Handyvertrag widerrufen – Geht das?

Du willst deinen Handyvertrag widerrufen und weißt nicht, ob das geht? Wir klären dich über deine Rechte auf.

Einen Handyvertrag widerrufen kannst du nur unter bestimmten Voraussetzungen. Welche das sind, erklären wir dir im folgenden Artikel.
Du interessierst dich für das Widerrufsrecht im Allgemeinen? Dann lies unseren Glossar-Artikel zum Thema Widerruf.

Handyvertrag widerrufen: Nur bei Fernabsatzgeschäften

Die gesetzlichen Grundlagen zu Fernabsatzgeschäften findest du im BGB unter dem Paragrafen 312 Abs. 1 und 2. Dort steht:

(1) Fernabsatzverträge sind Verträge über die Lieferung von Waren oder über die Erbringung von Dienstleistungen, die zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher unter ausschließlicher Verwendung von Fernkommunikationsmitteln abgeschlossen werden […]

(2) Fernkommunikationsmittel sind Kommunikationsmittel, die […] gleichzeitige körperliche Anwesenheit der Vertragsparteien eingesetzt werden können, insbesondere Briefe, Kataloge, Telefonanrufe, Telekopien, E-Mails sowie Rundfunk, Tele- und Mediendienste.

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Einfach ausgedrückt bedeutet das, dass ein Fernabsatzvertrag ein Vertrag ist, den du

  • per Telefon
  • per E-Mail
  • per Brief, oder
  • im Internet abgeschlossen hast.

Wichtig ist auch, dass du ein „normaler“ Verbraucher bist und nicht etwa für dein Unternehmen den Vertrag abschließt.

Da der Großteil der Handyverträge inzwischen über das Internet abgeschlossen wird, kannst du also auch meistens deinen Handyvertrag widerrufen.

Handyvertrag widerrufen: Diese Regelungen gelten

Hast du also einen Handyvertrag über solch ein Fernabsatzgeschäft abgeschlossen, hast du ein 14-tägiges Widerrufsrecht (BGB § 312 d). Du hast nun 14 Tage Zeit, um deinen Handyvertrag zu widerrufen. Diese 14-tägige Frist beginnt dabei erst, wenn du vom Anbieter über dein Widerrufsrecht informiert worden bist. Dies kann per E-Mail oder durch ein Häckchen im Bestellvorgang geschehen. Bekommst du erst deutlich nach Vertragsschluss die Widerrufsbelehrung von deinem Anbieter, beträgt dein Widerrufsrecht laut BGB §355 Abs. 2 sogar einen Monat.
Bekommst du von deinem Anbieter gar keine Widerrufsbelehrung, verlängert sich die Frist um 12 Monate. Das bedeutet also, du hast in diesem Fall nach der 14-tägigen Frist nochmal ein Jahr Zeit um deinen Vertrag zu widerrufen.

Es ist ein häufiger Irrglaube, dass ein Mobilfunkvertrag nicht widerrufen werden kann, wenn er schon genutzt wurde. Das Einlegen der SIM-Karte bringt das Widerrufsrecht nicht zum Erlöschen. Selbst wenn du mit deinem neuen Vertrag bereits telefoniert hast, kannst du dich aus dem Vertragsverhältnis immer noch lösen. Allerdings müsstest du dann im Falle eines Widerrufs, die verbrauchten Leistungen anteilig bezahlen.

Handyvertrag widerrufen: So gehst du vor!

Noch einmal zusammengefasst: Deinen Handyvertrag widerrufen kannst du, wenn:

1. Du Verbraucher bist
2. Der Vertrag über Internet, Telefon, E-Mail usw. abgeschlossen wurde
3. Du den Vertrag noch nicht genutzt hast.

Treffen diese Punkte zu, kannst du deinen Widerruf innerhalb der 14-tägigen Frist an deinen Anbieter schicken. Dabei gilt ausnahmsweise das Absendedatum als Stichtag und nicht der Eingangstag bei deinem Anbieter.

Dazu musst du nun ein Widerrufsschreiben an deinen Anbieter schicken, in dem du deutlich machst, dass du deinen abgeschlossenen Vertrag fristgerecht widerrufen möchtest. Wichtig ist es dabei, deine persönlichen Angaben sowie deine Vertragsdaten, wie zum Beispiel deine Kundennummer, in den Briefkopf einzufügen. Nur so kann der Anbieter dein Widerrufsschreiben eindeutig zuordnen.

Viele Anbieter bieten mittlerweile vorformulierte Widerrufsschreiben auf ihrer Website oder in ihren AGB an.

Den Widerruf kannst du ganz einfach in Textform – also auch per E-Mail – erklären. Die richtige Adresse findest du in der Widerrufsbelehrung deines Anbieters.

Wenn du auf Nummer sicher gehen und dir den lästigen Papierkram sparen willst, nutze unsere Vorlagen. Diese sind bereits vorformuliert. Versendest du deinen Widerruf anschließend mit aboalarm, erhältst du außerdem eine Versandbestätigung, mit der du bei Problemen deinen Widerruf nachweisen kannst.
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Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei unseren Artikeln lediglich um redaktionelle Inhalte zum Zwecke der Information handelt, die keinerlei Rechtsberatung oder ähnliches darstellen.