GMX: Was tun bei der Abofalle „Geburtstagsüberraschung“

Wer denkt, ihm könnte nach dem Anlegen eines kostenlosen Accounts beim mitunter größten kostenfreien E-Mail-Dienst im Internet nicht plötzlich eine Inkassomahnung ins Haus flattern, hat falsch gedacht. aboalarm klärt auf über die „Abofalle“ GMX.

Warum sich GMX-FreeMail-Kunden abgezockt fühlen.

Was ist GMX?

GMX bietet in Sachen E-Mail drei verschiedene Nutzungsarten an. Das sind einerseits der kostenlose FreeMail-Account und andererseits die beiden kostenpflichtigen Optionen Pro- und TopMail. Die Option FreeMail erlaubt es, ein kostenfreies Postfach zu pflegen – im Gegenzug erhält man regelmäßig Werbemails, um die Nutzung zu finanzieren. Mit Pro- und TopMail kann man dann gegen die jeweilige Gebühr ohne Werbung ein vergrößertes Postfach und weitere Annehmlichkeiten nutzen. Ein faires Angebot, nicht wahr?

Abofalle GMX: Fälle

Abofalle GMX Mahnung
© luna – Fotolia.com

Wären da nicht die zahllosen Hilferufe im Netz.

So zum Beispiel klagt Petra S. auf der Seite des Verbraucherschutzes darüber, dass sie angeblich einen TopMail-Vertrag geschlossen haben soll. Nachdem sie den Irrtum bemerkte und kündigte, erhielt sie statt einer Bestätigung darüber eine Mahnung und ihr FreeMail-Account wurde gesperrt – aufgrund der „Zahlungsverzögerung“. Daraufhin zahlte sie die Rechnung und wurde später für die verlangte Kündigung um eine Kopie ihres Ausweises gebeten. Als sie diese einsendete wurde ihr Account ohne weitere Informationen erneut einfach gesperrt.

Ein weiterer Nutzer schrieb dort sogar am 05.09.2016, er habe per Post eine Mahnung für ein Postfach erhalten, obwohl er nie eines bei GMX eröffnet hat. Nach Anfrage im Callcenter erhielt er die Auskunft, er habe das besagte Postfach bis 2012 genutzt.

In einem anderen Thread des Verbraucherschutzes beschreibt Verena W. eine besonders unfaire Strategie: Sie habe lediglich die von GMX in einer Werbemail verpackteGeburtstagsüberraschung auspacken“ wollen und erhielt daraufhin eine Mahnung. Als sie widersprach wurde ihr lediglich mitgeteilt, der Vertrag werde zum Ende des Jahres gekündigt. Das bedeutet ein weiteres Jahr Zahlungen für einen ungewollten Vertrag.

Außerdem soll GMX Kündigung und Widerruf behindern. Zu Beginn der Nutzung von TopMail agiert man als Testaccount. Es wird beruhigt, dass dessen Beendigung einfach in den „Mein Account“-Optionen möglich ist. Dort wird man jedoch an eine Telefonnummer überwiesen, bei der man dann erfährt, dass eine Kündigung telefonisch nicht möglich sei.

Wieso sich GMX-Nutzer getäuscht fühlen

Abofalle GMX Buttonlösung
© Jakub Jirsák – Fotolia.com

Der Anbieter beruft sich in Fällen wie dem von Verena W. auf die sogenannte Button-Lösung. Diese legt jedoch fest, dass „der Unternehmer […] die Bestellsituation bei einem Vertrag […] so zu gestalten [hat], dass der Verbraucher mit seiner Bestellung ausdrücklich bestätigt, dass er sich zu einer Zahlung verpflichtet.“ Das bedeutet beim Vertragsschluss per Button, dass dieser „gut lesbar mit nichts anderem als den Wörtern „zahlungspflichtig bestellen“ oder mit einer entsprechenden eindeutigen Formulierung beschriftet“ sein muss. Das scheint in den zahlreichen Beschwerden nie der Fall gewesen zu sein.

Außerdem fällt auch auf, dass recht oft beklagt wird, dass etwaige ungewollte Vertragsbestätigungen per Mail zwischen den unzähligen Werbemails untergegangen wären.

Bereits im Jahre 2003 wurde GMX per Gerichtsbeschluss dazu gezwungen, die AGB kundenfreundlicher zu gestalten. Damals prangerte der Verbraucherschutz mehrere Vertragsklauseln an, die für unfair oder sogar rechtswidrig erklärt wurden.

Abofalle GMX: Fazit

Abofalle GMX Widerspruch
© sharaku1216 – Fotolia.com

GMX scheint leider, wie auch die alten Gerichtsbeschlüsse zeigen, nicht für transparente Kommunikation mit dem Kunden stehen zu wollen.

Bist du dir absolut sicher, dass du niemals einen Vertrag über eine kostenpflichtige – oder sogar kostenlose – Dienstleistung bei GMX abgeschlossen hast, also niemals einen Button oder Link gedrückt hast, widersprich und widerrufe ausdrücklich und fristgerecht, um einem SCHUFA-Eintrag zu entgehen.

Möchtest du wissen, wie du GMX widerrufst oder kündigst wirst du von aboalarm aufgeklärt!

GMX: Was tun bei der Abofalle „Geburtstagsüberraschung“ Jeder, der plötzlich eine Rechnung über sein eigentlich kostenloses GMX-E-Mail-Postfach erhalten hat und in die Abofalle GMX getappt ist, findet hier Hilfe. Artikelbewertungen: 1 5.0 / 5 1
  • entejens

    Mich nerven diese Fallen auch. Aber ich hatte vor Jahren auch versehentlich das Geburtstagsgeschenk geöffnet und bestätigt (intuitiv auf den farblich hervorgehobenen Button geklickt) – und sofort eine Kündigungsmail hinterhergeschickt. Hat alles bestens geklappt.
    Die Mahnung per Post (siehe Beitrag) ist fraglich, da ja gar keine Überprüfung der Adresse erfolgt (mein Kenntnisstand). D. h. ich kann für fremde Personen, deren Adresse mir bekannt ist, einen kostenpflichtigen Account eröffnen – und was macht der dann, wenn die Mahnung kommt?