Rechte beim KiTa-Streik [UPDATE]

Simone Groß

Schon am 22. März rief Verdi Kita-Mitarbeiter zum Warnstreik auf. Nachdem sich die Partein bis heute nicht einigen konnten, streiken heute (10. April 2018) wieder die KiTa-Mitarbeiter in München. Was darfst du während des KiTa-Streiks als Arbeitnehmer? 

Wie der Focus-News-Ticker schreibt, ist im kein Ende in Sicht: Im Kita-Tarifstreit hat der Präsident der kommunalen Arbeitgeberverbände, Thomas Böhle, die Forderungen der Erzieherinnen als unverhältnismäßig zurückgewiesen. Erzieherin sei „der bestbezahlte Ausbildungsberuf im Öffentlichen Dienst“, sagte er der Münchner Zeitung „tz“.

Viele Arbeitnehmer stellen KiTa-Streiks vor eine große Herausforderung. Denn wer soll sich nun um die Betreuung der Kinder kümmern? Nach wie vor ist es vielen nicht möglich, einfach von zu Hause aus zu arbeiten. Welche Rechte du bei dem Streik hast, was dein Arbeitgeber dir erlauben muss und was nicht, das beantworten wir dir in diesem Artikel.

Darf ich wegen des KiTa-Streiks zu Hause bleiben und mein Kind betreuen?

Wenn der Streik extrem kurzfristig angekündigt wurde, haben Eltern theoretisch das Recht, am ersten Tag des Streiks zu Hause zu bleiben. Bei voller Bezahlung.

Wird der Streik kurzfristig bekanntgeben (etwa 24 Stunden vorher), kannst du als Arbeitnehmer gemäß §616 Bürgerliches Gesetzbuch notfalls nicht im Büro erscheinen, ohne eine Abmahnung oder Lohnkürzungen befürchten zu müssen.

Doch Vorsicht: Bereits für den zweiten Tag musst du Urlaub beantragen! Auch musst du deinem Arbeitgeber sofort Bescheid geben und eventuelle wichtige Aufgaben an andere delegieren, sagt Boris Dzida auf WiWo.de. Solltest du eine Aufgabe haben, die nur du erledigen kannst, beispielsweise weil nur du den Schlüssel für die Filiale hast, musst du dieser Aufgabe zunächst nachkommen – notfalls in Begleitung deines Kindes.

Da dieser KiTa-Streik jedoch von Verdi früh genug angekündigt wurde, musst du Urlaub beantragen, wenn du dein Kind von zu Hause aus betreuen willst.
Streiken die KiTas wie angekündigt langfristig, so musst du dir für diese Zeit Urlaub nehmen oder eine andere Betreuung für dein Kind organisieren. Denn: Dein Chef muss den Urlaub nicht genehmigen, sofern es dringende betriebliche Gründe dafür gibt, erklärt Ulf Weigelt, Anwalt für Arbeitsrecht, gegenüber Zeit.de.

Darf ich mein Kind mit zur Arbeit bringen?

Generell darfst du deine Tochter oder deinen Sohn nicht einfach mit ins Büro bringen. Das hat schon rein versicherungstechnische Gründe. Anderes gilt natürlich, wenn es Ausnahmeregelungen oder andere Vereinbarungen gibt. Jedoch solltest du auf jeden Fall mit deinem Chef absprechen, ob du das Kind mitbringen darfst und wie sich das am Besten regeln lässt.

Welche alternative Kinderbetreuung gibt es?

Erlaubt es dir deine Tätigkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, dann kannst du mit deinem Vorgesetzten einen Home-Office-Tag vereinbaren. Oder im Falle flexibler Arbeitszeiten kannst du später mit der Arbeit anfangen, oder die Arbeit an einem anderen Tag nachholen.

KiTa-Streik – Organisationstalent gefordert

Generell gilt: Sobald du von einem KiTa-Streik weißt, solltest du mit deinem Chef sprechen, um e uch eine gemeinsame Lösung zu überlegen.Außerdem kannst du dich beispielsweise auch mit anderen berufstätigen Eltern aus der Nachbarschaft zusammen tun und eine Art Notfallbetreuung organisieren. Am einfachsten sieht die Sache natürlich aus, wenn du im Zweifel auch einige Tage von zu Hause aus arbeiten kannst.

Wer sich überlegt, sich aufgrund der Notlage einfach krankzumelden der geht ein hohes Risiko ein. Denn dies kann eine fristlose Kündigung nach sich ziehen.

Wie auch immer du Arbeit und den KiTa-Streik unter einen Hut bringst – es erfordert in jedem Fall einiges an Organisationstalent. Eine Eigenschaft, die dein Arbeitgeber schätzen sollte. 🙂

 

Rechte beim KiTa-Streik [UPDATE] Schon am 22. März rief Verdi Kita-Mitarbeiter zum Warnstreik auf. Nachdem sich die Partein bis heute nicht einigen konnten, streiken heute wieder die KiTa-Mitarbeiter in München. Was darfst du während des KiTa-Streiks als Arbeitnehmer? Artikelbewertungen: 2 5.0 / 5 2