse

Wenn du unsere Tipps beherzigst, kannst du dich guten Gewissens für eine Geldanlage im Ausland entscheiden. Solltest du dein Geld außerhalb der Euro-Zone anlegen, solltest du zusätzlich zu unseren Tipps die Wechselkurse beachten. Durch sie kannst du zwar deutliche Gewinne erzielen – aber eben auch viel Geld verlieren. Je nachdem, ob der Kurs gerade steigt oder fällt.

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