Kosten statt Kredit: Unseriöse Kreditvermittler versprechen das große Geld

Gerade Menschen mit negativer Kreditwürdigkeit geraten bei ihrer Suche nach einem Weg in die schwarzen Zahlen oftmals an unseriöse Kreditvermittler. Mit verschiedenen Maschen locken diese Unternehmen über Sofortkredite ohne Schufa-Auskunft oder sogenannte Finanzsanierungen. Gezielt werden so vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen weiter in die Schuldenfalle getrieben. Wir haben die gängigsten Maschen zu deinem Schutz zusammengetragen.

Mit ganz unterschiedlichen Maschen ziehen unseriöse Kreditvermittler ihren Kunden noch mehr Geld aus der Tasche, statt ihnen aus ihrer Notlage zu helfen.

Die Tätigkeit eines Kreditvermittlers

Ein Kreditvermittler bietet dir nicht selbst einen Kredit an, sondern agiert stattdessen, wie der Name bereits vermuten lässt, als Vermittler zwischen dir als Kunde, wenn du einen Kredit benötigst, und geeigneten Kreditgebern, wie beispielsweise Banken.

Durch die einfache Vermittlungstätigkeit eines Kreditvermittlers, kannst du dir bei deiner Anfrage nicht sicher sein, wie das Angebot aussehen wird und ob, beziehungsweise zu welchen Konditionen der Kredit überhaupt vergeben werden kann – der Kreditvermittler muss schließlich selbst erst bei den Partnern anfragen.

Erfahre in unserem Blogartikel mehr über die Konditionen bei schufafreien Krediten, und ob es überhaupt seriöse Kreditvermittler gibt.

Statt Kredit kostenpflichtige Prepaid-Karte

Diesen unfairen Handel wirft der Marktwächter des Verbraucherzentrale Bundesverbands unter anderem den Kreditvermittlern blitz.credit AlphabetOnlineServices LLC und GlobalPayments vor: Dem Verband liegen Fälle aus zehn Bundesländern vor, bei denen der Kunde statt der online beworbenen Leistungen von blitz.credit eine kostenpflichtige Prepaid-Karte erhielten.

Im Glauben, den Wunsch-SofortKredit über bis zu 7777 Euro anzufragen, bestellt der Verbraucher mit einem Klick auf der Website gleich eine kostenpflichtige PrePaid-Karte mit dazu. Statt einer Kreditzusage, erhält er ein Starterpaket oder direkt die Karte. Das Problem: Das Paket wird per Nachnahme an den Kunden versendet, was bedeutet, dass er als Empfänger die hohen Ausgabegebühren plus Versand bei der Annahme beim Postboten begleichen muss. Der erste Impuls bei vielen Kunden ist dann wohl die Annahmeverweigerung, doch auch die hilft nicht mehr: Es folgen Zahlungsaufforderungen, Mahn- und Inkassogebühren über hunderte von Euro.

Bei diesem Vorgehen erhält der Kunde keinerlei Mehrwert: Statt einer Geldspritze, mit der er seine Schulden begleichen oder sich einen Wunsch erfüllen kann, bezahlt er eine Karte, die nur mit aufgeladenem – und nicht vorhandenem – Guthaben funktioniert. Auch bei der Aufladung solcher Karten kommt es häufig zu Problemen.

Gegen das Geschäftsgebaren von GlobalPayments hat der Verbraucherzentrale Bundesverband bereits Klage vor dem Landgericht Berlin eingereicht.

Noch mehr Schulden mit angeblicher Finanzsanierung und Schuldenregulierung

Eine besonders miese Masche ist die Vortäuschung einer „Finanzsanierung“ oder „Schuldenregulierung“: Bei solchen Dienstleistungen wird normalerweise ein externer Berater eingeschaltet, welcher sich mit den Finanzen eines Verschuldeten auseinandersetzt, diese prüft und anschließend hilft, wieder Herr der Lage zu werden.

Einige unseriöse Kreditvermittler haben sich diese optimistisch klingenden Bezeichnungen jedoch zu eigen gemacht und deuten sie ganz neu: Statt konstruktiver Hilfe bis zu Minimierung der Schulden, gaukeln diese vermeintlichen Finanzsanierer dem Schuldner vor, dass er einen Kredit in der richtigen Höhe erhält, um seine Schulden abzubezahlen – und das natürlich ganz ohne Schufa-Überprüfung.

Der Kreditgeber, der den Kredit angeblich bereitstellen wird, existiert jedoch nicht und was der Schuldner wirklich unterschreibt, sind höchstens sinnlose Tätigkeiten, die er auch selbst erledigen könnte, wie beispielsweise die Auflistung der Gläubiger und das Errechnen der zu zahlenden Raten. Rechtsanwalt Thomas Hollweck zufolge wird der Finanzsanierungsvertrag mitsamt Informationsmaterial und Formularen so ausgelegt, dass der juristische Laie im Glauben bleiben muss, dass es sich um eine Kreditvermittlung handelt.

Nach der Unterschrift folgt Post mit der Bitte, verschiedene Nachweise zu erbringen und Rechnungen über Bearbeitungsgebühren und Angebote über Versicherungen und Bausparverträge, die der nichtexistente Kreditgeber angeblich gerne bei seinem Kreditnehmer sähe. Letztere bringt dem vermeintlichen Finanzsanierer zusätzliche Provision ein, die nur ihm alleine hilft.

Der Verbraucherrechtsanwalt berichtet außerdem von angeblichen Kreditverträgen, in denen zusätzlich zur Bearbeitungsgebühr monatliche Beiträge festgelegt werden, die dem Kunden als Rückzahlungsrate für den bald folgenden, aber niemals erhaltenen, Kredit dargestellt wird.

Solltest du als Kunde einem falschen Finanzsanierer in die Falle gegangen sein, kannst du den Vertrag anfechten. «Eine Anfechtung beseitigt den Vertrag von Anfang an» und du musst «weder die im Sanierungsvertrag benannte einmalige Gebühr bezahlen müssen, noch die evtl. vertraglich vereinbarte monatliche Rate.», erklärt Rechtsanwalt Thomas Hollweck. «[E]rbringt [der Schuldenregulierer] die versprochene Dienstleistung […] nicht, oder nur in sehr geringem Umfang, so kann ein Fall der „Nichtleistung“ gegeben sein. Sie können Ihre Zahlungen dann zurückbehalten, mit dem Hinweis auf die Nichterbringung der vertraglich geschuldeten Leistungen

Rechtsanwalt Thomas Hollweck warnt, dass es in Deutschland nicht für jeden erlaubt ist, kostenpflichtig Rechtsberatungen anzubieten und durchzuführen – es bedarf einer Befähigung nach dem Rechtsberatungsgesetz, wie sie beispielsweise Rechtsanwälte, Steuerberater, anerkannte Insolvenzberater und die Verbraucherzentrale haben. «Bietet der Schuldenregulierer daher Rechtsberatung an, was jede Schuldenregulierung notwendigerweise mit sich bringt, hat aber für diese Rechtsberatung keine Erlaubnis, so besteht alleine aus diesem Grund die Möglichkeit, den Vertrag wegen Täuschung anzufechten

Datenfischen auf der Website

Doch scheinbar muss man sich nicht einmal selbst endgültig für unseriöse Kreditvermittler entscheiden: Im Falle von blitz.credit gaben dem Marktwächter gegenüber mehrere Verbraucher gleichzeitig an, niemals eine Bestellung abgegeben zu haben. Kerstin Schultz, Teamleiterin aus der Verbraucherzentrale Sachsen berichtet, dass „dem Verband […] Anhaltspunkte vor[liegen], dass Verbraucher tatsächlich keine Bestellung vorgenommen haben“.

Doch wie kam der Kreditvermittler dann an die Daten dieser Kunden? Schultz zufolge könnten die Daten beim Besuch der Internetseite abgefischt worden sein.

Der Marktwächter der Verbraucherzentrale warnt ausdrücklich vor blitz.credit und anderen Angeboten über schufafreie Kreditangebote, da der Verdacht besteht, dass allein beim Besuch der Website Datenklau betrieben werden kann! Ist dir etwas Ähnliches passiert, wende dich am besten an die Verbraucherzentrale deines Bundeslands und warne andere.

Was unseriöse Kreditvermittler entlarvt

unserioese Kreditvermittler
Warnzeichen von unseriösen Kreditvermittlern. © aboalarm
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