Neuverteilung der Übertragungsrechte: Ein Grund für dein Sky Sonderkündigungsrecht?

Die Verärgerung ist groß: Mit Start der neuen Bundesliga Saison verliert der Pay-TV Sender Sky die Übertragungsrechte an 40 Spielen. Grund genug für das Sky Sonderkündigungsrecht? Wir haben es herausgefunden.

„Alle Spiele, alle Tore!“ – dieser Slogan ist zum Start der neuen Bundesliga Saison 2017/18 Geschichte, denn Sky verliert die Übertragungsrechte an insgesamt 40 Spielen an Eurosport. Und auch bei der Champions-League muss der Pay-TV Sender Rechte an DAZN abtreten, wie wir in unserem Blogbeitrag Champions League Übertragung – DAZN: Ein neuer Konkurrent auf dem Markt bereits berichteten. Du fragst dich ob du deswegen von deinem Sky Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen kannst? Hier erfährst du mehr dazu.

Neuverteilung der Übertragungsrechte: Sky lockt mit neuen Angeboten

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Bereits vor einem Jahr wurde bekannt, dass Sky zur Bundesliga Saison 2017/18 die Übertragungsrechte an einigen Spielen der ersten Liga verlieren wird. Mindestens 43 Erstligaspiele sollten auf Eurosport, statt auf Sky übertragen werden. Schon damals begann eine Kündigungswelle bei Sky, ausgelöst durch unzufriedene Kunden, wie du in unserem Blogbeitrag Weniger Spiele, weniger Abos: Die Kündigungswelle bei Sky rollt nachlesen kannst. Zum damaligen Zeitpunkt war jedoch noch nicht klar, was jetzt für noch größere Verärgerung sorgt: Wie die Welt berichtet, hat Eurosport angekündigt seine Spiele nur noch über seinen im Internet verfügbaren Eurosport-Player zu zeigen. Bisher hatte Sky gehofft, dass Eurosport die Spiele auf dem Sender Eurosport 2, der Teil des Sky-Pakets ist, überträgt. Da dies nicht der Fall ist, müssten Kunden ein weiteres Abonnement bei Eurosport zum Preis von mindestens 29,99 Euro abschließen, um alle Spiele der künftigen Saison sehen zu können.

Bei Sky Kunden, die ein zwölfmonatiges Abonnement mit dem Versprechen alle Spiele sehen zu können abgeschlossen haben, ist die Verärgerung umso größer. Das weiß man auch bei Sky und versucht seine Kunden mit neuen Angeboten zu entschädigen. Wie die Welt berichtet, wird der Pay-TV Sender seinen Kunden ab der kommenden Saison auf Wunsch die Tore ihres Lieblingsvereins per SMS zusenden. Dieser sogenannte „In-Match-Clip“ kann vor Anpfiff per Kurznachricht angefordert werden.

Den Slogan „Alle Spiele, alle Tore“ darf Sky für die kommende Saison nach einem Urteil des Landgerichts Köln übrigens nicht mehr verwenden. Geklagt hatte der Discovery-Konzern, dem der Sender Eurosport gehört, wie die Osnabrücker Zeitung berichtet.

Weniger Spiele, weniger Tore: Greift das Sky Sonderkündigungsrecht?

Derzeit wird viel über ein mögliches Sky Sonderkündigungsrecht aufgrund der verlorenen Übertragungsrechte spekuliert. Zwar kannst du versuchen deinen Vertrag vorzeitig zu kündigen, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass deine außerordentliche Kündigung von Sky akzeptiert wird leider äußerst gering und von einigen Faktoren abhängig.

Anfechtung wegen Täuschung

Beispielsweise könntest du versuchen, dich auf § 123 BGB zu berufen. Dieser Paragraf besagt, dass Verträge, die durch Täuschung zustande gekommen sind, angefochten werden können. Allerdings ist fraglich, ob der mittlerweile von der Website genommene Slogan „Alle Spiele, alle Tore“ für eine arglistige Täuschung seitens Sky ausreicht. Schließlich hatte man lange Zeit die Hoffnung, Eurosport würde seine Spiele auf Eurosport 2 übertragen. Da dieser Sender im Sky-Paket enthalten ist, hätte der Slogan auch weiterhin der Wahrheit entsprochen.

Eine Chance auf Anfechtung deines Vertrags hast du also nur, wenn:

  • Du diesen erst kürzlich – zu einem Zeitpunkt, zu dem bereits feststand, dass Sky nicht alle Spiele übertragen wird – abgeschlossen hast.
  • In deinem Vertrag trotzdem festgehalten wurde, dass du die Möglichkeit hast, alle Erstligaspiele auf Sky zu verfolgen.
  • Die Anfechtung muss unverzüglich und schriftlich geschehen. Am besten du verfasst einen Brief, in dem du dich auf § 123 BGB berufst und verschickst diesen per Einschreiben mit Rückschein.
Um den Vertrag wegen Täuschung anfechten zu können, durftest du dir bei Vertragsschluss noch nicht im Klaren über die bevorstehende Neuverteilung der Übertragungsrechte und damit den Verlust einiger Erstligaübertragungen gewesen sein.

Kein ausdrückliches Sonderkündigungsrecht

Ein ausdrückliches Sky Sonderkündigungsrecht gewährt dir der Anbieter hingegen nicht. In den AGB heißt es, eine außerordentliche Kündigung sei lediglich möglich, wenn ein vollständiger Programmausfall länger als zwölf, bzw. bei höherer Gewalt länger als 30 Tage andauere. Von einem vollständigen Programmausfall kann im vorliegenden Fall allerdings keine Rede sein. Schließlich überträgt Sky nach eigener Aussage nach wie vor 93% aller Erstligaspiele, sowie alle Spiele der zweiten Bundesliga. Sky selbst schließt ein Sonderkündigungsrecht aufgrund der geänderten Nutzungsbedingungen aus, wie eine zu diesem Thema eingerichtete Hilfeseite zeigt.

Und auch unser Fachanwalt Holger Loos war sich schon letztes Jahr sicher, dass eine außerordentliche Kündigung in diesem Fall äußerst risikobehaftet ist und wenig Aussicht auf Erfolg hat. Der in der Welt zitierte Anwalt Tim Hoesmann schließt zudem die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung aufgrund der fehlerhaften Werbung aus. Schließlich sei diese nicht Bestandteil des Vertrags.

Möchtest du trotzdem auf die Kulanz deines Anbieters hoffen und eine außerordentliche Kündigung einreichen, verschicke diese auf jeden Fall per Einschreiben mit Rückschein oder Fax mit Sendeprotokoll um einen Nachweis über den erfolgreichen Eingang deiner Kündigung zu erhalten. Zudem bedürfen außerordentliche Kündigungen einer Begründung.

Vertrag widerrufen

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Liegt dein Vertragsschluss noch keine 14 Tage zurück, kannst du eine Kündigung mit dem Widerrufsrecht umgehen. Dieses besagt, dass online oder am Telefon geschlossene Verträge innerhalb von 14 Tagen schriftlich per E-Mail, Fax oder Brief und ohne Begründung wiederrufen werden können.

Hast du also schon kurz nach Vertragsschluss festgestellt, dass Sky nicht das bietet, was du erwartet hast, widerrufe deinen Vertrag.

Kein Sonderkündigungsrecht? Vertrag ordentlich kündigen

Du bist der Meinung eine außerordentliche Kündigung hat wenig Aussicht auf Erfolg oder dein Vertrag ist sowieso am Laufzeitende angekommen? Dann kannst du diesen auf ordentlichem Weg kündigen. Wie du dabei vorgehst, liest du in unseren Blogbeiträgen Sky kündigen – der aboalarm-Check, Sky Ticket kündigen – beende jetzt deinen Vertrag beim Sky Online-Nachfolger und Sky Snap kündigen: Überraschend einfach.

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