Unzulässige Bankgebühren: So erkennst du sie

Simone Groß

Weißt du, ob deine Bank unzulässige Gebühren verlangt? Wir haben unzulässige Bankgebühren für dich aufgelistet und du erfährst, wie du sie vermeidest.

Wie zuletzt bei WISO berichtet wurde, fallen bei den Banken viele unterschiedliche Gebühren und Entgelte für die Leistungen an. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Kunden nicht immer wissen, welches zulässige und welches unzulässige Bankgebühren sind. Wir von aboalarm wollen diesen Zustand ändern und bringen Licht in den Gebühren-Dschungel.

Unzulässige Bankgebühren: Checkliste

Bei den meisten Vorgängen, die die Banken für die Kunden durchführen, fallen Gebühren an. Doch diese sind nicht immer gerechtfertigt und die Bank macht sich das Unwissen der Kunden zu Nutze. Deshalb haben wir hier einige Punkte aufgezählt, die laut WISO eindeutig zu den unzulässigen Bankgebühren zählen. Diese sind im Einzelnen:

  • Gebühren für die Kontoauflösung
  • Gebühren für die Wertermittlung eines Hauses bei einem Immobilienkredit
  • Gebühren für die Änderung von Freistellungsaufträgen
  • Gebühren für den Geldempfang aus dem Ausland
  • Gebühren für ein Pfändungsschutzkonto

Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg beschreibt folgendes Leitmotiv, um herauszufinden, ob es sich um unzulässige Bankgebühren handelt oder nicht. Immer dann, wenn der Kunde auch eine tatsächliche Leistung bekommt, aus der er selbst einen Nutzen zieht, ist die Gebühr in der Regel auch rechtens. Handelt die Bank jedoch in ihrem eigenen Interesse, etwa bei der Prüfung eines Kredits, darf sie kein Entgelt verlangen.

Kurz gesagt, ein Entgelt darf nicht verlangt werden, wenn die Bank entweder lediglich ihre gesetzliche Pflicht erfüllt oder im eigenen Interesse handelt.

Unzulässige Bankgebühren erkennen und richtig handeln

Besonders vorsichtig musst du sein, wenn kleine Beträge von deinem Konto abgebucht werden oder wenn es zu Veränderungen kommt, etwa bei der Kontoführungsgebühr. Niels Nauhauser von der Verbrauchzentrale Baden-Württemberg rät im WISO-Interview dazu, bei Unsicherheiten Rat bei den Verbraucherzentralen zu suchen. Doch Vorsicht, diese Beratung ist nicht kostenlos! Eine Übersicht der Beratungskosten bei den Verbraucherzentralen haben wir bereits für dich zusammengestellt.  Tatsächliche Beschwerden kannst du auch an die Kundenbeschwerdenstelle deiner Bank richten.

Unzulässige Bankgebühren: Unsere Tipps

Achte auf Veränderungen auf deinen Kontoauszügen, selbst wenn es sich lediglich um kleine Beträge handelt – auch diese summieren sich. Wenn du dir bei bestimmten Gebühren nicht sicher bist, frage bei deiner Bank nach und wirf einen Blick in das Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank.

Wenn es zu einer Auseinandersetzung kommt, bleibe hartnäckig und lass dich nicht einschüchtern. Lege im Zweifel gültige Gerichtsurteile vor. Unterstützung findest du bei den Verbraucherzentralen. Einen Überblick über unzulässige Bankgebühren und die entsprechenden Gerichtsurteile gibt es bei der Verbraucherzentrale NRW. Unzulässige Bankgebühren kannst du bis zu drei Jahre lang zurückfordern.

Update (20.03.2014): Commerzbank-Kunden erhalten Entgelte zurück

Wenn du Kunde der Commerzbank bist, kannst du mit diesen Musterbriefen der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zu Unrecht erhobene Gebühren zurückfordern. Die Verbraucherschützer haben gegen mehrere pauschale Entgelte geklagt, die die Commerzbank in ihrem Preisverzeichnis nannte. Die Bam hatte beispielsweise 300 Euro für die Berechnung einer Vorfälligkeitsentschädigung und Nichtabnahmeentschädigung verlangt. Auch die geforderten 1,94 für die Zusendung eines Kontoauszugs ist nicht rechtmäßig. Vorsicht: Das Urteil gilt nur für die Commerzbank, da genau deren Klauseln verhandelt wurden. Daher ist es nicht auf andere Banken anwendbar.

Unzulässige Bankgebühren: So erkennst du sie - Aboalarm Blog Weißt du, ob deine Bank unzulässige Gebühren verlangt? Wir haben unzulässige Bankgebühren für dich aufgelistet und du erfährst, wie du sie vermeidest. Artikelbewertungen: 9 3.6 / 5 9