O2 verkauft Nutzerdaten im großen Stil – so wehrst du dich!

Elena Petznik

Ein riskanter Schritt: O2 verkauft Nutzerdaten – zum zweiten Mal. aboalarm erklärt dir den Sachverhalt und was du dagegen tun kannst.

Der spanische Telekommunikationsriese Telefónica, zu dem O2, Base und E-Plus gehören, will noch einmal einen Versuch starten, die Daten seiner Nutzer zu verkaufen. Schon 2012 wollte der Konzern diesen Schritt wagen, ruderte jedoch nach großer Kritik von Datenschützern zurück, wie netzpolitik.org berichtet. Diesmal wolle man sich nicht noch einmal die Finger verbrennen und alles richtig machen, so Sprecher Thorsten Dirks gegenüber der Wirtschaftswoche. Was das genau für dich als Kunde bedeutet, erfährst du hier bei uns.

Welche Daten sind betroffen?

Wie auch zuvor schon die deutsche Telekom, will nun das, mit laut eigenen Angaben 43 Millionen Nutzern, marktführende Unternehmen Telefónica in einem zweiten Versuch deine persönlichen Daten an ein Tochterunternehmen weitergeben. Aber ist das überhaupt erlaubt? Sprecher Thorsten Dirks betont netzpolitik.org gegenüber: „Wir verkaufen keine Daten. Wir fertigen Analysen aus Kundendaten an und verkaufen diese.“ Weiter heißt es, man habe hierfür einen dreistufigen Algorithmus zur Anonymisierung der Kundendaten entwickelt und mit den Behörden abgestimmt. Verbraucherschützer bestätigen und akzeptieren dies, wie die TAZ berichtet. Vor allem Bewegungsdaten sollen abgefangen werden. Das bedeutet für dich: Das Unternehmen will deinen aktuellen Standort erfahren und arbeitet demnach nach einem ähnlichen System, wie Google Maps, das ja nach Aufforderung auch Informationen zu deinem Standort abfängt und auswertet.

Diese anonymisierten, exakten Bewegungsprofile sollen vor allem Betreibern von Shopping-Centern zur Verfügung gestellt werden, um daraus beispielsweise erfahren zu können, wie sich Kundenströme durch das Einkaufszentrum bewegen. Zudem soll bei der Erfassung von Informationen zum Verkehrsaufkommen in Stoßzeiten geholfen werden.

Was kannst du dagegen tun?

Kunden, die O2 Daten zur Verfügung stellen, winkt das Unternehmen mit Belohnungen in Form von Rabatten. Denn laut Dirks, soll der Kunde ebenfalls profitieren können.

Du möchtest deine Daten trotzdem nicht abgeben? Auch hierfür hat der Konzern eine Lösung, selbst wenn diese auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist. Der Plan des Unternehmens sei es, dem Kunden die Macht über seine Daten zurückzugeben. Willst du also nicht, dass O2 deine Daten abfängt, so kannst du selbst entscheiden, ob und wenn, in welcher Form du diese zur Verfügung stellst.

Auf der für diesen Zweck eingerichteten Entscheidungsseite der Telefónica GmbH, kannst du nach Eingabe deiner Mobilfunknummer überprüfen, ob das Unternehmen deine Daten sammelt oder nicht. Bei Bedarf kannst du hier deinen Status ändern und dem Unternehmen das Abfangen dieser untersagen. Beachte jedoch, dass dieser Vorgang bis zu 24 Stunden in Anspruch nehmen kann.

Du möchtest dich weiter zum Thema Datenschutz oder O2 informieren? Dann klick dich doch einfach mal durch unsere Artikel:

Pokémon Go: Hype und Datenschutz

Google Maps Tracking deaktivieren

O2: Neue Tarife bringen Datenautomatik

O2 verkauft Nutzerdaten im großen Stil – so wehrst du dich! Ein riskanter Schritt: O2 verkauft Nutzerdaten – zum zweiten Mal. aboalarm erklärt dir den Sachverhalt und was du dagegen tun kannst. Artikelbewertungen: 3 4.7 / 5 3