Apple: Mehr Datenschutz unter iOS 8

Lukas Rumpler

Viele Nutzer sind mittlerweile verunsichert was den Apple-Datenschutz anbelangt. Nun versucht Apple mit iOS 8 wieder Vertrauen zu gewinnen.

Seit dem 17. September können sich iPhone- und iPad-Nutzer das Update auf iOS 8 auf ihre Geräte laden. Zeitgleich hat Apple eine Webseite veröffentlicht, auf der sich Apple-Chef Tim Cook direkt an die Nutzer wendet. Darauf erklärt er, wie wichtig Apple das Thema Datenschutz ist.

Apple Datenschutz: Kein Zugriff mehr durch Behörden

Apple gibt auf der Webseite an, dass sich Behörden – auch mit Hilfe von Apple – keinen Zugriff mehr auf die Daten eines Nutzers verschaffen können. Dadurch kann Apple nicht mehr auf Forderungen von Regierungsbehörden, wie der NSA eingehen, Inhalte wie E-Mails oder Fotos herauszugeben.

Zudem gibt Apple auf der neuen Datenschutz-Webseite an, auf wie viele Behördenanfragen hin das Unternehmen auch tatsächlich Daten weitergegeben hat.

Am häufigsten wollen demnach amerikanische Behörden Zugriff auf Nutzerkonten haben, 789 Anfragen auf 1739 verschieden Nutzerkonten listet Apple in diesem Dokument auf. Auf drei von vier Anfragen hat Apple reagiert und in 155 Fällen sogar Zugang zu Inhalten gewährt. In Deutschland gab es laut dieser Liste 122 Anfragen auf 254 verschieden Accounts, wobei hier keine Daten herausgegeben wurden.

Außerdem betont Tim Cook in seinem Brief an die Apple-Nutzer nochmals, dass Apple zu keiner Zeit einer Regierungsbehörde eine allgemeine Hintertür zu seinen Geräten gegeben hatte.

Apple Datenschutz: Kein Interesse an Nutzer-Tracking

Bereits zuvor hatte sich Tim Cook in einem TV-Interview über das Sammeln und Auswerten von Nutzerdaten geäußert. Seiner Meinung nach hebt sich Apple besonders hier von der Konkurrenz ab. Da der iPhone-Konzern, im Gegensatz zu anderen Unternehmen, nicht auf den Verkauf von nutzerbasierter Werbung angewiesen ist. Apple verdient sein Geld vielmehr über den Verkauf von Hardware. Deshalb zeichne man auch mit der eigenen Karten-App keine Ortsinformationen der Nutzer auf und könne auch einzelne Nutzer nicht eindeutig identifizieren.

Aber auch Google bemüht sich ein besseres öffentliches Bild im Bezug auf Datenschutz. Dennoch, Google verkauft selbst keine Smartphones und macht den meisten Umsatz über den Verkauf von Werbung. Deshalb versucht Google auch ein ziemlich genaues Profil von dir zu bekommen. Sprich: Nach welchen Dingen suchst du im Internet, über welche Orte informierst du dich auf Google Maps oder welche Videos gefallen dir auf Youtube. All diese Informationen, die Google sammelt über dich abspeichert ermöglichen es, dass Werbung passend auf dich zugeschnitten wird.

Das sagen die Behörden zum Apple Datenschutz

Natürlich wollen die Behörden nur sehr ungern auf ihre Zugriffsmöglichkeiten in iOS verzichten. Laut einem Bericht des Wall Street Journals meinen manche Strafverfolger, dass es nun unmöglich sein könnte, manche Fälle zu lösen. Allerdings sind von diesen Änderungen eher kleinere Behörden betroffen, während die NSA, laut Christopher Soghoian von der ACLU (American Civil Liberties Union), andere Mittel und Wege hat um Daten abzugreifen.

Apple Datenschutzinitiative: Das Aboalarm-Fazit

Grundsätzlich ist es ein guter Schritt von Apple, das Thema Datenschutz transparenter machen zu wollen und die Anzahl an Behördenanfragen zu veröffentlichen. Außerdem wird deutlich gemacht, dass Apple sein Geld aus dem Harware-Verkauf erwirtschaftet und nicht durch das Sammeln von Nutzerdaten. Ein Schritt, der wohl besonders Vertrauen für die immer umfänglicheren Funkionen der Apple-Produkte schaffen soll. Mit der App Health können immerhin wichtige Gesundheitsdaten auf dem iPhone gespeichert werden und die iWatch kann sogar den Herzschlag des Trägers ablesen.

Allerdings solltest du nicht vergessen, dass auch Apple ein Werbenetzwerk namens iAd betreibt, das Entwicklern das Bereitstellen von kostenlosen Apps ermöglichen soll. Die dort vorgeschlagenen Apps basieren auf deinen bisher genutzten Apps. Tim Cook betont jedoch, dass die Daten von Health, Maps, Siri oder iMessage nicht für iAd verwendet werden. Außerdem hast du auch die Möglichkeit, das Ad-Tracking auf deinem iPhone und iPad zu deaktivieren.

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