Inkassounternehmen: Neue Regeln ab 1. November

Michaela Kiesel

Ab 1. November 2014 treten neue Regelungen für Inkassounternehmen in Kraft. Wir haben uns angeschaut, was sich für dich künftig ändert.

In Deutschland werden jedes Jahr ungefähr 20 Millionen Mahnschreiben von Inkassobüros verschickt. Diese werden von verschiedenen Stellen beauftragt, offene Forderungen einzutreiben: Zu den Auftraggebern gehören neben dem Handwerk, Finanzdienstleistern und Handelsunternehmen auch die öffentliche Hand – das ist der Staat: Also der Bund, die einzelnen Länder und Gemeinden.

Was ändert sich ab 1. November?

Um dich vor unseriösen Inkassounternehmen zu schützen, wurden Gesetze verabschiedet, die am 1. November 2014 in Kraft treten. Diese legen fest, dass Inkassoschreiben klar und verständlich formuliert sein müssen. Außerdem müssen dir in Zukunft mehr Informationen an die Hand gegeben werden: Du hast ab jetzt ein Recht darauf zu erfahren, wer das Inkassounternehmen beauftragt hat, warum der Betrag von dir gefordert wird und wie er sich zusammensetzt. Neben der ursprünglichen Summe muss das Inkassobüro dir ab jetzt mitteilen, wie hoch die fälligen Zinsen und die Inkassokosten sind. Außerdem kannst du bei den Inkassounternehmen weitere Angaben erfragen – beispielsweise die ladungsfähige Adresse des Auftraggebers: Also die Adresse, an welche die Klage zugestellt wird, falls du Anzeige erstattest.

Auch zu hoch angesetzte Forderungen sind ab jetzt nichtig: Die Kosten für ein Inkassounternehmen dürfen nämlich nicht höher sein als das, was ein Anwalt für die gleiche Dienstleitung berechnet hätte. Diese Regelungen gelten sowohl für registrierte Inkassounternehmen als auch für Anwälte, die in dem Bereich tätig werden.

Inkassounternehmen: Das nutzen dir die Änderungen

Die neuen Gesetze bringen einige Vorteile für dich mit sich: In Zukunft wird es für dich leichter, dich vor betrügerischen Inkassounternehmen zu schützen. In der Vergangenheit ist es nämlich häufig vorgekommen, dass zu hohe oder unberechtigte Forderungen gestellt wurden. Da du ab jetzt erfährst, wer der Auftraggeber ist, kannst du leichter nachvollziehen, ob die Forderung tatsächlich berechtigt ist. Auch die genaue Aufschlüsselung des Betrages bringt einen klaren Vorteil für dich mit sich: Du kannst genau erkennen, ob die Summe gerechtfertigt ist.

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