Rückgaberecht für Apps: Nicht immer unmöglich

Lukas Rumpler

Das Rückgaberecht für Online-Käufe ist selbstverständlich, ein Rückgaberecht für Apps aber nicht. Wie du Apps doch zurückgeben kannst, erfährst du im Blog.

Wer hierzulande etwas im Internet kauft, kann das Produkt innerhalb von 14 Tagen zurückgeben (§ 355 BGB) und sich den Kaufbetrag erstatten lassen. Damit will der Gesetzgeber den Kunden die Möglichkeit geben, Produkte anzuschauen und gegebenenfalls auszuprobieren, wie das auch in einem lokalen Geschäft möglich wäre. Bisher war es umstritten, ob das Widerrufsrecht auch für Downloads und digitale Güter gilt. Ab dem 13. Juni 2014 wird die Rechtslage jedoch klarer. Dann müssen Anbieter von Downloads und digitalen Gütern explizit darauf hinweisen, dass es kein Widerrufsrecht gibt. Tut der Anbieter das, erlischt das Widerrufsrecht, tut er das allerdings nicht, hast du ein Widerrufsrecht.

Rückgaberecht für Apps: Ist das überhaupt notwendig?

Wenn du eine kostenpflichtige App auf dein Smartphone geladen hast, hattest du unter Umständen vorher keine Möglichkeit diese auszuprobieren. Gerade aber, weil es auch Apps gibt, die deutlich teurer als ein paar Cent sind, wäre ein Rückgaberecht für Apps für dich als Verbraucher in jedem Fall wünschenswert. Denn vor einem Kauf kannst du eigentlich nicht sicher sein, ob eine App auch die versprochene Funktionalität bietet.

Rückgaberecht für Apps: Deutliche Unterschiede bei den großen App-Stores

Die drei großen Anbieter von App-Stores haben teilweise bereits eine Möglichkeit eingebaut, Apps aus verschiedenen Gründen umzutauschen. Dabei fällt das Rückgaberecht für Apps aber je nach Plattform deutlich unterschiedlich aus.

Hast du im App-Store von Apple innerhalb der letzten 90 Tage eine App gekauft, die sich als unbrauchbar oder fehlerhaft herausstellt, kannst du dich auf der Seite reportaproblem.apple.com beschweren und eine Erstattung des Kaufpreises fordern. Auch kostenlose Apps können hier aufgelistet werden. Bei der Reklamation muss ein Grund angegeben werden. Diesen kann man aus einer Liste von Vorschlägen auswählen. Diese Liste reicht von „Artikel lässt sich öffnen, funktioniert jedoch nicht wie erwartet“ bis zu „Artikel versehentlich gekauft“. Sollte der vorliegende Grund nicht zur Auswahl stehen, gibt es auch die Möglichkeit ein anderes Problem selbst zu beschreiben. In manchen Fällen wird diese Reklamation von Mitarbeitern geprüft und erst dann gestattet oder eben abgelehnt. Diese Möglichkeit gibt es für alle digitalen Downloads, die über einen der Apple Stores (iTunes Store, App Store, iBooks Store) getätigt worden sind. Das Nutzungsrecht erlischt nach erfolgreicher Reklamation, man kann den Download aber jeder Zeit kostenpflichtig wiederholen.

Im Google Play Store steht dir ein Zeitraum von 15 Minuten zur Verfügung, in dem du Apps zurückgeben kannst. Einen triftigen Grund brauchst du in diesem Fall nicht. Dadurch können auch Apps, die dir einfach nicht gefallen, zurückgegeben werden. 
Aber Achtung: Die 15-minütige Frist gilt ab dem Zeitpunkt des Kaufs und nicht etwa ab dem Zeitpunkt, an dem die App das erste Mal geöffnet wurde oder vollständig heruntergeladen ist. Außerdem lässt sich jede App nur einmal zurückgeben, kauft man sie erneut, muss man sie auch bezahlen.

Microsoft sieht in dem App-Store für Windows Phones zwar keinerlei Möglichkeiten zur Rückgabe von Apps vor, allerdings können die Entwickler aber eine Testversion für die App mit in den Store stellen. So kommt es im besten Fall erst gar nicht zu Fehlkäufen. Die kostenlose Testversion kann man herunterladen, indem man auf den Button „Testen“ klickt, dieser befindet sich direkt neben dem Knopf zum Kauf der App.

Rückgaberecht für Apps: Fazit

Ein tatsächliches Rückgaberecht für Apps gibt es nicht. Jedoch haben die drei großen App-Stores die Problematik erkannt und jeder für sich hat eine Möglichkeit entwickelt, mit diesem Problem umzugehen. Grundsätzlich gilt allerdings, dass du dir die App, die du kaufst, vorher genau ansehen solltest. Lies dir die Beschreibung durch und schaue vor allem in die Bewertung der anderen Nutzer. Dort siehst du am ehesten, wenn irgendwas mit der App nicht in Ordnung ist oder sie nicht hält, was sie verspricht. Hast du eine App bereits gekauft und bist ganz und gar nicht zufrieden, bleibt dir neben dem Gang zu Apple, Google oder Windows auch noch der Kontakt zum Entwickler der App. Um negative Bewertungen zu vermeiden haben diese meist ein offenes Ohr für Kritik, wie die Welt berichtet.

Rückgaberecht für Apps: Nicht immer unmöglich - Aboalarm Blog Das Rückgaberecht für Online-Käufe ist selbstverständlich, ein Rückgaberecht für Apps aber nicht. Wie du Apps doch zurückgeben kannst, erfährst du im Blog. Artikelbewertungen: 1 5.0 / 5 1