Handy überholt Festnetztelefon – modern vs. traditionell

Carolin Fraunhofer

Laut dem Statistischen Bundesamt haben die Anzahl der Mobiltelefone die Festnetztelefone überholt. Ein Trend, der nicht allzu überraschend scheint. Doch, dass auch ein Telefonpionier wie Siemens nun auf den Zug „One Phone“ aufspringt, kam dennoch unerwartet.

Der deutsche Elektrokonzern Siemens möchte Kosten einsparen, indem Festnetzanschlüsse abgestellt werden und auf das Handy oder Smartphone umgerüstet wird.

Siemens setzt auf Mobilfunk

Die Welt berichtete, dass Siemens seine Mitarbeiter, die sowohl ein Firmenhandy beziehungsweise Smartphone als auch ein Festnetztelefon haben, vor die Wahl stellt, ob sie auf den Festnetzanschluss verzichten können. Die mobile Erreichbarkeit gehöre zur Arbeitswelt, so Siemens. Angeblich möchten bis jetzt 20 Prozent der gefragten Mitarbeiter auf den Festnetzanschluss verzichten. Allein damit kann der Telefonpionier jährlich mehrere Millionen Euro sparen. Jedoch sei dem Konzern auch bewusst, dass an manchen Stellen und Posten, wie beispielsweise dem Sekretariat, keine Einsparung möglich ist.
Einst war Siemens in der Vorreiterrolle auf dem Telefon- und Handymarkt. Doch der Konzern verpasste den Absprung im Hinblick auf neue Trends und den Wandel hin zum Smartphone. Der Weg, den Siemens nun beschreitet, ist aber kein neuer. Wie der News-Provider 20 Minuten  berichtet, werden auch in schweizer Büros Festnetztelefone seltener. Es gibt inzwischen bereits so viele Alternativen, etwa über den Computer Anrufe anzunehmen oder über das Internet zu kommunizieren, sodass sich die Firmen Kosten einsparen wollen, indem sie Festnetzanschlüsse abschalten und auf Mobilfunk, Videotelefonie oder ähnliches umsteigen. Das Projekt „One Phone“, also „ein Telefon“, ist laut der Schweizer Nachrichtenseite bereits in den USA, Deutschland und Großbritannien gestartet.

Mehr Haushalte mit Handys als Festnetztelefonen

Das Statistische Bundesamt ließ uns seine Berechnungen von Januar 2015 zukommen. Diesen kann man entnehmen, dass Anfang letzten Jahres (2015) 91,5 Prozent der Haushalte einen Festnetzanschluss besaßen. Die Mobiltelefone überholten ihre traditionellen Kollegen jedoch knapp mit 93,5 Prozent. Noch im Jahr 2004 waren die Handys mit 72,1 Prozent im Vergleich zu den Festnetztelefonen (95,1 Prozent) deutlich weiter abgeschlagen. Ein großer Zuwachs lässt sich zweifelsohne auf der Seite der Mobiltelefone verbuchen, während die Anzahl der Festnetztelefone stagniert. Aus einer weiteren Statistik des Bundesamtes lässt sich herauslesen, dass die Anzahl der Mobiltelefone, gemessen je 100 Haushalte, deutlich höher liegt, als die der klassischen Festnetztelefone.

Prognose

In den Daten des Statistischen Bundesamtes  ist ein deutlicher Trend zu erkennen. In der jüngeren Bevölkerung überwiegen die Handys deutlich. Fast jeder (99,3 Prozent) der 25- bis 34-jährigen besitzt ein Handy/Smartphone.

Im Jahr 2014 hatten 82,8 Prozent dieser Altersgruppe einen Festnetzanschluss. Bei den 18- bis 24-jährigen waren es sogar nur 66,1 Prozent. In der älteren Bevölkerung ist der Festnetzanschluss natürlich noch eine große Nummer. 96,4 Prozent der 70- bis 79-jährigen etwa haben ein Festnetztelefon. Jedoch haben sie im Vergleich zum Jahr 2004, als nur 44,1 Prozent ein Mobiltelefon besaßen, deutlich aufgeholt. In 2014 besaßen auch von den 70- bis 79-jährigen bereits 84,9 Prozent ein Handy. Bei den 65- bis 69-jährigen sind es sogar schon 92,1 Prozent, die ein Mobiltelefon besitzen.
Hier kann also leicht beobachtet werden, dass die jüngere Generation zunehmend auf einen Festnetzanschluss verzichtet, während die ältere Generation aber auch nicht schläft und mit einem Handy oder sogar Smartphone (das wurde in den Umfragen und Statistiken des Bundesamtes nicht unterschieden) aufrüstet.Vergleich - Mobil- und Festnetztelefon

Tipps

Ob es als Arbeitnehmer angenehm ist, mobil erreichbar zu sein, darüber lässt sich gewiss streiten. Außer Frage steht jedoch, dass jedes Handy auch einen Aus-Knopf hat, der in der Freizeit auch genutzt werden sollte.

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Dennoch können wir von Siemens sicher etwas lernen. Nämlich zu sparen. Du kannst dich nun selbst fragen, falls du sowohl einen Mobil- als auch Festnetzanschluss besitzt, ob du beide auch wirklich nutzt. Vielleicht bemerkst du ja, dass du auf deinen Festnetzanschluss verzichten kannst. Möglicherweise lohnt es sich aber für dich auch, auf einen kleineren und billigeren Festnetzvertrag umzusteigen. Wir helfen dir gerne dabei, deinen Festnetzvertrag zu kündigen!

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