Google Nutzerprofile: Sind sie unzulässig?

Michaela Kiesel

Datenschützer wollen Google verbieten, übergreifende Google Nutzerprofile zu erstellen. Wir haben für dich die wichtigsten Informationen.

In seinen seit 1.3.2012 geltenden Datenschutzbestimmungen nimmt sich Google heraus, deine persönlichen Informationen über verschiedene Dienste hinweg miteinander zu verbinden. Hamburger Verbraucherschützer gehen jetzt dagegen vor. Bereits vor zwei Jahren wurde das aktuelle Untersuchungsverfahren eingeleitet.

Google Nutzerprofile: Was bedeuten sie?

Google bietet viele unterschiedliche Dienste an: Neben der Suchmaschine gibt es unter anderem auch Google Maps und den Übersetzer von Google. Auch das Betriebssystem Android, das in vielen Mobiltelefonen zu finden ist, wurde von einer Firma, bei der Google beteiligt ist, entwickelt.

Wie Google den Datenschutz handhabt ist immer wieder ein strittiges Thema: Die Informationen, die du bei den unterschiedlichen Google-Angeboten hinterlässt, werden nämlich zu übergreifenden Nutzerprofilen zusammengefasst. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar stellte fest, dass dieses Vorgehen viele Infos über deine Nutzungsgewohnheiten an Google liefert. Dadurch erfährt das Unternehmen einiges über deine Interessen, deinen Lebensstil und ähnliches. Die Verknüpfung der einzelnen Informationen ermögliche es Google zudem, ein beinahe umfassendes Persönlichkeitsbild von dir zu erstellen. Beispielsweise erstellt Google, jeder Mal wenn du Google Maps nutzt, ein Bewegungsprotokoll. Wie du Google Maps Tracking auf einem Handy deaktivieren kannst erfährst du in unserem Blogartikel Google Maps Tracking deaktivieren. Wie du deinen kompletten Google-Account löschen kannst, haben wir für dich in unserem Artikel Google-Account löschen: So machst du es richtig zusammengefasst.

Das sagen Datenschützer zum Google Nutzerprofil

Laut Johannes Caspar ist eine derartige Profilbildung jedoch nur legal, wenn du dem ausdrücklich zustimmst – und deine Zustimmung jederzeit widerrufen kannst. Das ist bei Google jedoch nicht möglich, ebenso wenig wie eine Erlaubnis zur Verwendung deiner Daten eingeholt wird. Dies greife „weit über das zulässige Maß hinaus in die Privatsphäre der Google-Nutzer“, so Hamburger Verbraucherschützer.
Daher hat die Datenschutzaufsicht eine Anordnung erlassen: Darin wird Google dazu verpflichtet, seinen Umgang mit dem Datenschutz zu ändern. Zukünftig sollen Daten aus der Nutzung von Google Diensten „nur unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben“ erhoben und kombiniert werden. Die Punkte, in denen Googles Nutzerprofile gegen das Bundesdatenschutzgesetz und das Telemediengesetz verstoßen, sollen beseitigt werden. Wenn Google sich nicht nach dieser Anordnung richtet droht dem Konzern eine Geldstrafe von bis zu einer Million Euro.

Laut einer aktuellen Aussage von Google, wird die Anordnung zur Verbesserung des Datenschutzes momentan noch geprüft – eine Reaktion ist bislang nicht erfolgt.

Google Datenschutz: Unser Fazit

Wir finden es nicht gut, dass Google so locker mit dem Thema Datenschutz umgeht. Dass ein Unternehmen beinahe so viel über dich weiß wie du selbst, allein aus den Informationen die du ihm unabsichtlich überlässt, sollte nicht sein. Es bleibt zu hoffen, dass das Unternehmen sich die Anordnung der Datenschutzaufsicht zu Herzen nimmt und einiges an seinen Datenschutzbestimmungen ändert.
Momentan kannst du jedoch nicht viel unternehmen. Wir raten dir lediglich: Achte auf deine Daten! Sei dir darüber bewusst, welche Informationen du an Google weitergibst, während du die verschiedenen Dienste des Unternehmens verwendest.

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