Lässt sich das Homeoffice von der Steuer absetzen?

Julia Mohr

Du hast aufgrund von Corona länger von zuhause gearbeitet oder abeitest generell aus dem Homeoffice? Das kann sich für deine Steuer lohnen!

Was ist aboalarm?
  • sichere Kündigung
  • sofortiger Versand
  • Wichtiger Zugangsnachweis
  • Hilfe bei Problemen
Jetzt mehr erfahren
aboalarm App

Ob unterwegs oder bequem auf dem Sofa, noch nie war Kündigen so einfach wie mit der aboalarm-App.

Jetzt mehr erfahren
In den vergangenen Monaten wurden bei zahlreichen Arbeitnehmern die eigenen vier Wände zum Büro. Das Homeoffice wurde zur Alltagsroutine. Durch die lange Zeit zuhause entstehen aber auch Kosten, wie zum Beispiel Materialkosten für benötigte Arbeitsmittel. Da bleibt nun die Frage offen, ob sich das Arbeiten aus dem Homeoffice von der Steuer absetzen lässt. Wir erklären dir, was du unter welchen Voraussetzungen absetzen kannst und was du im Falle von Kurzarbeit bei deiner Steuerklärung beachten solltest.

Ist Kurzarbeitergeld steuerfrei?

Grundsätzlich ist Kurzarbeitergeld steuerfrei. Steuern zahlst du nur auf das Gehalt, das du während der Kurzarbeit von deinem Arbeitgeber erhältst. Denn das Kurzarbeitergeld gehört zu den Lohnersatzleistungen, welche dem Progressionsvorbehalt unterliegen. Dies bedeutet, dass der eigentliche Lohn und das Kurzarbeitergeld addiert werden. Für diese Summe wird dann ein Steuersatz berechnet, der auf den eigentlichen Lohn (ohne Kurzarbeitergeld) angewendet wird.

Wichtig zu wissen: Auch für Lohnersatzleistungen während der Kurzarbeit besteht eine Steuererklärungspflicht. Wenn du innerhalb eines Jahres eine Lohnersatzleistung (Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld) von mehr als 410€ erhältst, bist du verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. Stichtag für die Lohnsteuererklärung ist der 31.Juli 2021. Laut smartsteuer.de ist die Wahrscheinlichkeit, dass du für das Kurzarbeitergeld eine Steuererstattung erhalten könntest, ist relativ hoch.

Die Abgabe der Steuererklärung für dieses Jahr lohnt sich aber besonders, wenn du eine Zeit lang aus dem Homeoffice gearbeitet hast.

Welche Dinge es beim Thema Homeoffice und Steuer zu beachten gilt, erklären wir dir im folgenden Abschnitt.

Definition Arbeitszimmer in der Steuererklärung

Um die Kosten für das häusliche Homeoffice von der Steuer absetzen zu können, gibt es einiges zu beachten. Wir haben die wichtigsten Punkte für dich zusammengefasst:

  • Häusliche Verbindung: Laut § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 b Satz 1 des EStG muss das Arbeitszimmer nach Lage, Funktion und Ausstattung in das Haus / die Wohnung eingebaut sein. Auch Kellerräume oder das Dachgeschoss gelten als Arbeitsräume. Das trifft nicht zu, wenn die Ausstattung und Funktion dieser Räume keinem Büroraum entsprechen. Eine Arbeitsecke ist nicht ausreichend, da es sich nicht um einen abgeschlossenen Raum handelt.
  • Berufliche Nutzung: Laut Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) ist das Arbeitszimmer für gedankliche, schriftliche, verwaltungstechnische oder organisatorische Arbeiten, aber auch für geistige, künstlerische oder schriftstellerische Arbeiten vorgesehen. Die Nutzung muss fast ausschließlich von beruflicher Art sein, eine private Nutzung ist nur zu 10% erlaubt, ansonsten ist kein Abzug möglich (Urteil vom 17.2.2016, X R 26/13).
  • Homeoffice ist verpflichtend: Die Voraussetzungen laut finanztip.de sind, dass dein Arbeitgeber dich ins Homeoffice geschickt hat und dein Arbeitsplatz in der Firma dir nicht zugänglich ist.

Lass dir von deinem Arbeitgeber eine Bescheinigung ausstellen, dass dieser dich in Heimarbeit geschickt hat. In dem Schreiben sollten die Arbeitstage und der Zeitraum vermerkt sein.

Wenn du notgedrungen ins Homeoffice umziehen musstest, aber auf die Schnelle keine Möglichkeit hattest, dir ein Arbeitszimmer einzurichten, kannst du die Kosten dafür im nächsten Jahr in der Steuer geltend machen. Der Bund der Steuerzahler setzt sich außerdem dafür ein, dass die Vorgaben für das Homeoffice aufgrund der Corona-Krise gelockert werden.

Als Nachweis für deine Heimarbeit solltest du deinen Arbeitsplatz für die Steuererklärung 2020 dokumentieren: Fotografiere dazu täglich und am besten zu unterschiedlichen Zeiten deinen Arbeitsplatz. Damit erhöht du deine Chance, die Steuer für dein Homeoffice vom Finanzamt erstattet zu bekommen.

Welche Homeffice-Kosten sind von der Steuer absetzbar, welche nicht?

Eigentlich gilt für Aufwendungen, die durch das Arbeiten im Homeoffice entstehen, ein Abzugsverbot. Wenn dir aber, wie es zu Corona-Zeiten der Fall ist, kein anderer Arbeitsplatz als der heimische zur Verfügung steht, kannst du pro Jahr 1.250 € als Werbungskosten für das Homeoffice von der Steuer geltend machen.

Anteilige Kosten: Laut Aussage von finanztip.de kannst du die Kosten für dein Homeoffice anteilig als Werbungs- oder Betriebskosten geltend machen. Berechne dazu den prozentualen Anteil des Arbeitszimmers an deiner Gesamtwohnfläche. Wenn das Arbeitszimmer zum Beispiel 25 % der Wohnfläche ausmacht, kannst du 25 % der Miet-, Neben- und Hausratskosten absetzen.

Je nachdem, ob du Mieter oder Eigentümer bist, fallen unterschiedliche Kosten darunter.

Steuerlich absetzbare Kosten für Mieter

  • Miete
  • Wasser-, Abwasser- und Energiekosten
  • Reinigungskosten
  • Grundsteuer
  • Müllabfuhrgebühren
  • Mietvereinsbeiträge
  • Fehlbelegungsabgabe
  • Wohngebäude- und Hausratsversicherung

Für Eigentümer steuerlich absetzbare Kosten

  • Die Gebäudeabschreibung
  • Grundsteuer
  • Wasser-, Abwasser- und Energiekosten
  • Schuldzinsen für Kredite, die zur Herstellung, Anschaffung oder Reparatur des Gebäudes oder Hauses verwendet wurden
  • Schornsteinfegergebühren
  • Rechtsschutzversicherung
  • Haus- und Grundeigentümerverein
  • Renovierungskosten für das gesamte Haus oder die Allgemeinflächen
  • Wohngebäude- und Hausratsversicherung

Wenn du für berufliche Zwecke deinen eigenen Internet– und Telefonanschluss nutzt, kannst du 20% oder maximal 20€ pro Monatsrechnung ebenfalls als Werbungskosten geltend machen.

Du zahlst ohnehin zu viel für deinen Telefon- und Internetanschluss? Dann sieh dich nach einem günstigeren Anbieter um und kündige deinen aktuellen Anbieter. Ganz einfach geht die Kündigung mit unserer anwaltlich geprüften Kündigungsvorlage.

  1. Suche deinen Anbieter in unserer Datenbank
  2. Fülle die markierten Felder in unserer Kündigungsvorlage aus
  3. Versende mit aboalarm und erhalte einen Nachweis über den Versand deiner Kündigung – dieser dient dir als Beleg, falls es zu Problemen mit einem Anbieter kommen sollte

Voll Steuerabzugsfähige Kosten im Homeoffice

Die bereits aufgeführten Kosten können laut finanztip.de lediglich einmalig oder anteilig von der Steuer abgesetzt werden. Renovierungskosten sowie eine Ausstattung für das Arbeitszimmer dürfen hingegen in vollem Umfang geltend gemacht werden. Kosten für die Einrichtung wie Bürostuhl, Regale etc. kannst du als Werbungskosten ebenfalls voll absetzen.

Höchstbetrag ist personenbezogen: Der Höchstbetrag für die steuerliche Absetzung eines Arbeitszimmers liegt bei 1.250€ pro Person: Wenn ein Paar gemeinsam ein Arbeitszimmer nutzt, können beide jeweils den Höchstbetrag steuerlich geltend machen. Dieser Höchstbetrag gilt jedoch auch dann, wenn du mehrere Arbeitszimmer nutzt.

Egal, ob dein Arbeitszimmer vom Finanzamt anerkannt wird oder nicht: Arbeitsmittel im Homeoffice kannst du immer von der Steuer absetzen. Es ist dabei egal, wo genau sich diese Dinge in deiner Wohnung befinden, solange du sie ausschließlich für berufliche oder betriebliche Zwecke verwendest. Wenn sie nicht mehr als 952 Euro inklusive Mehrwertsteuer kosten, können sie als geringwertige Wirtschaftsgüter abgesetzt werden. Dinge, die mehr kosten, musst du über die Nutzungsdauer abschreiben. Die Nutzungsdauer für Büromöbel liegt zum Beispiel bei 13 Jahren. Mehr Infos dazu findest du in der AFA – Regelung für Absetzung für Abnutzung.

Fazit

Die Abgabe der Steuererklärung 2020 lohnt sich wegen der besonderen Umstände während der Corona-Zeit auf jeden Fall. Es ist jedoch wichtig, dass du dich gut darauf vorbereitest, dadurch steigen deine Chancen auf eine Steuererstattung. Diese zwei Dinge sind besonders wichtig:

  1. Dokumentiere deinen Arbeitsplatz so oft wie möglich, am besten zu verschiedenen Uhrzeiten. Dadurch hast du einen Nachweis für die Nutzung des Homeoffice gegenüber dem Finanzamt
  2. Lass dir von deinem Arbeitgeber eine Bescheinigung ausstellen, dass dieser dich in die Heimarbeit geschickt hat. Am besten sollte diese Bescheinigung den genauen Zeitraum der Arbeit zuhause enthalten

Mehr über Infos zu Kosten, die im Homeoffice entstehen, findest du in diesem Blogpost: Stromrechnung zu hoch wegen Corona? So viel kostet Home Office

Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei unseren Artikeln lediglich um redaktionelle Inhalte zum Zwecke der Information handelt, die keinerlei Rechtsberatung oder ähnliches darstellen.