Routerzwang abgeschafft – es lebe die Router-Freiheit!

Laura Lenhart

Der Bundestag hat den Routerzwang 2016 abgeschafft. Du entscheidest also selbst, mit welchem Router du ins Internet gehst.

Der Routerzwang war vielen ein Dorn im Auge und sorgte immer wieder für Diskussionen, als es ihn noch gab. 2016 hat der Bundestag dann beschlossen, dass du in Zukunft selbst entscheidest, welchen Router du für deinen Internetzugang benutzt und kaufst.

Dieses Recht das im Telekommunikationsgesetz verankert ist, wurde nun in einem aktuellen Urteil des Landgerichts Koblenz weiter gestärkt.

Routerzwang – was bedeutet das?

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Einfach ausgedrückt bedeutete der Routerzwang, dass du als Verbraucher nicht selbst entscheiden konntest, mit welchem Router du ins Internet gehst. Der Router wurde von deinem Anbieter bestimmt und du konntest diesen direkt vom Anbieter kaufen oder monatlich mieten. Einen anderen Router anzuschließen war nicht möglich, da die Anbieter die notwendigen Zugangsdaten nicht herausgeben mussten und diese nur auf dem „Zwangrouter“ hinterlegt waren.

Kritik am Routerzwang

Wie N24 berichtet waren Kritikpunkte am Routerzwang insbesondere fehlende Netzwerkspeicher-Funktionen, ein Ausschließen alternativer Anbieter für Internettelefonie oder eine eine nicht wunsch-gemäße WLAN-Leistung.

Außerdem wurden immer wieder Sicherheitsbedenken laut, da durch die vielen gleichen Geräte bei einer Sicherheitslücke auch immer gleich eine große Anzahl von Nutzern betroffen waren. „Die Gefahr flächendeckender Sicherheitslücken kann damit durch dieses Gesetz deutlich reduziert werden,“ sagt Andreas G. Lämmel (CDU/CSU) bei der Bundestags-Sitzung am 5.11.15.

Auch gab es theoretisch die Möglichkeit, auf die lokalen Netze der Nutzer zuzugreifen, gab Bernd Rudolph, 2. Vorsitzender des Bundesverbands Initiative gegen digitale Spaltung bereits 2013 zu Denken (siehe teltarif.de)

Kein Routerzwang mehr – was ändert sich?

Im Prinzip änderte sich für dich nur die Tatsache, dass du in Zukunft selbst entscheiden kannst, ob du ein eigenes Gerät auswählst oder das vom Provider vorgeschlagene Gerät benutzt und kaufst oder mietest. Außerdem ist der Provider verpflichtet, dir die Zugangsdaten zukommen zu lassen, damit du ein eigenes Gerät verwenden kannst. Hast du schon einen Router solltest du bei einem Neuvertrag also prüfen, ob du diesen eventuell behalten kannst, um dir so eine Neuanschaffung oder ein erneutes Mietgerät zu sparen. (Quelle: Computerbild.de)

Es gilt die Router-Freiheit!

Dein Anbieter ist verpflichtet dir alle nötigen Zugangsdaten und Infos kostenlos zur Verfügung stellen, die du braucht, damit du einen selbst gewählten Router nutzen kannst.
Laut Bild-Informationen, konnten dies direkt nach der Umstellung jedoch nur Neukunden und Kunden, deren Vertrag sich neu verlängerte, in Anspruch nehmen.

Doch wieder Routerzwang bei 1&1? Eine Klage der vzbv stärkt deine Rechte

Wie die Verbraucherzentrale meldet, hatte eine Klage gegen den Anbieter 1&1 vor dem Landgericht in Koblenz Erfolg. 1&1 hatte in der Gestaltung der Online-Bestellung den Eindruck erweckt, es sei für ihre DSL-Tarife einer der angebotenen Router zwingend erforderlich. Es wurde suggeriert, dass du diese Tarife nur bestellen kannst, wenn du einen 1&1-Router dazu wählst.
„Internetdienstleister dürfen ihren Kunden keinen bestimmten Router aufzwingen,“ sagt Jana Brockfeld, Rechtsreferentin beim vzbv. „Deshalb ist es irreführend, wenn ein Unternehmen suggeriert, für die Nutzung seiner Tarife müssten die Kunden einen der angebotenen Router mitbestellen.“

Es herrscht also auch weiterhin Router-Freiheit – das ist gesetzlich festgelegt! Sollte dir also ein Anbieter auffallen, bei dem das nicht so scheint, kann es sich lohnen das bei der Verbraucherzentrale zu melden.

 

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