Krankmeldung – das musst du beachten

Michaela Kiesel

Du musst deinem Arbeitgeber deine Krankmeldung umgehend übermitteln. Wir sagen dir, was du sonst noch wissen musst und was dein Arbeitgeber darf.

Mit einer Krankmeldung teilst du deinem Arbeitgeber mit, dass es dir zu schlecht geht um zu arbeiten. Du hast während einer Krankheit Anspruch auf Lohnfortzahlung für maximal 6 Wochen. Allerdings nur, wenn du seit mindestens 4 Wochen ununterbrochen in der Firma deines Arbeitgebers arbeitest. Solltest du nach 6 Wochen Krankheit noch immer arbeitsunfähig sein, bekommst du von deiner Krankenversicherung Krankengeld.

Deine Pflichten bei einer Krankmeldung

Wenn du wegen einer Krankheit nicht in der Lage bist zu arbeiten, musst du das deinem Arbeitgeber gleich am ersten Krankheitstag mitteilen – wenn nicht riskierst du eine Abmahnung und später eine Kündigung. Die Form ist hierbei egal: Du kannst deinen Chef per E-Mail, als Fax oder am Telefon darüber unterrichten. Wir empfehlen dir jedoch, deinen Arbeitgeber telefonisch über deine Krankmeldung zu informieren, denn so kannst du sicher sein, dass er sie rechtzeitig erhält. In der Regel musst du ab dem dritten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorweisen – die Krankmeldung kann jedoch von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich geregelt sein. Daher solltest du unbedingt in deinem Arbeitsvertrag nachlesen oder bei deinem Arbeitgeber nachfragen, ab dem wievielten Tag du ein ärztliches Attest vorweisen musst, wenn du das nicht sicher weißt. Das Bundesarbeitsgericht hat nämlich entschieden, dass der Arbeitgeber schon ab dem ersten Krankheitstag ein Attest verlangen darf. Deiner Krankenkasse musst du dein Attest ebenfalls umgehend übermitteln – das große Blatt geht an die Krankenversicherung, der Durchschlag an den Arbeitgeber.

Übrigens: Du musst deinem Chef nur mitteilen wie lange du krank bist – einen Anspruch darauf zu erfahren, welche Krankheit du hast, hat er nicht.

Die Rechte deines Arbeitgebers nach einer Krankmeldung

Wenn du krank ohne Krankmeldung in die Arbeit gehst, kann dein Chef dich nach Hause schicken. Wenn du dich jedoch krank meldest und dein Arbeitgeber denkt, dass deine Krankmeldung nicht berechtigt ist, du also eigentlich nur blau machst, darf er bei der Krankenversicherung eine gutachtliche Stellungnahme des Medizinischen Dienstes einholen. Ein unabhängiger Arzt untersucht dich dann, um deinen tatsächlichen Gesundheitsstand festzustellen.

Aber steht es deinem Arbeitgeber zu, nach einer Krankmeldung einen Detektiv zu engagieren der dich überwacht? Dies kannst du in unserem Artikel Überwachung bei Krankheit: Darf der Chef das? nachlesen.

Krankmeldung auch im Urlaub

Wir empfehlen dir, dich nur krank zu melden, wenn du auch tatsächlich krank bist. Denn so kann dir im Falle einer Krankmeldung nichts passieren – ansonsten würde eine fristlose Kündigung drohen. Übrigens bist du nicht verpflichtet, während der kompletten Zeit zu Hause zu bleiben oder erreichbar zu sein. Allerdings solltest du den ärztlichen Anweisungen unbedingt Folge leisten: Wenn der Arzt dir Bettruhe verordnet, solltest du dich auch daran halten.

Wir möchten dir noch einen Tipp mit auf den Weg geben: Wenn du während deines Urlaubs krank wirst, solltest du dich ebenfalls krank melden. Dann verbrauchst du nämlich keine Urlaubstage mehr: Stattdessen handelt es sich um Krankentage. Deinen Urlaub kannst du dann wann anders nehmen.

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