Offener Brief an Prof. Dr. Ralf Höcker

Bernd Storm

Sehr geehrter Prof. Dr. Höcker,

gestern las ich Ihr Buch „Lexikon der Internetfallen“ aus dem Jahr 2010, in dem Sie Verbrauchertipps geben. Zum Thema Online-Dating steht auf Seite 98 geschrieben:

Falle: Vielen Single- und Flirtbörsen mangelt es an seriösen Mitgliedern. Deshalb versuchen sie, unschuldige Interessenten durch bewusste Täuschungsmanöver zu ködern und ihnen durch kostenpflichtige Angebote Geld aus der Tasche zu ziehen.“

Und auf S. 103 wird geschrieben:

„Leider machen manche Betreiber solcher Seiten diese so wenig transparent wie möglich und stellen die Kosten so gering wie möglich dar. Gratisleistungen rücken in den Vordergrund. Zahlungsverpflichtungen werden versteckt.“

Ich sehe also, dass Sie das Prinzip der Dating-, Flirt- und Sexportale verstanden haben. Wir von aboalarm können bestätigen, dass viele Portale eine große Falle und Gefahr für Verbraucher darstellen.

Natürlich wundere ich mich sehr, dass Sie 2010 nicht nur das eingangs zitierte Buch auf den Markt brachten, sondern in etwa diesem Zeitraum ihre Kanzlei wohl auch rechtlicher Vertreter der Firma hinter dem Portal Flirtcafe.de war (t-online.de: Verbraucherzentrale warnt vor teuren Flirtfallen).

Heute vertreten Sie die Firma Ideo Labs GmbH, laut Impressum Eigentümerin der Portale dateformore.de, just-date.de, daily-date.de, only-dates.

Der erfolgreiche Betrieb derartiger Portale bedarf nicht nur sehr viel Online-Marketing-Expertise sondern m.E. auch exzellenter juristischer Beratung, da der zunehmend verbesserte Verbraucherschutz aus Sicht der Betreiber ein wahres Minenfeld darstellt.

Sie und Ihr Partner sind exzellente Anwälte. Ich würde mir wünschen, dass Sie Ihre herausragenden Fähigkeiten in diesem Marktsegment für die Verteidigung von Verbrauchern einsetzen; so wie Sie es in Ihrer TV-Sendung auf RTL und ihren zahlreichen Büchern gemacht haben.

Als Verbraucher bitte ich Sie und als Geschäftsführer der aboalarm GmbH fordere ich Sie auf, Ihre Mandate für derartige Firmen niederzulegen. Setzen Sie ein Zeichen für den Verbraucherschutz! Sie würden den Betreibern operativ „das Genick“ brechen und das Internet sicherer machen.

Hochachtungsvoll
Dr. Bernd Storm van’s Gravesande

Quellenagabe: Lexikon der Internetfallen (2010) von Ralf Höcker, Klemens Skibicki und Frank Mühlenbeck

Offener Brief an Prof. Dr. Ralf Höcker Sehr geehrter Prof. Dr. Höcker, gestern las ich Ihr Buch „Lexikon der Internetfallen“ aus dem Jahr 2010, in dem Sie Verbrauchertipps geben. Artikelbewertungen: 34 4.9 / 5 34