Lässt sich das Homeoffice von der Steuer absetzen?

Julia Mohr

Bis zum Abgabetermin der Steuererklärung 2020 ist es noch eine ganze Weile hin. Du bist momentan im Homeoffice? Dann kann es sich lohnen, bereits jetzt einige Dinge für die Steuererklärung zu beachten.  

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In den vergangenen Monaten wurden bei zahlreichen Arbeitnehmern die eigenen vier Wände zum Büro. Das Homeoffice wurde zur Alltagsroutine. Durch die lange Zeit zuhause entstehen aber auch Kosten, wie zum Beispiel Materialkosten für benötigte Arbeitsmittel. Da bleibt nun die Frage offen, ob sich davon etwas von der Steuer absetzen lässt. Wir erklären dir, was du unter welchen Voraussetzungen von der Steuer absetzen kannst und was du im Falle von Kurzarbeit bei deiner Steuerklärung beachten solltest. 

Ist Kurzarbeitergeld steuerfrei? 

Grundsätzlich ja. Steuern zahlst du nur auf das Gehalt, das du während der Kurzarbeit von deinem Arbeitgeber erhältst. Denn das Kurzarbeitergeld gehört zu den Lohnersatzleistungen, welche dem Progressionsvorbehalt unterliegen. Dies bedeutet, dass der eigentliche Lohn und das Kurzarbeitergeld addiert werden. Für diese Summe wird dann ein Steuersatz berechnet, der auf den eigentlichen Lohn (ohne Kurzarbeitergeld) angewendet wird.  

Wichtig zu wissen ist, dass auch für Lohnersatzleistungen während der Kurzarbeit eine Steuererklärungspflicht besteht: Wenn du innerhalb eines Jahres eine Lohnersatzleistung (Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld) von mehr als 410€ erhältst, bist du verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. Stichtag für die Lohnsteuererklärung ist der 31.Juli 2021. Laut smartsteuer.de ist die Wahrscheinlichkeit, dass du für das Kurzarbeitergeld eine Steuererstattung erhalten könntest, ist relativ hoch.  

Die Abgabe der Steuererklärung für dieses Jahr lohnt sich aber besonders, wenn du eine Zeit lang aus dem Homeoffice gearbeitet hast.  

Welche Dinge es hierbei zu beachten gilt, erklären wir dir im folgenden Abschnitt. 

Definition Arbeitszimmer in der Steuererklärung

Um die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer von der Steuer absetzen zu können, gibt es einiges zu beachten. Wir haben die wichtigsten Punkte für dich zusammengefasst:  

  • Häusliche VerbindungLaut § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 b Satz 1 des EStG muss das Arbeitszimmer nach Lage, Funktion und Ausstattung in das Haus / die Wohnung eingebaut sein. Auch Kellerräume oder das Dachgeschoss gelten als Arbeitsräume. Das trifft nicht zu, wenn die Ausstattung und Funktion dieser Räume keinem Büroraum entsprechen. Eine Arbeitsecke ist nicht ausreichend, da es sich nicht um einen abgeschlossenen Raum handelt.  
  • Berufliche NutzungLaut Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) ist das Arbeitszimmer für gedankliche, schriftliche, verwaltungstechnische oder organisatorische Arbeiten, aber auch für geistige, künstlerische oder schriftstellerische Arbeiten vorgesehen. Die Nutzung muss fast ausschließlich von beruflicher Art sein, eine private Nutzung ist nur zu 10% erlaubt, ansonsten ist kein Abzug möglich (Urteil vom 17.2.2016, X R 26/13).   
  • Homeoffice ist verpflichtendDie Voraussetzungen laut finanztip.de sind, dass dein Arbeitgeber dich ins Homeoffice geschickt hat und dein Arbeitsplatz in der Firma dir nicht zugänglich ist. 

Am besten lässt du dir von deinem Arbeitgeber eine Bescheinigung dafür ausstellen, dass dieser dich in Heimarbeit geschickt hat. In dem Schreiben sollten die Arbeitstage und der Zeitraum vermerkt sein.

Wenn du notgedrungen ins Homeoffice umziehen musstest, aber auf die Schnelle keine Möglichkeit hattest, dir ein Arbeitszimmer einzurichten, kannst du die Kosten dafür auch im nächsten Jahr geltend machen. Der Bund der Steuerzahler setzt sich außerdem dafür ein, dass die Vorgaben für das Homeoffice aufgrund der Corona-Krise gelockert werden.  

 Als Nachweis für deine Heimarbeit solltest du deinen Arbeitsplatz für die Steuererklärung 2020 dokumentieren: Fotografiere dazu täglich und am besten zu unterschiedlichen Zeiten deinen Arbeitsplatz. Damit erhöht du deine Chance, die Kosten für dein Homeoffice vom Finanzamt erstattet zu bekommen.

Welche Kosten sind absetzbar, welche nicht? 

Eigentlich gilt für Aufwendungen, die durch das Arbeiten im Homeoffice entstehen, ein Abzugsverbot. Wenn dir aber, wie es zu Corona-Zeiten der Fall ist, kein anderer Arbeitsplatz als der heimische zur Verfügung steht, kannst du pro Jahr 1.250€ als Werbungskosten von der Steuer geltend machen.

Anteilige Kosten: Laut Aussage der Seite finanztip.de kannst du die Kosten für dein Homeoffice anteilig als Werbungs- oder Betriebskosten geltend machen. Berechne dazu den prozentualen Anteil des Arbeitszimmers an deiner Gesamtwohnfläche. Wenn das Arbeitszimmer zum Beispiel 25% der Wohnfläche ausmacht, kannst du 25% der Miet-, Neben- und Hausratskosten absetzen. Darunter fallen laut folgende Kosten für Mieter und Eigentümer

Mieter:  

  • Miete 
  • Wasser-, Abwasser- und Energiekosten 
  • Reinigungskosten 
  • Grundsteuer 
  • Müllabfuhrgebühren 
  • Mietvereinsbeiträge  
  • Fehlbelegungsabgabe  
  • Wohngebäude- und Hausratsversicherung  

Eigentümer

  • Die Gebäudeabschreibung 
  • Grundsteuer 
  • Wasser-, Abwasser- und Energiekosten 
  • Schuldzinsen für Kredite, die zur Herstellung, Anschaffung oder Reparatur des Gebäudes oder Hauses verwendet wurden 
  • Schornsteinfegergebühren 
  • Rechtsschutzversicherung  
  • Haus- und Grundeigentümerverein 
  • Renovierungskosten für das gesamte Haus oder die Allgemeinflächen 
  • Wohngebäude- und Hausratsversicherung 

Wenn du für berufliche Zwecke deinen eigenen Internet– und Telefonanschluss nutzt, kannst du 20% oder maximal 20€ pro Monatsrechnung ebenfalls als Werbungskosten geltend machen.  

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Voll abzugsfähige Kosten: Die bereits aufgeführten Kosten können laut finanztip.de lediglich einmalig oder anteilig von der Steuer abgesetzt werden

Renovierungskosten hingegen, sowie eine Ausstattung für das Arbeitszimmer, dürfen im vollen Umfang geltend gemacht werden. Kosten für die Einrichtung, wie Bürostuhl, Regale, etc. kannst du als Werbungskosten ebenfalls voll absetzen.  

Höchstbetrag ist personenbezogen: Der Höchstbetrag für die steuerliche Absetzung eines Arbeitszimmers liegt bei 1.250€ pro Person: Wenn ein Paar gemeinsam ein Arbeitszimmer nutzt, können beide jeweils den Höchstbetrag steuerlich geltend machen. Dieser Höchstbetrag gilt jedoch auch dann, wenn du mehrere Arbeitszimmer nutzt.   

Egal, ob dein Arbeitszimmer vom Finanzamt anerkannt wird oder nicht, Arbeitsmittel kannst du immer von der Steuer absetzen.  Es ist dabei egal, wo genau sich diese Dinge in deiner Wohnung befinden, solange du sie ausschließlich für berufliche oder betriebliche Zwecke verwendest. Wenn sie nicht mehr als 952 Euro inklusive Mehrwertsteuer kosten, können sie als geringwertige Wirtschaftsgüter abgesetzt werden. Dinge, die mehr kosten, musst du über die Nutzungsdauer abschreiben. Die Nutzungsdauer für Büromöbel liegt zum Beispiel bei 13 Jahren. Mehr Infos dazu findest du in der AFA – Regelung für Absetzung für Abnutzung.  

Fazit 

Die Abgabe der Steuererklärung 2020 lohnt sich wegen der besonderen Umstände während der Corona-Zeit auf jeden Fall. Es ist jedoch wichtig, dass du dich gut darauf vorbereitest, dadurch steigen deine Chancen auf eine Steuererstattung. Diese zwei Dinge sind besonders wichtig:  

  1. Dokumentiere deinen Arbeitsplatz so oft wie möglich, am besten zu verschiedenen Uhrzeiten. Dadurch hast du einen Nachweis für die Nutzung des Homeoffice gegenüber dem Finanzamt  
  1. Lass dir von deinem Arbeitgeber eine Bescheinigung ausstellen, dass dieser dich in die Heimarbeit geschickt hat. Am besten sollte diese Bescheinigung den genauen Zeitraum der Arbeit zuhause enthalten  

Mehr über Infos zu Kosten, die im Homeoffice entstehen, findest du in diesem Blogpost: Stromrechnung zu hoch wegen Corona? So viel kostet Home Office 

Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei unseren Artikeln lediglich um redaktionelle Inhalte zum Zwecke der Information handelt, die keinerlei Rechtsberatung oder ähnliches darstellen.