Sonderkündigungsrecht Internet – Übersicht der Gründe

Wolfgang Kirmaier

Wir zeigen dir in welchen verschiedenen Situationen du ein Sonderkündigungsrecht Internet hast und in welcher Form und Frist du dieses nutzen kannst.

In unserem Blog-Beitrag erklären wir dir die verschiedenen Umstände unter welchen du ein Sonderkündigungsrecht Internet hast. Die Informationen dazu kommen vermehrt von der Kanzlei Hollweck. Außerdem geben wir die praktische Tipps & Tricks zur Kündigung, wie Frist und Form.

Sonderkündigungsrecht Internet – wann tritt es ein

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Eine Sonderkündigung kann in den verschiedensten Fällen überaus nützlich sein und dir eine Menge Geld sparen. Hier findest du eine Liste der gesammelten Gründe für ein Sonderkündigungsrecht Internet.

Sonderkündigung wegen Umzug

Bei einem Umzug hast du in der Regel kein Sonderkündigungsrecht, sofern der Anbieter die Internet-Versorgung in den neuen vier Wänden garantieren kann. Sollte dies nicht gegeben sein, deine neue Wohnung befindet sich also nicht im Versorgungsbereich, dann kannst du eine Sonderkündigung erklären. Dies gilt auch, wenn die neue Verbindung eine geringere Maximalgeschwindigkeit hat als die bisherige. Wichtig bei einer Kündigung durch Sonderkündigungsrecht ist die Kündigungsfrist von 3 Monaten. Weitere Informationen erhältst du in unserem Blog-Beitrag Internet: Sonderkündigungsrecht bei Umzug.

Sonderkündigung wegen Preiserhöhung

Bei einer Erhöhung der Preise hast du ein Sonderkündigungsrecht Internet, sofern der Anbieter in seinen Allgemeinen Geschäftbedingungen nicht anderweitig darauf eingeht. In manchen fällen, wie bei O2, musst du zunächst der Preiserhöhung innerhalb von 6 Wochen widersprechen.   Mehr dazu liest du in unserem Blog-Artikel Sonderkündigungsrecht Internet bei Preiserhöhung.

Sonderkündigung bei geringer Geschwindigkeit

Unterschreitet die Geschwindigkeit deiner Internetleitung dauerhaft und deutlich die vereinbarte Leistung, so hast du ein Recht auf eine Sonderkündigung. Einige Betroffene wurde dieses Recht auch schon vor Gericht erteilt, es handelt sich jedoch um einen Entscheidung im Einzelfall. Außerdem muss die Geschwindigkeit deutlich unter der beworbenen liegen – meist muss dabei weniger als die Hälfte erreicht werden. Mehr Infos dazu gibt es im Artikel Sonderkündigungsrecht DSL bei geringer Geschwindigkeit.

Sonderkündigung bei Störungen oder Ausfall

Kleinere Störungen muss der Verbraucher, laut Gesetzgeber, hinnehmen. Dazu zählen kurze Unterbrechungen, nicht aber langfristige Ausfälle. Diesen muss der Anbieter innerhalb einer gesetzten Frist beheben, schafft er dies nicht, hast du ein Sonderkündigungsrecht und kannst deinen Vertrag außerordentlich kündigen. Kündigungen dieser Art unterliegen §626 des BGB, wonach die Fortsetzung des Dienstverhältnisses nichtmehr zumutbar ist. Eine einheitliche Regelung, wann ein Ausfall langfristig ist, gibt es nicht. Entscheidungen über die Kündbarkeit werden vor Gericht individuell entschieden.

Sonderkündigung durch Nichterscheinen des Technikers

Solltest du, aus diversen Gründen, einen Termin mit einem Techniker vereinbart haben und dieser erscheint nicht oder lässt sich entschuldigen, dann musst du dem Anbieter die einmalige Chance geben, einen zweiten Termin wahrzunehmen. Erscheint der Techniker, aus welchem Grund auch immer, wieder nicht zum vereinbarten Termin, so kannst du ein Sonderkündigungsrecht Internet in Anspruch nehmen und den Vertrag außerordentlich kündigen.

Sonderkündigung durch defekte Hardware

Viele Internetverbindungen werden mit einem bestimmten Router oder einem Modem verkauft. Der Preis wird meist als Miete zur monatlichen Gebühr dazugerechnet. Sollte diese Hardware defekt sein, so muss dir der Anbieter das Gerät reparieren oder für Ersatz sorgen. Kann oder will der Internetprovider dem, innerhalb einer von dir gesetzten Frist, nicht nachkommen, so hast du ein Sonderkündigungsrecht.

Sonderkündigung durch Ableben des Inhabers

Stirbt der Inhaber des Internetvertrags, so kann der bestehende Vertrag fristlos durch ein Sonderkündigungsrecht gekündigt werden. Wichtig dabei ist die Kopie der Todesbescheinigung, die der Kündigung beigefügt wird. Ebenso kann der Vertrag auch von einem Hinterbliebenen übernommen werden. In einem solchen Fall kontaktierst du mit deinem Anliegen einfach direkt den Anbieter.

Sonderkündigung aus Kulanz des Anbieters

Wenn keines der oberen Fälle auf deine Situation zutrifft, du aber dennoch den Vertrag kündigen musst, so kannst du auf die Kulanz des Anbieters hoffen. Eine solche Kündigung wird beispielsweise bei plötzlich eintretender Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit erteilt. Bevor du deinen Anbieter jedoch mit deiner Kündigung überrumpelst, solltest du einen Vertreter des Providers kontaktieren und ihm deine Situation schildern.

Sonderkündigung Internet – das ist zu beachten

In den meisten hier beschriebenen Fällen, musst du dem Anbieter eine bestimmte Frist geben, in der du eine Reaktion erwartest. Diese muss natürlich angemessen sein, du kannst von deinem Provider nicht erwarten dass er deinen defekten Router in zwei Tagen repariert. Angemessen ist eine Frist von 2-3 Wochen.

Das Nutzen des Sonderkündigungsrecht solltest du unbedingt in der Formulierung deiner Kündigung erwähnen. Außerdem darf der Grund deiner Sonderkündigung nicht fehlen. Dazu wählst du am besten Worte wie:

„Hiermit nehme ich mein Sonderkündigungsrecht in Anspruch und kündige meinen Vertrag fristlos. Der Grund dafür ist (…) „

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