Schufa Klausel: Was du wissen musst

Simone Groß

Wer z.B. einen Mobilfunkvertrag abschließen will, muss in der Regel die so genannte Schufa Klausel akzeptieren.  Was ist eine Schufa Klausel? Eine Übersicht.

Die Schufa Klausel begegnet dir zum Beispiel, wenn du einen Handyvertrag abschließen willst, ein Konto eröffnen willst oder bei einem Leasingvertrag. Hier erklären wir dir, was die Schufa Klausel beinhaltet, welche Rechte du dem Handyanbieter oder der Bank durch sie gibst und was passiert, wenn du die Klausel nicht unterschreibst oder aus dem Vertrag streichst.

Schufa Klausel Muster: So könnte die Klausel aussehen

Im Screenshot haben wir für dich eine typische Schufa Klausel aus einem Mobilfunkvertrag (ein Klick auf das Bild vergrößert den Screenshot):

Schufaklausel eines Mobilfunkvertrags

Telekommunikationsfirmen aber auch Banken oder Leasing-Unternehmen gehören häufig zu den Vertragspartnern der Schufa und sind daher berechtigt, Auskünfte über potentielle Kunden von der Schufa zu bekommen und geben Informationen an sie weiter. Über dieses Vorgehen muss in der Schufa Klausel  informiert werden und du als Kunde musst zustimmen.

Die Schufaklausel muss immer angeben, in welcher Form ein Unternehmen mit der Schufa zusammenarbeitet, welche Daten an die Schufa weitergegeben werden und welche Informationen die Schufa herausgibt.

Kann ich die Schufa Klausel ablehnen oder streichen?

Ein Datenaustausch zwischen Schufa und Unternehmen darf nur dann erfolgen, wenn du als Kunde eingewilligt hast – sprich, du musst die Schufa Klausel unterschreiben. Willst du das nicht, hast du die Möglichkeit, die Schufa Klausel nicht zu unterschreiben beziehungsweise den AGB, die diese Klausel enthalten, nicht zuzustimmen.  Allerdings kommt dann höchstwahrscheinlich kein Vertrag zustande, sagt die Kreditexpertin Beate Weiser bei spiegel.de.

Muss der Mobilfunkanbieter nämlich auf die Bonitätsauskunft verzichten, vermutet er, dass du deine schlechte Bonität verheimlichen willst.

Aber auch, wenn du der Klausel zustimmst kann es sein, dass kein Vertrag zustande kommt. Nämlich dann, wenn  bei der Schufa mehr negative als positive Einträge über dich gespeichert sind. Mehr dazu, welche Merkmale zu positiven und welche zu negativen Einträgen führt, erfährst du weiter unten.

Wie erhalte ich einen Handyvertrag oder einen Kredit ohne Schufa-Auskunft?

Vor unseriösen Anbietern von Krediten und Handyverträgen ohne Schufa-Auskunft möchten wir dir hier unbedingt abraten. Gerade die Kredite sind oft überteuert und haben versteckte Kosten in Form von hohen Bearbeitungsgebühren oder Kreditnebenkosten, berichtet Bankmitarbeiter.de.

Willst du trotz negativem Schufa-Eintrag nicht auf ein Handy verzichten, bietet ein PrePaid-Vertrag eine gute Möglichkeit. Diesen bezahlst du im Voraus, daher wird keine Schufa-Auskunft benötigt.
Außerdem solltest du dich bei deinem Wunsch-Anbieter auch nach alternativen Vertragsmodellen für Leute mit negativem Schufa-Eintrag erkundigen. Laut toptarif.de bieten einige Anbieter Kautionsmodelle oder Handyverträge ohne feste Laufzeit an.

Schufa Klausel: Fazit

Letztendlich ist es schwierig, die Schufa Klausel nicht zu unterschreiben oder ihr nicht zuzustimmen. Denn die Konsequenz ist meist, dass der Vertrag, den du willst, nicht zustande kommt. Dadurch wollen sich die Anbieter natürlich vor nicht zahlenden Kunden schützen und sichergehen, dass du dir den Vertrag auch leisten kannst. Hast du eine negative Schufa-Auskunft ist es natürlich sehr ärgerlich, wenn deswegen kein Vertrag geschlossen werden kann. Doch genau genommen schützt dich das so auch vor weiteren Rechnungen, die du eventuell nicht bezahlen kannst.

Weiche stattdessen lieber auf ein PrePaid Handy aus oder verzichte zunächst auf größere Anschaffungen, für die du einen Kredit benötigen würdest.

Allgemeine Infos zur Schufa

Was ist die Schufa?

Die Schufa ist die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Sie ist eine sogenannte Auskunftei, ein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen, die Auskünfte über die Kredtiwürdigkeit (die sogenannte Bonität) über Personen und Unternehmen an vertragsgebundene Unternehmen weitergibt. Die Schufa darf also ihre Informationen nur an jene Unternehmen weitergeben, die einen Vertrag mit ihr haben. Das Ziel ist, die Vertragspartner vor Kreditausfällen zu schützen. Die Wiesbadener Aktiengesellschaft Schufa hat Verträge mit etwa 4.500 Banken, Versandhandelsunternehmen oder Telekommunikationsanbietern abgeschlossen und Daten von etwa zwei Drittel aller Bundesbürger gesammelt.

Welche Daten speichert die Schufa und wie lange?

Die Schufa speichert persönliche Daten wie Vor- und Nachname, Geburtsdatum und -ort, aktuelle und alte Anschriften. Finanzielle Daten unterscheidet die Schufa nach Positiv- und Negativmerkmalen.

So genannte Positivmerkmale sind etwa laufende Bankkonten, Mobilfunkverträge, Leasingverträge, Kredite, Bürgschaften oder Ratenzahlungskredite. Auch Anfragen auf Kontoeröffnung oder die Laufzeit von Krediten – unabhängig davon, ob ein Vertrag zustande kommt – Vertragskündigungen oder Kartenrückgaben werden gespeichert.

Negativmerkmale sind Konto- oder Kartenkündigung wegen missbräuchlicher Verwendung, ungedeckte Schecks, beantragte Mahnbescheide oder Kreditkündigung wegen Verzugs von mindestens zwei Raten.

Nicht gespeichert werden Familienstand, Beruf und Arbeitgeber sowie Daten zum Einkommen und dem bereits vorhandenen Vermögen.

Die Daten dürfen unterschiedliche lange gespeichert werden. Wird ein Bankkonto vom Kunden gekündigt, muss dies sofort aus der Schufa-Datenbank gelöscht werden. Die Anfrage auf Eröffnung eines Kontos muss hingegen erst nach einem Jahr gelöscht werden und Daten über Kredite müssen sogar erst drei Jahre nach vollständiger Rückzahlung entfernt werden.

Informationspflicht über Schufa-Eintrag

Seit dem 1. April 2010 hat sich die Gesetzeslage zugunsten der Verbraucher geändert. Unternehmen müssen seither ankündigen, wenn sie eine Negativmeldung bei der Schufa vorhaben. Ist ein Kunde in Zahlungsverzug, muss er darüber informiert werden, dass ein Negativeintrag ansteht. Somit hat er die Möglichkeit, die Zahlung nachzuholen und den gefürchteten „Schufa-Eintrag“ zu verhindern.

Der Schufa-Score

Neben den Daten zur Bonität, steht in der Schufa-Auskunft der sogenannte Schufa-Score. Dieser ist ein Wert über die Kreditwürdigkeit. Er liegt zwischen 0 und 100 und je höher er ist, desto besser wird die Kreditwürdigkeit eingeschätzt. „Beim Scoring wird anhand von gesammelten Erfahrungen aus der Vergangenheit eine möglichst zuverlässige und objektive Prognose für die Zukunft erstellt,“ heißt es in den Schufa-FAQ. Dazu fließen alle bei der Schufa gespeicherten Daten ein – die positiven und die negativen.

Die Schufa gibt keine Auskunft darüber, wie sich der Score genau errechnet. Das Verfahren wird jedoch laut Schufa regelmäßig von Universitäten und unabhängigen Fachinstituten überprüft und für aussagekräftig befunden. Der eigene Score kann nicht beeinflusst werden.

Wie erfahre ich, welche Daten über mich gespeichert sind?

Im Bundesdatenschutzgesetz ist geregelt, dass die Schufa einmal im Jahr eine kostenlose Auskunft ihrer gespeicherten Daten an Privatpersonen herausgeben muss. Das Bestellformular zur Datenübersicht nach §34 Bundesdatenschutz kann hier heruntergeladen werden.

Erfahre hier, wie du kostenlos eine Schufa-Auskunft anfordern kannst.

Um nicht fälschlicherweise als Risikokunde zu gelten und damit gegebenenfalls als Handyvertragskunde abgelehnt zu werden, wird empfohlen, die Eigenauskunft tatsächlich einmal jährlich einzuholen. Nur dann besteht die Möglichkeit, falsche und/oder alte Eintragungen löschen zu lassen. „Aktuelle Test haben leider gezeigt, dass die Daten in der Schufa und bei den anderen Auskunfteien unvollständig, veraltet oder schlichtweg falsch sind. Daher ist es sehr empfehlenswert, die bei der Schufa eingetragenen Daten einmal im Jahr zu kontrollieren.“ Die Verbraucherzentrale Bremen hat einen Musterbrief formuliert, mit dem die Löschung falscher, alter oder nicht aktueller gespeicherter Daten bei der Schufa beantragt werden kann.

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