Nebenjob versteuern: Lieber einen Minijob oder doch den Einstieg in die Selbstständigkeit wagen?

In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Zahl derjenigen, die ihr Gehalt mit einem Zweitjob aufstocken verdreifacht. So jedoch auch die Zahl derjenigen, die sich fragen, ob oder wie man den eigenen Nebenjob versteuern muss. Wie sieht es bei den verschiedenen Jobmodellen aus und in welche Steuerklasse rutsche ich? Das alles erfährst du hier in unserem zweiten Job-Serienartikel.

Im Jahr 2017 haben rund drei Millionen Menschen einen Zweitjob angenommen, also dreimal mehr, als noch vor 20 Jahren. Ob das monatliche Geld nicht reicht, oder dein Hauptberuf dich nicht erfüllt – arbeitest du nebenbei, kann es sein, dass du diesen Nebenjob versteuern musst.

Grundsätzlich gilt bei der Aufnahme eines Zweitjobs, dass

  • die gesamte Arbeitszeit die 48 Stunden pro Woche nicht übersteigen darf.
  • eine Ruhezeit von elf Stunden vor Arbeitsbeginn gewährleistet sein muss.
  • du im Urlaub, den du dir bei deinem Hauptberuf nimmst, nicht den Nebenjob zur Vollzeittätigkeit aufstocken darfst.
  • Krankheitstage Krankheitstage bleiben, egal in welchem Job du sie genommen hast – bedeutet, dass du dich nicht in einem Job krankschreiben und gleichzeitig dem anderen nachgehen darfst.

450-Euro-Job: Der typische steuerfreie Zweitjob

Beim 450-Euro-Job handelt es sich um eine sogenannte geringfügige Beschäftigung, besser bekannt als Minijob. Wählst du eine solche Tätigkeit als Zweitjob, und bleibst dabei bei höchstens 450 Euro im Monat – beziehungsweise 5400 Euro im Jahr – musst du keine Steuern zahlen.

Zahlst du bei deinem Hauptjob in die Rentenversicherung ein, kannst du bei deinem Minijob die Rentenversicherungspflicht abmelden.

Nebenjob versteuern: Über 450 Euro in der Lohnsteuerklasse VI

Möchtest du neben deinem Hauptberuf einem Job nachgehen, bei dem du über 450 Euro im Monat verdienst, ist dieser sozialversicherungspflichtig.

Jobs dieser Art haben eine eigene Steuerklasse, nämlich die Lohnsteuerklasse VI, bei der von allen Klassen die höchsten Abgaben gezahlt werden. Diese kann man sich in der Steuererklärung jedoch zurückholen. Der Hauptjob bleibt innerhalb den ersten vier Steuerklassen.

Je nach Familienstand und danach, in welcher Steuerklasse die Beschäftigung deines Ehegatten verordnet wird, kann es sein, dass du in Steuerklasse V rutschst.

Mit einem Fuß in die Selbstständigkeit

Neben deinem Hauptberuf selbstständig arbeiten zu wollen, klingt erstmal gut: So kann man mit einem regelmäßigen Einkommen im Rücken seinen Traum verwirklichen und ausprobieren, ob die eigene Idee überhaupt funktioniert, ohne gleich alles auf eine Karte zu setzen.

Steuerlich sieht es hier jedoch ein bisschen aufwändiger aus. Nach der Anmeldung deines Gewerbes teilt dir das Finanzamt eine Steuernummer zu. Du bist dann verpflichtet, deinen sämtlichen Geldverkehr in einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung festzuhalten. Hier ist die Einkommensgrenze deiner Krankenkasse einzuhalten, und du musst dementsprechend eventuell in eine private oder gesetzliche Krankenversicherung wechseln.

Deine selbstständige Tätigkeit darf grundsätzlich maximal 15 Stunden pro Woche in Anspruch nehmen.

Ehrenamt- und Übungsleiterpauschalen: Steuerfrei etwas Gutes tun

Möchtest du dich neben deinem Hauptberuf ehrenamtlich engagieren, oder beispielsweise als ErzieherIn arbeiten, gelten für dich besondere Pauschalen, bis zu denen du steuerfrei arbeiten darfst:

Ehrenamtspauschale
pro Jahr
Übungsleiterpauschale
pro Jahr
720 Euro2400 Euro

Arbeitslosengeld I aufstocken: Genaue Regeln beim Nebenjob

Bezieht du Arbeitslosengeld I und möchtest einen Nebenjob annehmen, gelten für dich besondere Grenzen, damit dir das Arbeitslosengeld weiter voll ausgezahlt wird. Deine wöchentliche Arbeitszeit muss sich demnach auf 14 Stunden und 59 Minuten beschränken, und dein Gehalt darf 165 Euro im Monat nicht überschreiten.

Hältst du die Grenzwerte nicht ein, kann das dein Arbeitslosengeld beeinträchtigen.

Die brandneue aboalarm Serie!

Das war der zweite Teil unserer März-Serie, die wöchentlich immer donnerstags auf unserem Blog erscheint. Diesen Monat geht es um das das Thema Job.

Nächste Woche gibt es einen Artikel über deine Rechte in einem Werkstudentenjob!

Teil 1: BAföG und Arbeit: Wie du Nebenjob, Praktikum und Co mit der Bildungsförderung unter einen Hut bekommst

Nebenjob versteuern: Lieber Minijob oder doch Selbstständigkeit? In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Zahl derjenigen, die ihr Gehalt mit einem Zweitjob aufstocken verdreifacht. Wie sieht es bei den verschiedenen Jobmodellen aus, und in welche Steuerklasse rutsche ich? Wie man einen Nebenjob versteuern muss, erfährst du hier in unserem zweiten Job-Serienartikel im März. Artikelbewertungen: 1 5.0 / 5 1