Kündigung bei Todesfall: Diese Verträge laufen weiter

Viktoriya Simkina

Bei Todesfall eines geliebten Menschen werden viele Verträge, wie ein Mietvertrag, ein Sky-Abo oder ein Telefon-und Internetanschluss, nicht mehr benötigt und doch laufen die meisten Verträge weiter und gehen auf die Erben über. Welche Verträge enden wirklich bei Todesfall? Wie kündigen Erben die Verträge richtig und welche Dokumente neben der Sterbeurkunde werden benötigt? Alles was du wissen musst, findest du hier.

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, brauchen Angehörige und Freunde eine Menge Zeit, um ihre Trauer zu bewältigen und die endgültige Trennung zu akzeptieren. Leider werden Hinterbliebene nach dem Tod eines Familienmitglieds schnell mit bürokratischen Angelegenheiten konfrontiert. Nicht nur die Organisation der Bestattung lastet auf den Schultern der Familie, auch andere Formalitäten, wie Erbangelegenheiten oder die Kündigung von Verträgen und Versicherungen müssen erledigt werden. Den wenigsten ist bewusst, dass Verträge, Mitgliedschaften und Abonnements auch nach dem Tod einer Person ganz normal weiterlaufen und Kosten verursachen, die von den Erben getragen werden müssen. Hier erfährst du, wie du Verträge nach dem Ableben eines Angehörigen beendest und was du bei einer Kündigung bei Todesfall berücksichtigen solltest.

 Kündigung bei Todesfall: Enden nicht alle Verträge automatisch?

Nein. Auch nach dem Ableben eines Menschen laufen die meisten Verträge weiter. Fachanwalt Holger Loos informiert, dass mit dem Tod ausschließlich „höchstpersönliche Rechtsgeschäfte beziehungsweise Verträge“ automatisch enden. Das heißt, nur Vertragsvereinbarungen, bei denen nur der Verstorbene die Leistung erbringen kann, also zum Beispiel der Arbeitsvertrag, Vereinsmitgliedschaften, der Pflegevertrag mit ambulantem Pflegedienst oder aber der Ehevertrag.

Alle andere Verträge und Abonnements laufen nach dem Tod weiter und gehen auf Erben über. Diese Verträge erfordern beispielsweise eine Kündigung bei Todesfall:

  • Mietvertrag
  • Internet- und Telefon
  • Mobilfunkvertrag
  • Bankkonten (Giro, Tagesgeld)
  • Mitgliedschaften (Fitnessstudio, Sonnenstudio, Sportverein)
  • Pay-TV
  • Strom- oder Gasanschluss
  • Versicherungen
  • Zeitungs- und Zeitschriften-Abonnements

Auch Online-Dating-Abos zählen normalerweise zu den weiterlaufenden Verträgen. Rechtsanwalt Holger Loos sieht die Sache allerdings kritisch. Seiner Ansicht nach könnten auch Verträge mit einem Online-Dating-Portal ein höchstpersönliches Rechtsgeschäft darstellen, „denn was ist höchstpersönlicher als Dating?“ Bislang gibt es jedoch noch keine Rechtsprechung zu Online-Dating-Veträgen bei Todesfall.

Versicherungen bei Todesfall: Vorsicht Frist!

Vorsicht! Versicherungen verlangen oft besondere Bedingungen. Lebensversicherungen müssen innerhalb von ein bis spätestens drei Tagen über den Tod informiert werden, sonst können Leistungen verweigert werden. Umso schneller der Todesfall gemeldet wird, umso besser. Neben der Sterbe- und der Geburtsurkunde müssen der Versicherungsschein und ein amtsärztliches Zeugnis über die Todesursache beigelegt werden. Wir empfehlen dir unbedingt eine Kopie des Versicherungsschein anzufertigen!

Unfallversicherungen sind bei innerhalb von 48 Stunden zu informieren, wenn der Versicherte durch einen Unfall ums Leben gekommen ist! Die Versicherungssumme wird anschließend an die per Vertrag berechtigte Person ausgezahlt. Die Frist solltest du aber unbedingt einhalten.

Die gesetzliche oder private Krankenversicherung endet automatisch, die Rückgabe der Versicherungskarte und das Abmelden bei der Krankenversicherung reichen im Todesfall aus. Mitversicherte haben 2 Monate Zeit um sich für ein Weiterführen des Vertrages zu entscheiden. Die Haftpflichtversicherung endet ebenfalls automatisch, außer es gibt Mitversicherte, dann läuft die Versicherung bis zum Ende der laufenden Beitragsperiode weiter.

Wann gibt es Sonderkündigungsrechte bei Todesfall?

Im Falle einer Kündigung bei Todesfall sind Sonderkündigungsregelungen lediglich beim Mietvertrag vorgesehen.

Die Kündigung der Wohnung bei Todesfall muss innerhalb eines Monats nach Kenntnisnahme des Ablebens erfolgen, dann wird der Mietvertrag unter Einhaltung der dreimonatigen Kündigungsfrist beendet.

Ein generelles Sonderkündigungsrecht bei Todesfall gibt es leider nicht, grundsätzlich müssen alle Verträge und Mitgliedschaften unter Einhaltung der jeweiligen Kündigungsfrist beendet werden. Bei vielen Verträgen kann es aber durchaus sein, dass in den AGB auf Sonderregelungen im Todesfall hingewiesen wird. Wir raten dir, das Gespräch mit dem jeweiligen Anbieter oder Vertragspartner zu suchen. Oft zeigen sich die Firmen bei Todesfall kulant und akzeptieren die fristlose Kündigung, auch wenn sie nicht dazu verpflichtet wären. Vor allem Mobilfunk-, Telefon-, Zeitschriften-. Zeitungs- oder Sky-Verträge können so bei Todesfall beendet werden.

Kündigung bei Todesfall: Was ist zu beachten?

Wenn du eine Kündigung bei Todesfall abschicken möchtest, solltest du wissen, dass eine der Kündigung beigelegte Sterbeurkunde dafür nicht ausreicht. Nach dem § 1922 BGB geht mit dem Tod einer Person deren Vermögen als Ganzes auf den oder die Erben über. Das bedeutet, dass die Erben als so genannte Rechtsnachfolger in sämtliche Vertragsverhältnisse eintreten, die der Erblasser zu Lebzeiten begründet hatte. Somit musst du dich bei einer Kündigung bei Todesfall als Erben ausweisen, um Verträge des Verstorbenen beenden zu können. Das geht zum Beispiel mit dem Erbschein oder einem anderen, dich als Erben ausweisenden Dokument. Wenn es keine Erben gibt, übernimmt übrigens der Staat die Kündigung sämtlicher Verträge – dabei gelten aber auch keine Sonderregelungen, sondern die regulären Kündigungsfristen. In einigen Fällen müssen auch die originalen Vertragsunterlagen vorgelegt werden, so bestehen viele Versicherungen auf dem originalen Versicherungsschein, wie bereits angesprochen wurde.
Bei anderen Verträgen kann es aber durchaus sein, dass in den AGB auf Sonderregelungen im Todesfall hingewiesen wird.
Das Bankkonto des Verstorbenen wird im Todesfall des Kontoinhabers automatisch in ein Nachlasskonto umgewandelt und bleibt gesperrt bis die Erben einen gültigen Erbschein vorlegen können. Alle Daueraufträge werden dabei weiterhin durchgeführt.

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Stirbt ein naher Angehöriger oder Freund ist das immer ein Verlust. Umso Wichtiger ist es für die trauernden Angehörigen, alle Formalien und Kündigungen schnell und sicher abwickeln zu können. Einfach und ohne großen Aufwand kündigst du alle Verträge, Mitgliedschaften und Abonnements bei Todesfall mit der aboalarm Kündigungsvorlage. Ergänze die notwendigen Vertragsangaben und den deutlichen Hinweis, dass es sich um eine Kündigung bei Todesfall handelt. Versende die Musterkündigung am Besten als Einschreiben mit Rückschein an den jeweiligen Anbieter. Achte unbedingt darauf die Sterbeurkunde, den Erbschein und alle weiteren geforderten Dokumente mitzusenden!

Wie kann ich vorsorgen?

Auch wenn höchstpersönliche Verträge wie Arbeits-, Pflege- oder Ehevertrag mit dem Todesfall beendet werden, müssen alle andere Verträge von Angehörigen gekündigt werden. Das erfordert viel Anstrengung, besonders in Zeiten eines schweren Verlustes. Wer vorsorgen möchte, kann seiner Familie eine Liste mit allen bestehenden Verträgen sowie eine kurze Anweisung hinterlassen, welche Verträge im Todesfall gekündigt werden sollten. Wenn du dir selbst nicht sicher bist, wie viele Abos und Verträge du abgeschlossen hast, kannst du das mit unserem Vertragscheck schnell und kostenlos herausfinden. Nach einigen Minuten bekommst du von uns eine Auswertung mit allen wiederkehrenden Abbuchungen auf deinem Konto und kannst dementsprechend handeln und deine Angehörigen informieren.

Kündigung bei Todesfall: Diese Verträge laufen weiter Viele Verträge laufen auch nach dem Tod eines Angehörigen weiter. Wir sagen dir, was bei einer Kündigung bei Todesfall zu beachten ist.  Artikelbewertungen: 5 3.8 / 5 5