Werbeblocker und Werbetreibende, wer gewinnt?

Maria Shin

Die Anti-Werbeblocker-Kampagne auf Web.de und GMX hat für viele Diskussionen gesorgt. Erfahre hier, was genau dahintersteckt.

Seit dem 26.02.14 haben viele User den Hinweis „Die Sicherheit Ihres Rechners wird durch ein Firefox-Add-On eingeschränkt“ auf den Webseiten von Web.de und GMX in ihrem Browser gesehen.

Die Besucher der beiden Webseiten, die zur United Internet AG gehören, wurden aufgefordert, die Adblocker zu deinstallieren und somit die Sicherheit des Rechners wiederherzustellen. Nette Geste? Leider nein.

Anti-Werbeblocker-Kampagne der United Internet AG

Mit einem Klick auf den Sicherheitshinweis, der nicht zufällig einem üblichen Browser-Hinweis ähnelte, wurde man auf die Seite browsersicherheit.info weitergeleitet. Diese Seite gehört aber auch United Internet, dem Betreiber von GMX und Web.de, und enthält Informationen darüber, wie genau man die Werbeblocker deinstalliert und warum diese gefährlich sein sollen. Dabei appelliert United Internet an die Angst der Menschen vor Missbrauch des Bank-Passwortes. Es werden jedoch keine weiteren Informationen geliefert, warum die installierte Browser-Erweiterung tatsächlich gefährlich sein soll.

Wenige Tage später wurde die Kampagne gestoppt. Ob es an der massiv ausgeübten Kritik lag oder nicht, lässt sich nur spekulieren. Aktuell werden die Sicherheitshinweise zumindest nicht mehr eingeblendet.

So kämpfen Werber gegen Einnahmeverluste

Browser-Erweiterungen wie Adblocker entfernen Werbung aus deinem Browser und verringern somit die Einnahmen der Werber. Das entspricht natürlich nicht den Interessen der Werbetreibenden, die sich mit Hilfe dieser Werbung finanzieren. Durch die Kampagne wollte United Internet die Adblocker-Sperre durchbrechen, um so die Kunden wieder zu erreichen. Ob so eine aggressive Vorgehensweise, die United Internet gezeigt hat, nötig und angemessen ist, bezweifeln wir.

Anti-Werbeblocker-Kampagnen sind nichts Neues

Der Kampf gegen die Adblocker zieht sich bereits seit einiger Zeit. Eine der letzten Anti-Werbeblocker-Aktionen hat im Mai 2013 stattgefunden. Damals wurden die Besucher der Webseiten von Spiegel, Zeit, Süddeutsche, FAZ, Golem und RP Online aufgefordert, die Werbeblocker zu deinstallieren. Die Reaktion auf die Botschaft war eindeutig: über 100% zusätzliche Installationen bei einem der populärsten Werbeblocker „AdBlock Plus“.

Man muss aber dazu sagen, dass es sich bei dieser Aktion um einen ehrlichen Aufruf handelte. Hier hoffte man auf Verständnis von Seiten der Nutzer: Im Gegensatz zur Kampagne der United Internet gab es keine Hinweise auf ein vermeintliches Sicherheitsrisiko und keine getarnten Meldungen.

„Es ist ein Appell an die Solidarität der Leser“

In einem Spiegel-Artikel  werden die Gründe für solche Aufrufe erläutert und es wird an die Solidarität der Leser appelliert.

Solidarität ist wohl besonders bei den Nutzern des mobilen Internets kaum zu erwarten. Da jede Werbeeinblendung auch Datenvolumen verbraucht, schalten Handynutzer jegliche Werbung in ihrem Browser beim mobilen Surfen aus. Dies hängt eng mit den Mobilfunkangeboten zusammen: Leider stellen Mobilfunkanbieter nur begrenztes Datenvolumen zur Verfügung. Wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist, wird die Surf-Geschwindigkeit gedrosselt. Vielleicht sollten die Werbetreibenden eher die Mobilfunkanbieter um Solidarität bitten?

Wie ist deine Meinung zu dem Thema? Würdest du den Werbebetreibern zuliebe die Adblocker deinstallieren?

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