Datenklau im Internet: Wie E-Mail-Postfach, Smartphone und Online-Shopping zur Falle werden können

Mit dem Zeitalter der Digitalisierung kam auch der Datenklau im Internet: Spitzenreiter sind statista zufolge Yahoo, MySpace und eBay. Doch nicht nur große Online-Unternehmen können davon betroffen sein: Auch das eigene Smartphone, Viren und Online-Banking können zu Datendiebstahl führen. Wir geben dir einen Überblick über die Gefahren, die ein solcher Datenklau nach sich ziehen kann, und wie du vorsorgen kannst.

Datenschutz im Netz ist ein großes Thema: Mit der neuen Datenschutzgrundverordnung will die Regierung dem Verbraucher die Macht über seine Daten zurückgeben. Doch wie kommt es überhaupt zum Datenklau und wie kann man sich schützen?

Datenklau bei Providern und sozialen Netzwerken

Ob bei großen E-Mail-Providern wie der Telekom, sozialen Netzwerken wie Facebook oder Shoppingseiten wie eBay: Überall wo Daten angelegt und gesammelt werden, kommt es gelegentlich zu Datenskandalen, weil trotz der bekannten Gefahr doch niemand damit rechnet. Vor allem große Unternehmen wie beispielsweise Sky, sind ein begehrtes Ziel für Cyberkriminelle, da man hier Millionen von Daten stehlen kann.

So fielen zum Beispiel im Jahr 2014 im bis dato größten bekannten Fall circa 18 Millionen Konten der größten deutschen E-Mail-Provider dem Datenklau zum Opfer. Die Provider informierten die Kunden und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bot eine Seite zur Überprüfung der eigenen E-Mail-Adresse.

Mit den gestohlenen Daten können sich die Datendiebe schlimmstenfalls in deine Konten und Accounts einloggen, in deinem Namen Einkäufe tätigen und SPAM-Mails verschicken.

Davor schützen, kann man sich fast nicht. Die Unternehmen selbst müssen den Datenschutz hochfahren und kontrollieren, ob es ungewöhnliche Aktivitäten gibt. Mit regelmäßigen Passwortwechseln kannst du es den Dieben jedoch schwieriger machen. Das Passwort wechseln, solltest du spätestens, wenn dir etwas komisch vorkommt.

Viren zur Lösegelderpressung

Auch vor Lösegelderpressung schrecken Cyberkriminelle nicht zurück: So wird sogenannte Ransomware auf dem Computer platziert, die deine Daten sperrt. Du kannst dann angeblich nicht mehr auf diese zugreifen, bis du den Erpressern einen bestimmten Betrag überwiesen hast. Dazu wird damit gedroht, beim Ausschalten des Geräts, dem Einschalten einer Antivirussotfware oder der Verweigerung der Zahlung deine Daten zu löschen.

Wie profitabel solche Datenerpressungen sein können, zeigt ein Fall von 2013, in dem eine Schadsoftware innerhalb weniger Monate 30 Millionen Euro erbeutete. Dieser hohe Betrag ist auch im Abzielen auf Unternehmen begründet, die sehr abhängig von ihren Daten sind und lieber schnell ein Lösegeld zahlen, als alles zu verlieren.

Um den Schaden zu begrenzen solltest du regelmäßig externe Backups machen, sodass du deine Daten gesichert hast. Halte außerdem deine Virensoftware immer auf dem neuesten Stand!

Datenklau durch Phishing und Zweit-SIM

Doch wie kommen Ransomware und andere gefährliche Viren wie Trojaner auf den Rechner? Ein Weg führt über Phishing. Dabei handelt es sich meist um E-Mails, die vor allem im Namen bekannter Firmen versendet werden. Typische E-Mails der Unternehmen werden kopiert und mit gefährlichen Links oder Anhängen ausgestattet, die den Virus enthalten. Die Viren können dann sensible Daten wie Passwörter, Zugangsdaten und TANs abfangen.

So wurden beispielsweise im Jahr 2014 im Namen von Adobe E-Mails mit einem Anhang im Word-Format versendet, der durch Makros einen Trojaner auf dem Computer installierte. Dieser wurde beim Online-Banking tätig und erstellte eigene Formulare, die sensible Daten wie Identifikationsnummer und PIN abfragten. Menschen, die Makros in Word unterbunden beziehungsweise Warnungen eingeschaltet hatten, waren da besser dran.

Eine besonders kriminelle Masche traf 2015 die Telekom-Kundschaft, als gefälschte Rechnungen eine Schadsoftware auf den Computer brachten und sogar Zweit-SIM-Karten angefordert wurden, um die mTANs fürs Online-Banking abzufangen. Hier findest du einen ausführlichen Bericht über diese Masche.

Doch auch eBay und vielen andere Firmen boten bereits Vorlagen für Phishing-E-Mails. Anhänge werden als Rechnungen getarnt oder – gerade bei Banken – Links zu angeblichen wichtigen Hinweisen oder Identifikationsüberprüfungen eingebettet.

Wirf gerne einen Blick in unseren Artikel, in dem du nachlesen kannst, wie du Phishing enttarnst. Und allgemein gilt: Öffne niemals einfach Anhänge, gerade solche in ungewöhnlichen Formaten, und drücke nicht unbedacht auf Links. Informiere dich im Netz, frage direkt bei der Firma nach der Seriosität deiner Nachricht oder gehe selbst direkt auf die Website des Unternehmens, statt Links zu folgen.

Geklaute Daten auf Fake Shops und Websites

Geklaute Daten werden sogar für das Eröffnen von Fake Shops verwendet. Der NDR hat gemeinsam mit einem Verbrauchermagazin 250 Betroffene recherchiert, die größtenteils selbst noch gar nichts davon wussten.

Neben dem Weg über Viren und Schadsoftware kann das schon passieren, wenn du selbst bei einem Fake Shop einkaufst und der Betreiber deine dort angegebenen Daten speichert und unter deinem Namen einen neuen Shop eröffnet. Wie du solche Fake Shops erkennst, erklären wir hier. Lies außerdem hier ausführlich, wie du dich vor einem solchen Vorfall schützen kannst. Einige Websites stehen außerdem unter dem Verdacht, alleine beim Besuch derselben Daten abzufischen und Bestellungen zu tätigen.

Sobald du einen Vorfall von Identitätsdiebstahl bemerkst, solltest du direkt zur Polizei gehen und dir gegebenenfalls rechtlichen Beistand holen, um klarzumachen, dass du davon tatsächlich nichts wusstest. Ansonsten kannst du beispielsweise für illegale Handlungen des Fake Shops strafrechtlich verantwortlich gemacht werden.

Datenklau im Netz: Wie Handy, Online-Shopping und Co. zur Falle werden können Nicht nur große Unternehmen können betroffen sein: Auch das eigene Handy oder Shoppen im Netz können zu Datenklau führen. Wir sagen dir, was das nach sich ziehen kann, und wie du dich schützt. Artikelbewertungen: 3 3.7 / 5 3