Unister ist insolvent – was geschieht mit meinem Urlaub?

Carolin Fraunhofer

Kurz nach dem Tod des Firmengründers beantragt Unister Insolvenz. Wir erklären dir, welche Auswirkungen das für dich und deine Reise hat.

Kurz nachdem der Unister Gründer und Chef Thomas Wagner am 14. Juli 2016 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, meldete das Internetunternehmen nun die Insolvenz an. Mehr als 40 Internetportale gehören laut der Zeit zu Unister. Darunter befinden sich namhafte Seiten wie Fluege.de oder Ab-in-den-Urlaub.de.

Welche Konsequenzen hat die Unister Insolvenz für mich? Muss ich Angst um meinen Urlaub haben?

In der Pressemitteilung des Unternehmens heißt es: „Die Insolvenzanmeldung betrifft ausschließlich die Unister Holding. Die operativen Gesellschaften der Firmengruppe sind nicht von der Insolvenz betroffen“. Die Tochtergruppen – wie etwa ab-in-den-Urlaub.de – existieren weiter und können ihren Aufgaben nachgehen. Das bedeutet für dich, dass sich erst einmal keine Konsequenzen für deinen vielleicht schon gebuchten Urlaub oder Flug ergeben. Denn die jeweiligen Tochtergruppen treten in dem Fall – wie ein Reisebüro – nur als Vermittler auf. Dein Geld geht aber direkt an Hotel und Fluggesellschaften weiter. Wenn du dennoch unsicher bist, rufe am besten direkt im Hotel an und frage nach, ob alles in Ordnung ist. Selbiges gilt auch für die Fluggesellschaften.
Focus hinterfragt jedoch, ob das auch in Zukunft so bleiben wird. Oft sein Tochterunternehmen der Muttergesellschaft in die Insolvenz gefolgt. Der Experte von Focus erklärte aber auch, dass es möglich sei, die Töchter zu verkaufen und mit Hilfe des Erlöses die Mutter zu retten. Es bleibt also abzuwarten, wie es mit der Unister Insolvenz weitergeht. Ob das Mutterunternehmen sich retten kann und was aus den Tochtergesellschaften wird. Dennoch sollte es für dich und deinen Urlaub vorerst keine Einschränkungen geben.

Was war geschehen?

Nachdem das Unternehmen die Insolvenz anmeldete, wurde nun Anwalt Lucas Flöther zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt. Die Zeit zitierte ihn, dass das vorläufige Insolvenzverfahren die Handlungsfähigkeit sichere. Der operative Betrieb aber in allen Firmen weiterlaufe. Eine öffentliche Begründung für die Unister Insolvenz gibt es jedoch nicht. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die finanzielle Lage der Online-Fimengruppe Unister bereits seit Monaten ungewiss ist. Doch noch im April wies ein Sprecher derartige Verdachtsmomente energisch zurück. Sprach davon, dass „etwaige Verbindlichkeiten“ noch in diesem Jahr getilgt werden würden – so die SZ. Die Zeitung legte weiter dar, dass der unerwartete Tod des Gründers nur der Auslöser für die Insolvenz war. Laut Insidern sollen sich die Verbindlichkeiten von Unister auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen.

Die Unister Insolvenz – Was nun?

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Bei dem Flugzeugabsturz war nicht nur Thomas Wagner im Flugzeug, auch der Mitgründer Oliver Schilling befand sich in der verunglückten Maschine. Übrig bleiben nunmehr nur drei der ehemaligen fünf Gründer. Nur einer davon war noch in der Führungsetage des Unternehmens tätig, wie die SZ weiß. Sie werden nun die Aufgabe bekommen, Unister so umzustrukturieren, dass es weiter existieren kann. Mit dem Insolvenzverwalter muss nun eine Lösung gefunden werde. Flöther gibt sich jedoch zuversichtlich, auch wenn er eingesteht, dass der tödliche Unfall auch gesellschaftsrechtliche und wirtschaftliche Auswirkungen haben wird. Das Insolvenzverfahren würde aber nun helfen, voll handlungsfähig zu bleiben und die Einheit des Unternehmens sichern.

Update 20.07.2016

Laut den Berichten von Media, folgte nun, nur einen Tag nach dem Insolvenzantrag von Unister, bereits das erste Tochterunternehmen und meldete Insolvenz an. Es handelt sich dabei um den Reiseveranstalter Urlaubstours. Doch auch hier kann vorerst Entwarnung gegeben werden. Bereits gebuchte Reisen sind über eine Versicherung abgesichert. Neue Buchungen kann das Unternehmen aber laut Meedia nichtmehr entgegennehmen. Auch die Süddeutsche Zeitung erklärt, dass sich Verbraucher nicht um Ihren bereits gebuchten Urlaub sorgen müssten. In diesem Fall greift nämlich die Insolvenzversicherung des Reiseveranstalters, welche EU-weit vorgeschrieben ist. Die SZ erklärt weiter, dass Verbraucher, auch wenn die Reise nicht stattfinden kann, zumindest Ihr Geld zurückbekommen.

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