Sonderkündigungsrecht Telekom: So klappt die vorzeitige Vertragsauflösung!

Elena Petznik

Du hast einen Vertrag mit der Telekom, bist jedoch unzufrieden und wünschst dir eine vorzeitige Vertragsauflösung? Wir erklären dir, wann das Sonderkündigungsrecht Telekom greift.

Damit eine vorzeitige Vertragsauflösung möglich ist, bedarf es ganz bestimmter Bedingungen. Liegt dein Vertragsschluss noch keine 14 Tage zurück kannst du beispielsweise von deinem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Dieses gilt für online oder am Telefon geschlossene Verträge innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsschluss. Alles Weitere erfährst du in unserem Artikel Telekom-Widerruf: Werde deinen Handyvertrag los.

Zudem gewährt dir der Anbieter in manchen Situationen ein Sonderkündigungsrecht Telekom. Welche Voraussetzungen für diesen Weg der vorzeitigen Vertragsbeendigung vorliegen müssen, zeigen wir dir in unserem Beitrag.

Sonderkündigungsrecht Telekom Handyvertrag

Ein Handyvertrag bei der Telekom kann immer dann vorzeitig beendet werden, wenn Störungen oder Probleme im Vertragsverhältnis auftauchen. In den meisten Fällen musst du jedoch vor endgültigem Ausspruch der außerordentlichen Kündigung eine angemessene Frist setzen, in der die Telekom die Chance erhält, die Probleme zu beseitigen.

Eine solche Frist muss der Telekom eine realistische Chance geben, die aufgetretenen Störungen auch wirklich beseitigen zu können. Angemessen wäre demnach eine Frist von zwei bis drei Wochen.

Laut der Rechtsanwaltskanzlei Hollweck können Fristsetzung und Kündigung jedoch zumeist in einem Schreiben ausgesprochen werden. Zunächst forderst du die Telekom auf, das geschilderte Problem innerhalb der Frist zu beseitigen. Zugleich teilst du mit, dass du die außerordentliche Kündigung erklärst, sollte das Problem nicht innerhalb der gesetzten Frist behoben sein.

Im Folgenden haben wir dir eine Übersicht der Gründe für dein Sonderkündigungsrecht Telekom bei Handyverträgen zusammengestellt. Für eine ausführliche Erläuterung der einzelnen Gründe, wirf am besten einen Blick in unseren Artikel Sonderkündigungsrecht Handyvertrag – Übersicht der Gründe.

Außerordentliche Kündigung nach Fristsetzung

Damit du deinen Handyvertrag nach erfolgter Fristsetzung vorzeitig beenden kannst, muss einer der folgenden Gründe vorliegen:

  • Rufnummerportierung wird nicht durchgeführt: Führt dein neuer Mobilfunkprovider die Portierung deiner alten Rufnummer nicht durch, kannst du nach Verstreichen der gesetzten Frist kündigen.
  • Häufige Verbindungsstörungen: Dauerhafte Probleme beim Senden und Empfangen von SMS oder Verbindungsabbrüche bei Telefonie und Internet rechtfertigen ebenfalls eine Kündigung, sofern die Probleme auch nach Setzen einer Frist nicht verschwinden.
  • Unberechtigte Sperrung des Anschlusses: Eine Sperrung des Vertrags ohne Berechtigung durch die Telekom stellt ebenfalls einen Grund für eine außerordentliche Kündigung dar. Setze jedoch zuvor eine Frist.
  • Abrechnungen von Drittanbietern: Die Auflistung von unbekannten und nie genutzten Anbietern auf der Mobilfunkrechnung musst du nicht hinnehmen. Mache die Telekom darauf aufmerksam und kündige deinen Vertrag, wenn das Problem nicht behoben wird.
  • Fehlerhafte Mobilfunkrechnung: Abrechnungen einer falschen Grundgebühr, eines falschen Vertrags oder sonstigen fehlerhaften Posten auf der Rechnung rechtfertigen ebenfalls eine außerordentliche Kündigung nach Setzen einer Frist.
  • Defektes Handy: Wird die Reparatur eines defekten Handys aus einem kombinierten Mobilfunk-Dienstleistungs- und Handyvertrag auch nach Fristsetzung nicht durchgeführt, kündige deinen Vertrag.

Außerordentliche Kündigung ohne Fristsetzung

In diesen Fällen ist keine Fristsetzung nötig. Der Vertrag kann mit sofortiger Wirkung beendet werden:

  • Abbuchungen trotz widerrufener Einzugsberechtigung: Das Abbuchen vom Konto, obwohl die Einzugsberechtigung widerrufen wurde, ist eine Straftat und rechtfertigt eine sofortige Kündigung.
  • Telekom möchte oder kann das Problem nicht beheben: Wenn die Telekom das Problem nicht beheben kann oder möchte, kannst du ebenfalls sofort kündigen.
  • Tod des Anschlussinhabers: Die Fortführung eines zweiseitigen Vertrags ist nicht möglich, wenn eine Vertragspartei verstirbt. Hier musst du allerdings die Todesbescheinigung zeitnah an die Telekom schicken.
  • Änderungen der AGB oder Preiserhöhungen: Preiserhöhungen oder Änderungen der AGB, mit denen du nicht einverstanden bist und die nach Aufforderungen nicht rückgängig gemacht werden, erlauben eine sofortige Kündigung.
  • Beleidigungen: Beleidigungen durch den Kundenservice rechtfertigen ebenfalls eine sofortige Kündigung.
  • Umzug ins Ausland (Kulanz): Umzüge ins Ausland rechtfertigen hingegen kein Sonderkündigungsrecht. Hier kommt es auf die Kulanz der Telekom an.

Sonderkündigungsrecht Telekom Internet und Telefon

Und auch ein Internet- und Telefonvertrag bei der Telekom kann lediglich vorzeitig beendet werden, wenn es die Umstände erlauben. Auch hier ist in manchen Fällen eine Fristsetzung vor Inanspruchnahme des Sonderkündigungsrechts notwendig, in anderen nicht, beschreibt die Kanzlei Hollweck. Die folgende Übersicht der Gründe bietet lediglich einen Überblick. Möchtest du genauere Informationen zu den einzelnen Punkten, wirf am besten einen Blick in unsere Artikel Sonderkündigungsrecht Internet: Übersicht der Gründe.

Außerordentliche Kündigung nach Fristsetzung

Liegt einer der folgenden Gründe vor, musst du der Telekom zunächst eine Frist setzen, während der das Problem behoben werden kann, bevor du deine außerordentliche Kündigung erklärst.

  • Anschluss wird nicht geschaltet: Versäumt die Telekom die Freischaltung deines Internet- und Telefonanschluss, musst du nicht ewig warten. Setze eine Frist und kündige, sollte weiterhin nichts passieren.
  • DSL-Geschwindigkeit zu langsam: Ist die Geschwindigkeit langsamer, als vertraglich vereinbart, kannst du außerordentlich kündigen, sofern nach Ablauf der Frist keine Verbesserung vorliegt.
  • Störungen der Telefon- und Internetverbindung: Kannst du aufgrund dauerhafter Störungen weder telefonieren noch das Internet nutzen und die Telekom behebt das Problem nach Aufforderung nicht, kannst du kündigen.
  • Fehlerhafte Rechnung: Findest du fehlerhafte Posten auf deiner Rechnung widerrufe diese. Sieht die Telekom den Fehler nicht ein, kannst du kündigen.
  • Ausfall des Technikertermins: Erscheint der Techniker nicht zu einem vereinbarten Termin, musst du der Telekom einen weiteren Termin gewähren. Taucht der Techniker wieder nicht auf, kannst du die Kündigung erklären.
  • Defekter Router: Ist der von der Telekom gestellte Router defekt und bereits von dir eingeschickt, du erhältst jedoch auch nach gesetzter Frist kein repariertes Gerät, kannst du kündigen.
  • Kündigung bei Umzug: Kann die Telekom die vertraglich festgelegten Leistungen gar nicht oder nur in geringerem Umfang an deinem neuen Wohnort garantieren, kannst du die Kündigung aussprechen. Allerdings bedarf es hierfür einer Frist von drei Monaten.

Außerordentliche Kündigung ohne Fristsetzung

Die Voraussetzungen der außerordentlichen Kündigung von Internet und Telefonverträgen der Telekom ohne Fristsetzung, ähneln denen der Handyverträge. Bei Änderungen des Preises, der AGB, Beleidigungen durch den Kundenservice, dem Tod des Anschlussinhabers oder Abbuchungen trotz widerrufener Einzugsermächtigung, kannst du deinen Telefon- und Internetvertrag mit sofortiger Wirkung kündigen. Zudem bedarf es keiner Fristsetzung, wenn der Anschluss der Telekom an diesem Wohnort wider Erwarten technisch nicht möglich ist. Nenne der Telekom in diesem Fall das Problem und versende eine außerordentliche Kündigung. Etwaige Zahlung brauchst du nicht zu leisten, da keine Leistungen erbracht wurden.

Sonderkündigungsrecht Telekom: Die richtige Vorlage

Sonderkündigungsrecht TelekomSelbstverständlich kannst du für die außerordentliche Kündigung deines Telekom-Vertrags unsere Kündigungsvorlagen zum Telekom Handyvertrag und Internet und Festnetzvertrag verwenden.

Achte allerdings unbedingt darauf, den Text abzuändern. Schließlich möchtest du deinen Vertrag außerordentlich und nicht ordentlich kündigen.

Schildere am besten zu Beginn des Schreibens das vorliegende Problem so genau, wie möglich. Handelt es sich beispielsweise um häufige Netzausfälle, versuche diese mit Zeit und Datum zu belegen. Anschließend fordere die Telekom auf, das bestehende Problem innerhalb einer angemessenen Frist zu beheben. Verlange zudem die außerordentliche Kündigung deines Vertrags, sollte die Telekom der Forderung nicht nachkommen. Zusätzlich kannst du die erteilte Einzugsermächtigung widerrufen, sollte dein geschildertes Problem nicht innerhalb der gestellten Frist behoben worden sein. Wie das geht, erfährst du in unserem Beitrag Einzugsermächtigung widerrufen: Infos und Vorgehen.

Verschicke deine außerordentliche Kündigung anschließend unbedingt per Einschreiben mit Rückschein, um einen Nachweis über den Eingang dieser zu erhalten. Selbstverständlich kannst du das abgeänderte Schreiben auch über uns verschicken, allerdings können wir dir in diesem Fall keine Kündigungsgarantie gewähren.

Telekom: Die richtigen Adressen

Telekom Internet und Telefon:

Telekom Handyvertrag:

Kein Sonderkündigungsrecht Telekom? Die Ordentliche Kündigung

Es liegt keine der oben genannten Voraussetzungen für ein Sonderkündigungsrecht vor? Unter Umständen kannst du deinen Vertrag, wie eingangs erwähnt, widerrufen. Wenn der Vertragsschluss dafür schon zu lange her ist, bleibt dir leider nur noch eine ordentliche Kündigung zum Laufzeitende. Wie du dabei vorgehst, kannst du in unseren Artikel Telekom Internet und Festnetz kündigen: Das musst du beachten! und Telekom Handyvertrag: Alles rund um die Beendigung nachlesen.

Sonderkündigungsrecht Telekom: So klappt die vorzeitige Vertragsauflösung! Du bist unzufrieden mit deinem Telekom-Vertrag und wünschst dir eine vorzeitige Auflösung? Wir erklären dir, wann das Sonderkündigungsrecht Telekom greift. Artikelbewertungen: 1 5.0 / 5 1