Stagefright: Sicherheitslücke gefährdet Android-Geräte

Michaela Kiesel

Die Sicherheitslücke Stagefright betrifft fast alle Android-Smartphones. Wie kannst du dein Handy vor dem unerlaubten Zugriff eines Dritten schützen?

Hast du ein Android-Smartphone? Dann kann eventuell ein Fremder dein Handy unerlaubterweise übernehmen. Angeblich sind 95% aller Android-Geräte von der Sicherheitslücke Stagefright betroffen. Welche Geräte trifft es genau? Was kannst du tun, um dich vor Stagefright zu schützen?

Stagefright betrifft Handys ab Android 2.2

Laut dem Entdecker von Stagefright, Joshua Drake, sind alle Android-Gerät seit der Version 2.2 betroffen. Besonders gefährdet seien Geräte mit einer älteren Software als 4.2. Die neueren Android-Versionen seien bereits mit Schutzmaßnahmen ausgestattet, die das unerlaubte Eindringen in das Smartphone erschweren sollen.

© Creativa Images - Fotolia.com
© Creativa Images – Fotolia.com

Bei Stagefright handelt es sich um einen Code, der Nutzern per MMS zugeschickt wird. Letztendlich brauchen Betrüger also nur deine Handynummer. Öffnest du diese MMS, kann es dir im schlimmsten Fall passieren, dass Betrüger vollständigen Zugriff über dein Smartphone erhalten.

Und nicht nur das: Angeblich ist es sogar möglich, die MMS mit dem Code auf dein Handy zu schmuggeln, ohne dass du davon überhaupt irgendetwas mitbekommst. Nutzt du Google Hangouts, werden empfangene MMS selbstständig verarbeitet. In diesem Fall musst du die MMS nicht mal öffnen – allein wenn du die Nachricht empfangen hast, kann der Schädling in dein Handy eindringen.

Ein Schutz vor Stagefright?

Was kannst du tun, um dich vor Stagefright zu schützen? Die bittere Wahrheit ist, einen 100 prozentigen Schutz gibt es nicht – zumindest kannst du dich nicht vollständig davor schützen. Das liegt allein in der Macht der betroffenen Firmen.

Google hat bereits vor Monaten Updates herausgegeben, welche die Sicherheitslücke Stagefright schließen sollen. Die meisten Hersteller von Smartphones mit Android haben diese Updates aber bislang nicht zur Verfügung gestellt.

Völlig machtlos bist du allerdings auch nicht: Zunächst ist es wichtig, dass du deine Software auf die neueste Version aktualisierst. Anschließend kannst du noch weitere Schritte ergreifen: Die Zeit hat hier einige hilfreiche Tipps für dich zusammengestellt. Nutzt du Googles Messenger oder Hangouts, solltest du die Apps wenn möglich deinstallieren oder deaktivieren. Kannst du die Apps nicht deinstallieren, solltest du Hangouts zumindest den automatischen Download von MMS untersagen. Gehe dazu in die App-Einstellungen, wählen den Punkt „SMS“ und anschließend „Erweitert“. Dort entfernst du bei der Option „automatischer MMS-Download“ den Haken.

© weerapat1003 - Fotolia.com
© weerapat1003 – Fotolia.com

Googles Messenger erlaubt es dir zudem, den Empfang von Nachrichten von unbekannten Absendern komplett zu unterbinden: In den Einstellungen der App findest du den Punkt „Unbekannte Absender blockieren“.

Nutzt du die SMS-App, die standartmäßig auf deinem Android-Gerät installiert ist, kannst du den automatischen Abruf von MMS ebenfalls unterbinden. Gehe hierzu in die App-Einstellungen und entferne unter dem Menüpunkt „MMS“ den Haken bei „Automatisch abrufen“. Hast du das getan, solltest du überprüfen, ob du den Absender einer MMS kennst, bevor du die Nachricht öffnest. Um dich zu schützen solltest du die MMS ungelesen löschen, wenn du den Absender nicht kennst.

Nutze MMS-Alternativen

Befolgst du diese Schritte, erhältst du ein wenig mehr Sicherheit. Leider kann jedoch auch ein Bekannter den schadhaften Code unwissentlich verbreiten, wenn sein Gerät bereits infiziert ist. Daher bleibt nur zu hoffen, dass die Smartphone-Hersteller die Updates schnellstmöglich einspielen und die Sicherheitslücke Stagefright schnell geschlossen wird.

Bis dahin kannst du auch einfach keine MMS mehr öffnen: Nutze doch einfach Alternativen wie Skype oder WhatsApp, die von Stagefright nicht betroffen sind und zudem deutlich günstiger sind als der Versand von MMS.

Dergleichen Sicherheitslücken für Smartphones gibt es mehr: Ein weiteres Beispiel findest du in unserem Blogartikel Internationale Sicherheitslücke im Handynetz.

Stagefright: Sicherheitslücke gefährdet Android-Geräte Die Sicherheitslücke Stagefright betrifft fast alle Android-Smartphones. Wie kannst du dein Handy vor dem unerlaubten Zugriff eines Dritten schützen? Artikelbewertungen: 5 4.6 / 5 5