Arbeitsvertrag: Ordentliche Kündigung

Maria Shin

Hier findest du die wichtigsten Informationen zum Thema ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses auf einen Blick: Sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber.

Eine ordentliche Kündigung im Arbeitsrecht kann eine komplizierte Angelegenheit sein. Um richtig zu kündigen, muss man einige Formalitäten beachten. Das eine gilt aber immer: Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und entweder persönlich oder per Post eingereicht werden. Aber welche Kündigungsfrist muss man einhalten? Wann kann man fristlos kündigen? Was passiert mit dem Urlaubsanspruch? Diese und andere Fragen beantworten wir in diesem Artikel.

Kündigungsfristen für Arbeitnehmer

Ordentliche Kündigung bedeutet, dass der Arbeitsplatz unter Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt wird. Häufig taucht das Problem auf, welche Kündigungsfrist vom Arbeitnehmer einzuhalten ist.

Die gesetzlichen Kündigungsfristen sind in § 622 BGB geregelt. Es gibt dort eine Grundkündigungsfrist (nach Ablauf einer eventuellen Probezeit) von vier Wochen zum 15. eines Monats oder zum Monatsende.

Sehr häufig werden aber im Arbeitsvertrag längere Kündigungsfristen vereinbart und dies ist auch zulässig. Wirksam ist ebenfalls die Regelung im Arbeitsvertrag, dass Verlängerungen sowohl für Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer gelten. Manche Arbeitsverträge kann man nur zum Monatsende oder nur zum 15. eines Monats kündigen.

Im Gegensatz dazu werden in vielen Tarifverträgen kürzere Kündigungsfristen vereinbart. Häufig ist das der Fall, wenn es sich um eine kürzere Beschäftigung handelt. Schau dir also unbedingt deinen Arbeitsvertrag genau an: Nur dort findest du die richtige Kündigungsfrist.

Die Kündigung wird erst dann wirksam, wenn sie deinen Arbeitgeber erreicht hat. Das Datum im Kündigungsschreiben ist in dem Sinne nicht aussagekräftig. Aus diesem Grund musst du deine Kündigung mit mindestens zwei Tagen Puffer abschicken.

Kündigungsfristen für Arbeitgeber

Je nachdem wie lang das Arbeitsverhältnis besteht, sind die für Arbeitgeber geltenden Kündigungsfristen bis zu 7 Monaten zum Monatsende gestaffelt. Dies ist in § 622 BGB erfasst:


(2) Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen

  • zwei Jahre bestanden hat, einen Monat zum Ende eines Kalendermonats,
  • fünf Jahre bestanden hat, zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  • acht Jahre bestanden hat, drei Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  • zehn Jahre bestanden hat, vier Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  • zwölf Jahre bestanden hat, fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  • 15 Jahre bestanden hat, sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  • 20 Jahre bestanden hat, sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats.

Die Kündigung wird erst dann wirksam, wenn sie bei dem Arbeitnehmer eingegangen ist. Das Datum im Kündigungsschreiben ist in dem Sinne nicht aussagekräftig.

Ordentliche Kündigung von Seiten des Arbeitnehmers

Wenn der Arbeitnehmer einen unbefristeten Arbeitsvertrag ordentlich kündigt,  muss er die Kündigungsfrist einhalten und die Kündigung schriftlich einreichen:  Kündigungen per  Fax oder E-Mail sind unwirksam. Bei einer ordentlichen Kündigung braucht der Arbeitnehmer keinen Grund anzugeben.

Ein befristeter Arbeitsvertrag endet nach Ablauf der vereinbarten Zeit, so §15 Teilzeitbefristungsgesetz. Das Recht auf eine ordentliche Kündigung besteht also nur dann, wenn dies im Vertrag vereinbart wurde. Ansonsten kann man so einen Vertrag nicht ordentlich kündigen.

Ordentliche Kündigung von Seiten des Arbeitgebers

Einen Arbeitsvertrag zu kündigen, ist für Arbeitgeber um einiges schwieriger. Wenn das Arbeitsverhältnis mindestens sechs Monate ohne Unterbrechung bestand, muss die Kündigung „sozial gerechtfertigt“ sein. Dies wird vom Kündigungsschutzgesetz  vorgeschrieben.

Eine Kündigung ist dann sozial gerechtfertigt, wenn sie durch das Verhalten des Arbeitnehmers begründet werden kann. Dringende betriebliche Erfordernisse können eine Kündigung von Seiten des Arbeitgebers auch sozial rechtfertigen.  Der Kündigungsgrund muss im Kündigungsschreiben angegeben werden. Wenn das Kündigungsschutzgesetz nicht wirksam ist, muss der Arbeitgeber keinen Kündigungsgrund angeben.

In folgenden Fällen ist keine Kündigung durch den Arbeitgeber möglich:

  1. Während der Schwangerschaft und bis vier Monate nach der Entbindung (§ 9 MuSchG)
  2. Während der Elternzeit (§18 BEEG)
  3. Wenn der Arbeitnehmer, dem gekündigt werden soll, ein Mitglied eines Betriebsrats, einer Jugend- und Auszubildendenvertretung, einer Bordvertretung oder eines Seebetriebsrats ist (§15 KSHG

Nach der Kündigung: Das muss jeder Arbeitnehmer wissen

Je nachdem, ob du den Arbeitsvertrag gekündigt hast oder dir gekündigt wurde, musst du einige Dinge zur Kenntnis nehmen.

1. Abfindung

Wenn dir als Arbeitnehmer betriebsbedingt gekündigt wurde, hast du das Recht auf die Auszahlung der Abfindung. Betriebsbedingt heißt, dass der Kündigungsgrund nicht mit deiner Persönlichkeit oder deiner Arbeitsweise zusammenhängt, sondern durch betrieblich Erfordernisse bedingt ist.

2. Sperre im Bezug auf Arbeitslosengeld

Wenn du als Arbeitnehmer ordentlich kündigst und daraufhin arbeitslos bleibst, wirst du wahrscheinlich eine Sperre im Bezug auf Arbeitslosengeld bekommen. In der Sperrzeit von mindestens drei bis maximal zwölf Wochen, hat man kein Anspruch auf das Arbeitslosengeld.

3. Resturlaub

Auch nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer einen Urlaubanspruch. Wenn der Resturlaub ganz oder teilweise nicht gewährt wird, muss er ausgezahlt werden, so §7 BurlG

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