Kreditkartengebühren: Ist die kostenlose Kreditkarte Schnee von gestern?

Viele Kreditkartenanbieter werben mit der kostenlosen Kreditkarte. Doch auch wenn du auf den ersten Blick keine Kreditkartengebühren zahlen musst, stellen Banken vermehrt auf das Teilzahlungssystem um. Wir zeigen dir, welche Kreditkarten betroffen sind, wie du Gebühren sparen und die Teilzahlungsfalle umgehen kannst.

Zwar versichern dir die meisten Kreditkartenanbieter, dass ihre Kreditkarte komplett gratis und ohne anfallende Kosten ist. Oft versprechen sie zusätzlich noch, dass Automaten- und Auslandsgebühren zurückerstattet werden können. Trotzdem verstecken sich hinter Kreditkarten immer häufiger Gebühren, hohe Zinsen und unerwartete Kosten. Vor allem, wenn in deinem Vertrag von sogenannten Teilzahlungen die Rede ist, solltest du aufpassen.

Was verbirgt sich hinter Kreditkartengebühren durch Teilzahlung?

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Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei der sogenannten Teilzahlung um eine Kreditkarte mit Ratenzahlung, auch Revolving-Kreditkarte genannt. Nutzt du die Kreditkarte mit Ratenzahlung, hast du mehr als die gewöhnliche Monatsrate Zeit, um den Kredit zurückzuzahlen. Aber Vorsicht: Wie bei jedem anderen Kredit auch, fallen hier Zinsen an – im Extremfall bis zu 23%!

Wie bei jeder anderen Kreditkarte auch, erhälst du einen Verfügungsrahmen. Das können je nach Sicherheit und angespartem Geld zum Beispiel 500 Euro sein, aber auch 5.000 Euro. Bei Kreditkarten ohne Ratenzahlung wird der Betrag, den du in Anspruch genommen hast, monatlich von deinem Girokonto abgebucht.

Mit einer Revolving-Kreditkarte, sprich mit Teilzahlung, hast du nun zwei Zahlungsmöglichkeiten: Zum einen kann die monatliche Abrechnung sofort und vollständig beglichen werden, zum anderen in monatlichen Raten. Entscheidest du dich für die Variante im Raten, fallen hohe Sollzinsen an.

Ein Rechenbeispiel: Du hast mit deiner Revolving-Kreditkarte offene Rechnungsbeiträge in Höhe von 500 Euro. Zahlst du diese direkt, fallen keine zusätzlichen Zinsen an. Zahlst du in Raten, fallen nach jeder Zahlungsfrist ein festgelegter Prozentsatz an Sollzinsen an. Im Falle unserer 500 Euro siehst das wie folgt aus: Der Sollzins beträgt beispielsweise 20%, die innerhalb von 60 Tagen entstehen. Zahlst du innerhalb der 60 Tage, musst du 600 Euro zahlen! Mit jeder verstreichender Frist wird der Sollzins neu berechnet.

Achtung vor voreingestellter Teilzahlungsoption!

Stiftung Warentest warnt vor Kreditkarten mit voreingestellter Teilzahlungsoption. In der kostenlosen Vorschau der Testergebnisse heißt es: „Viele Anbieter haben mitt­lerweile die Teilzahlung im Karten­antrag voreinge­stellt. Das bedeutet, dass der Nutzer nur kleine Beträge zurück­zahlt und auf die übrige Summe hohe Zinsen zahlt. Wer seine Karte laufend nutzt, häuft so auf Dauer einen beträcht­lichen Schulden­berg an.“

Kreditkartengebühren auf einen Blick

Neben der Teilzahlung gibt es weitere Kreditkartengebühren, die beim Kreditkartenabschluss auf dich zukommen können. Grundsätzlich solltest du dir deine Vertragsunterlagen vor Abschluss genau durchlesen und mögliche anfallende Gebühren hinterfragen.

Achte vor allem auf folgende Kreditkartengebühren:

  • Jahresgebühr
    Hast du dich schon einmal bei der Sparkasse oder Volksbank über Kreditkarten informiert, ist dir bestimmt die Jahresgebühr aufgefallen. Darin enthalten sich oft Zusatzleistungen, wie eine Auslandskranken- oder Reiserücktrittversicherung. Benötigst du diese Leistungen nicht, kommt für dich eventuell eher eine kostenfreie Kreditkarte in Frage.
  • Bargeldgebühr
    Hebst du mit deiner Kreditkarte Bargeld am Automaten ab, musst du bei den meisten Banken eine Bargeldgebühr zahlen – auch wenn es ein Bankeigener Geldautomat ist.
  • Kreditkartengebühr im Ausland
    Welcher Urlauber kennt es nicht: Du zahlst oder hebst Bargeld mit deiner Kreditkarte im Ausland ab, und nach dem Urlaub warten teils horrende Kreditkartengebühren auf dich. Auslandsgebühren werden fällig, wenn du mit der Kreditkarte in einem Nicht-Euro-Land bezahlst. Zwar zahlst du in der jeweiligen Landeswährung und der Betrag wird auf deiner Kreditkartenabrechnung automatisch in Euro umgewandelt. Dabei fällt aber bei vielen Banken das Auslandseinsatzentgeld an.
  • Gebühren für das Aufladen der Prepaid-Kreditkarte
    Es gibt verschiedene kostenlose und kostenpflichtige Möglichkeiten eine Prepaid-Kreditkarte aufzuladen. Vielie Kreditkartenanbieter verlangen zum Beispiel Gebühren für das Aufladen via Kreditkartentransfer.

Normalerweise sind Jahresgebühren immer deutlich ausgeschrieben, schließlich zahlst du diese Gebühr bei Vertragsschluss. Anders sieht es mit den anderen Kreditkartengebühren aus.

Hinzu kommen Sonderzahlungen, wie zum Beispiel für eine Ersatzkarte oder für ein individuelles Karendesign, falls du das Motiv deiner Kreditkarte selbst wählen möchtest.

Hast du Fragen zu den Gebühren deines Girokontos. Dann könnte dich der Blogbeitrag Girokonto: Versteckte Kosten interessieren.

Kreditkarten im Check: Wo zahlst du drauf?

Diese Kreditkarten bieten Teilzahlung an

Immer mehr Kreditkarten bieten die Teilzahlung an. Teilweise voreingestellt, teils optional dazu wählbar. Zu den Kreditkarten ohne Voreinstellung gehören die Advanzia Bank und die Santander Consumer Bank. Voreingestelte Ratenzahlung haben Kreditkarten von Amazon (Landesbank Berlin), der Hanseatic Bank, der Ikano Bank und die Barclaycard.

Grundsätzlich gilt, dass du voreingestellte Teilzahlungen wieder abwählen kannst. Auch wenn du dich in der Vergangenheit für die Ratenzahlung entschieden hast und diese Einstellung wieder ändern möchtest, kannst du dich an deine Bank wenden und die Ratenzahlung wieder rückgängig machen.

Die Kreditkarte der regionalen Hausbank

Wie schon erwähnt, gibt es vor allem für Kreditkarten der Hausbank, wie bei zahlrechen Sparkassen und Volksbanken, hohe Jahresgebühren. Auch die Stifung Warentest rät von diesen Kreditkarten ab: „Sie sind oft teuer und kosten zwischen 20 und 30 Euro im Jahr, die Gebühr wird nur manchmal – bei vorgegebenen Umsätzen – teil­weise oder ganz erlassen. Beim Abheben am Auto­maten werden im Ausland meist 2 bis 3 Prozent der Summe, mindestens aber ein Pauschal­betrag von oft 5 Euro fällig.“

Nur diese zwei Kreditkarten gibt es komplett kostenlos

Nur die Santander Consumer Bank und die DBK bieten komplett kostenlose Kreditkarten an. Bei der Santander Consumer Bank musst du lediglich beachten, dass die Kreditkarte nicht an ein Girokonto geknüpft ist und es die Option der Teilzahlung gibt. Du als Nutzer musst deine Umsätze folglich selbst ausgleichen. Tust du das nicht, fallen hohe Zinsen an. Bei der DBK handelt es sich um eine Kreditkarte ohne Teilzahlung mit angeknüpftem kostenlosen Girokonto. Hier erwarten dich keine unerwarteten Gebühren – solange du den monatlich aufgenommenen Kredit natürlich ausgleichen kannst.

Kreditkarten von Unternehmen: Was sind die Unterschiede zu Kreditkarten von Banken?

Neben Banken und Kreditinstituten mischen sich auch immer mehr große Unternehmen wie Amazon, Ikea oder Lufthansa unter die Kreditkartenanbieter. Diese Kreditkarten funktionieren genauso wie die Kreditkarte von Banken: Sie gelten weltweit und sind bei einem Großteil aller Visa Akzeptanzstellen zur Bezahlung und Bargeldabhebung einsetzbar. Mehr Informationen zu den Kreditkarten findest du im Blog, zum Beispiel: Miles and More Kreditkarte und Ikea Kreditkarte.

Doch wie sieht es mit den Kreditkartengebühren aus? Auffällig ist, dass die meisten Kreditkarten von Unternehmen das Ratenzahlungssystem übernommen haben. Um einige Beispiele zu nennen: Die Volkswagen Bank Visa Card, die Miles&More Kreditkarte von Lufthansa, die ADAC Kreditkarte und die Amazon-Kreditkarte. Oft gehen die Unternehmenskreditkarten mit Rabatten und Vergünstigungen einher, so dass du zum Beispiel beim Abschluss der Miles&More-Kreditkarte Bonus-Meilen gutgeschrieben bekommst, bei der Ikea-Kreditkarte günstigere Konditionen für Ratenzahlungen und bei der Amazon eine Gutschrift von 30 Euro bekommst. Damit binden die Unternehmen dich, als Kreditkartennutzer, auch an ihre Produkte. Denn bekommst du Meilen gutgeschrieben, wirst du diese auch einlösen wollen. Reichen sie nicht für einen Flug, zahlst du den Restbetrag drauf. So schlägt das Unternehmen zwei Fliegen mit einer Klappe.

Das aboalarm-Fazit

Vor versteckten Kreditkartengebühren kannst du dich schützen, indem du deine Vertragsunterlagen vor dem unterschreiben gründlich durchliest. Achte darauf, ob die Kreditkarte Ratenzahlungen erlaubt und überlege dir gut, ob du die damit anfallenden Zinsen zahlen kannst und möchtest.

Die Nachteile einer Kreditkarte mit Ratenzahlung auf einen Blick:

  • Es ist ausreichend Bonität erforderlich, sprich du musst Zahlungsbereitschaft nachweisen können und
  • du musst hohe Sollzinsen zahlen, falls du die Ratenzahlung in Anspruch nimmst.

Natürlich hat eine Kreditkarte mit Ratenzahlungsfunktion auch Vorteile. Du kannst zum Beispiel über die Höhe deiner Ratenzahlungen selbst entscheiden. Andere Vorteile – wie der zinsfreie Kredit bis zum Abrechnungstag oder der Kreditrahmen zur freien Verfügung – hast du auch mit einer „normalen“ Kreditkarte.

Kreditkartengebühren: Ist die kostenlose Kreditkarte Schnee von gestern? Oft werben Baken mit kostenlosen Kreditkarten. Doch mit der Umstellung auf Teilzahlung erwarten dich hohe Sollzinsen und versteckte Kreditkartengebühren. Artikelbewertungen: 2 4.5 / 5 2