Internet: Sonderkündigungsrecht bei Umzug

Simone Groß

Seit Mai 2012 gilt: Du hast für deinen Internetvertrag ein Sonderkündigungsrecht bei Umzug. Erfahre, wann genau dieses Recht gilt.

Du hast als Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht bei Umzug, wenn die Internetverbindung deines Anbieters am neuen Wohnort nicht oder nur eingeschränkt verfügbar ist (Telekommunikationsgesetz § 46 Abs.8).

Sonderkündigungsrecht bei Umzug: So gehst du vor

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Wenn du wissen willst, ob du für dein Internet ein Sonderkündigungsrecht bei Umzug hast, musst du zunächst feststellen, ob dein Anbieter an deinem neuen Wohnort Internet zur Verfügung stellt. Besonders schnell geht das mit den Abfragen von Verivox oder Check24. Im Normalfall ist die Abfrage aber auch direkt auf der Homepage deines Anbieters möglich.

Das  Sonderkündigungsrecht bei Umzug tritt dann in Kraft, wenn an deinem neuen Wohnort kein oder nur ein langsamerer Internet-Anschluss angeboten wird, in diesen Fällen kannst du mit einer Frist von drei Monaten deinen Vertrag kündigen, so schreibt es das Gesetz vor. Vorlagen für Kündigungsschreiben und die Adressen der größten Anbieter haben wir auf Aboalarm für dich zusammengestellt: Internet- und Telefonanbieter kündigen

Dieses Sonderkündigungsrecht bei Umzug darf auch in den AGB des Anbieters nicht ausgeschlossen werden. Lass dich also nicht beeindrucken, falls dein Anbieter sich darauf berufen will. Dies ist laut Telekommunikationsgesetz §47 b unwirksam.

Ist die gleichbleibende Versorgung am neuen Wohnort hingegen sichergestellt, so hast du kein Sonderkündigungsrecht. Beachte aber trotzdem: Der Neuanschluss am neuen Wohnort darf keine Vertragsverlängerung nach sich ziehen. Das heißt, der Vertrag läuft so weiter, als wäre nichts passiert. Oft nutzen die Anbieter nämlich den Neuanschluss aus, um den Vertrag zu verlängern und dich so weiterhin möglichst lange an den Vertrag zu binden. Genau so verhält es sich auch bei einem Umzug zum Partner oder einer Wohngemeinschaft. Dort ist meist schon ein Internetanschluss vorhanden, dennoch gibt es hier kein Sonderkündigungsrecht für den bestehenden Vertrag in der alten Wohnung. In einzelnen Fällen gewährt der Anbieter zwar eine Sonderkündigung aus Kulanz, dies ist jedoch nicht die Regel und er ist nicht dazu verpflichtet.

Vorsicht: Die Kosten, die deinem Anbieter durch deinen Umzug entstehen, darf er dir in Rechnung stellen. Diese dürfen allerdings die Kosten eines Neuanschlusses nicht übersteigen.

Denk daran, deinen Anbieter frühzeitig über deinen Umzug zu informieren (bei O2 werden beispielsweise 30 Tage angesetzt). Oft gibt es hierfür einen Online-Antrag oder zumindest einen Antrag zum Download auf der Internetseite deines Anbieters.

Anders hingegen bei Vodafone Kabel Deutschland: Da eine Sonderkündigung erst zum Umzugstermin möglich ist, können die drei Monate Frist nicht im Voraus beginnen. Du bist folglich nicht verpflichtet Vodafone frühzeitig zu informieren. Mehr Informationen findest du im Blogartikel Vodafone Kabel Deutschland Urteil.

Sonderkündigungsrecht bei Umzug: Die Hintergründe

Bis 2012 galt, auch wenn bei einem Umzug kein Internet am neuen Wohnort verfügbar war, hattest du kein Sonderkündigungsrecht bei Umzug. Kurz gesagt: Du hast bis zum Vertragsende gezahlt, auch wenn du am neuen Wohnort gar keinen Internetanschluss mehr hattest. Die Begründung für diese Entscheidung war damals, dass der Anbieter des Internet-Vertrags ja nichts dafür kann, dass du an einen Ort ziehst, an dem kein Internet verfügbar ist.

Doch damit ist nun Schluss. Im Mai 2012 wurde das Telekommunikationsgesetz geändert und die oben genannte Regelung trat in Kraft.

Internet: Sonderkündigungsrecht bei Umzug Seit Mai 2012 gilt: Du hast für deinen Internetvertrag ein Sonderkündigungsrecht bei Umzug. Erfahre, wann genau dieses Recht gilt. Artikelbewertungen: 20 4.4 / 5 20