Roaming auf Schiffen und Flügen: Die wichtigen Besonderheiten auf Reisen

Die Angelegenheit Roaming ist an sich ein oft undurchsichtiges Thema und wird auch dadurch nicht leichter, dass sich das Roaming auf Schiffen und Flügen von dem auf dem Land unterscheidet. In diesem Artikel erfährst du alles über deine Surf- und Telefonie-Möglichkeiten und was du auf hoher See und in der Luft beachten solltest, um nicht in die Kostenfalle zu tappen.

Wir gehen hier von Reisen ins EU-Ausland aus. Da sich die Regelungen je nach Mobilfunkanbieter, Reederei, Fluggesellschaft und Reise unterscheiden ist eine vorherige Anfrage bei den jeweiligen Unternehmen unumgänglich.

Roaming auf Schiffen und Flügen: Surfen, Telefonieren und Co in den großen Weiten

Vor einer Flug- oder Schiffsreise ist es wichtig, sich bei allen involvierten Unternehmen über die geltenden Roamingregelungen zu informieren. Bei Kreuzfahrten kann dies gegebenenfalls bereits im Reisebüro geschehen.

Roaming über den Wolken

Vor allem auf langen Flügen über weite Strecken wird meist WLAN geboten, seltener ist die Erlaubnis zur Nutzung des Mobilfunknetzes. Dies hängt jedoch hauptsächlich mit der Rücksichtnahme auf andere Passagiere zusammen.

Um dem Mobilfunkkunden auch in der Luft mobile Kommunikation zu gewährleisten, haben bereits 240 Mobilanbieter Verträge mit Aeromobile. Sie wird über eine Satellitenverbindung ermöglicht.
Die Roamingkosten werden nach Möglichkeit über den eigenen Mobilfunkanbieter abgerechnet.

Inwiefern dein Anbieter in der Luft Netz bietet, kannst du beim Service erfragen. Finanztip zufolge haben die Telekom, Vodafone und O2/E-Plus Verträge mit Aeromobile, was den Nutzern dieser Netze Zugang erlauben sollte.

 

Roaming auf Schiffen und Flügen - Kostenüberblick
Screenshot 31.05.2017 – http://www.finanztip.de/wlan-im-flugzeug/
Roaming auf Schiffen und Flügen - Kostenüberblick
Screenshot 31.05.2017 – http://www.finanztip.de/wlan-im-flugzeug/
Roaming auf Schiffen und Flügen - Kostenüberblick
Screenshot 31.05.2017 – http://www.finanztip.de/wlan-im-flugzeug/

Buchst du dich in das Mobilfunknetz des Flugzeugs ein, ist es ähnlich der Einbuchung in ein ausländisches Netz – das bedeutet hohe Kosten. Diese sind jedoch sehr von Anbieter und Fluggesellschaft abhängig und daher nicht grundsätzlich zusammenfassbar.

Da Netz und Empfang im Flugzeug meist nicht allzu umfangreich sind, solltest du deinen Verbrauch unbedingt im Blick behalten.
Zur Überprüfung deines Nutzungsverhaltens empfiehlt Finanztip Verivox und Schlaubi.

Roaming auf See

Informiere dich unbedingt vor Reiseantritt bei deinem Mobilfunkanbieter und dem jeweiligen Schifffahrtsunternehmen, der sogenannten Reederei, über die Roamingmöglichkeiten, da nicht jeder Anbieter mit jeder Reederei kooperiert.

Auf See existiert bisher keines der auf dem Land nutzbaren Mobilfunknetze. Um den Passagieren eines Schiffes mobile Kommunikation zu ermöglichen, sind die meisten Schiffe über das sogenannte Global System for Mobile Communications (GSMC) per Satellit mit einer Basisstation an Land verbunden.
Die gängigen Mobilfunkanbieter haben Verträge mit den Schiffsnetzbetreibern, um ihren Kunden auch auf Reisen Kommunikationsmöglichkeiten zu bieten.
Diese können jedoch sehr viel teurer sein, als es an Land üblich ist.

Die Roamingaufschläge dürfen der Verbraucherzentrale Niedersachsen zufolge jedoch höchstens so hoch sein, dass Kosten von

  • 19 Cent bei ausgehenden Gesprächen
  • 5 Cent bei eingehenden Gesprächen
  • 6 Cent bei SMS
  • 20 Cent pro Megabyte Datenvolumen

(zuzüglich Mehrwertsteuer) nicht überschritten werden. Der Empfang von SMS im EU-Ausland ist kostenfrei.
Zu beachten ist auch, dass eventuell eine Einwahlgebühr anfällt.

Auf Schiffen gilt meist nicht der Kostenairbag, der für das Datenroaming an Land festgelegt wurde, um deine Monatsrechnung nicht über 59,90 Euro steigen zu lassen.

Außerdem werden die Nutzungsinformationen nur zeitversetzt an deinen Mobilfunkanbieter übermittelt, sodass dieser dich nicht zeitgemäß vor etwaigen Überschreitungen warnen kann.
Informiere dich also im Voraus ausführlich über die Kosten und behalte deinen Verbrauch im Blick!

Viele Reedereien bieten außerdem eigene Internetzugänge oder WLAN an, welche mit verschiedenen Paketen – oft bereits im Voraus über die Website des Schiffes – gebucht werden können. Hier ist es wichtig, sich vor der Buchung eines solches Pakets mit den Bedingungen auseinanderzusetzen: Wird die Verbindung nach dem Aufbrauchen des Datenvolumens getrennt oder verlängert sich die Nutzung automatisch?
Frag bei Unsicherheiten beim Service nach, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Die Netzverbindung auf See ist oft langsamer und nicht selten treten Störungen auf. Die Verbraucherzentrale rät in diesem Fall, sich erneut einzuwählen. Den besten Empfang hast du für gewöhnlich auf Deck beziehungsweise am Fenster.

Focus zufolge gilt die Gesetzesänderung zum 15. Juni 2017, welche an Land die Abschaffung der Roaminggebühren einleitet, nicht für Schiffsreisen.

Roaming auf Schiffen und Flügen: Tipps gegen böse Roamingüberraschungen auf Reisen

Roaming auf Schiffen und Flügen

Kannst du deine durch Satellitenverbindung horrend hohe Roamingrechnung nicht nachvollziehen, kannst du sie nach §45i des Telekommunikationsgesetzes (TKG) innerhalb von acht Wochen nach Erhalt beanstanden. Es ist sinnvoll, diesem Widerspruch auch eine Begründung hinzuzufügen.

 

Kennst du dich aus beim Thema Roaming? Teste dein Wissen mit dem aboalarm Roaming-Quiz!

Roaming auf Schiffen und Flügen: Die wichtigen Besonderheiten auf Reisen Hier erfährst du, was du beim Roaming auf Schiffen und Flügen beachten solltest, um nicht auf hoher See oder über den Wolken in die Kostenfalle zu tappen. Artikelbewertungen: 1 5.0 / 5 1