Telekom: Kündigungsandrohung wegen IP-Telefonie

Michaela Kiesel

Die Telekom hat in letzter Zeit Kündigungsandrohungen aufgrund der Umstellung auf IP-Telefonie verschickt. Was bedeutet das für dich?

Bis 2018 sollen 20 Millionen Anschlüsse der Telekom IP-basiert laufen – in vielen Großstädten soll die Umstellung bereits 2016 abgeschlossen sein. Jetzt droht die Telekom ihren Kunden mit einer Vertragskündigung und das obwohl sich die IP-Telefonie in der letzten Zeit als äußerst störungsanfällig erwiesen hat. Erst vor kurzem haben wir darüber berichtet, dass Telekom-Kunden, die bereits auf IP-Telefonie umgestiegen sind, für mehrere Stunden telefonisch nicht zu erreichen waren. Mehr dazu liest du in unserem Artikel: Telekom: Störungen bei der IP-Telefonie.

Kündigungsandrohung der Telekom wegen IP-Telefonie: So äußert sich das Unternehmen

„Bitte jetzt handeln – sonst müssen wir Ihren Anschluss leider bald kündigen“. Mit diesen Worten seien Briefe der Telekom an ihre Kunden überschrieben, deren Verträge bald auslaufen, teilte die Mitteldeutsche Zeitung mit.

Das Unternehmen möchte seine Kunden durch diese Briefe dazu auffordern, sich mit einem Mitarbeiter in Verbindung zu setzen, weil die Einführung der IP-Telefonie direkt zur Abschaltung der alten Technologie führen wird. Deshalb müssen die Verträge geändert werden, sie können nicht einfach so weiterlaufen wie sie momentan sind. Um jedoch eine Vertragsänderung vornehmen zu können, benötigt die Telekom deine Einwilligung.

Kündigungsandrohung wegen IP-Telefonie: Das solltest du beachten

Wenn du nicht innerhalb von vier Wochen auf diesen Brief reagierst, erhältst du die Kündigung. Kurz bevor der Anschluss dann endgültig abgeschaltet wird, erhältst du nochmal einen Brief und einen Anruf eines Telekom-Mitarbeiters. Sollte dann noch immer kein neuer Vertrag abgeschlossen werden, werden die Leistungen der Telekom eingestellt. Dein Anschluss bleibt aber dennoch erhalten – dir steht es also frei, zu einem anderen Anbieter zu wechseln, wenn du das möchtest. Allerdings, so Ingo Hofacker von der Telekom, bieten auch anderen Unternehmen bei neuen Verträgen fast nur noch IP-Telefonie an. Hofacker weist außerdem deutlich darauf hin, dass für Kunden bei der Umstellung keine Mehrkosten entstehen. Es besteht zwar die Möglichkeit, andere (und unter Umständen teurere) Tarife zu wählen, allerdings sei dies in keiner Weise verpflichtend. Stattdessen können Kunden ihre bisherigen Konditionen beibehalten.

Kündigungsandrohung der Telekom wegen IP-Telefonie: Fazit

Rein rechtlich seien die Briefe der Telekom nicht zu beanstanden, teilte die Verbraucherzentrale Bayern laut merkur-online.de mit. Für kundenfreundlich hält man das Vorgehen dort allerdings nicht. Auch wir erachten das Verhalten der Telekom weder als kundenfreundlich noch finden wir es gut, dass nicht erst alle Schwierigkeiten mit der neuen Technologie behoben werden, bevor du auf IP-Telefonie umsteigen sollst.

Um deinen Vertrag bei der Telekom weiterhin nutzen zu können, solltest du dich nach Erhalt einer Kündigungsandrohung möglichst bald mit dem Anbieter in Verbindung setzen – um weitere Unannehmlichkeiten zu vermeiden.

Update 16.2.2015:

Ingo Hofacker, Leiter des Privatkunden-Managements der Telekom, erklärte gegenüber Teltarif.de, dass das Unternehmen beinahe 10 Prozent seiner Kunden wegen den Kündigungsandrohungen verloren habe. Dies seien 4 Prozent mehr Kunden als sonst. Der Großteil der Anschlüsse wurde laut Hofacker bereits auf IP-Telefonie umgestellt.

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