Vodafone übernimmt Unitymedia: Gibt es ein Sonderkündigungsrecht?

Vodafone übernimmt Unitymedia – so lautet zumindest der Plan, dem die Kartellbehörden jedoch erst noch zustimmen müssen. Vodafone-CEO Hannes Ametsreiter bezeichnet die Unitymedia Übernahme als „gut für den Verbraucher, gut für den Wettbewerb“ und „gut für Deutschland“. Doch wie sieht es mit dem Sonderkündigungsrecht für Bestandskunden aus, wenn der Deal tatsächlich umgesetzt wird?

Obwohl die geplante Fusion rechtlich noch nicht durch ist, scheiden sich schon die Geister darüber, ob der Deal dem Wettbewerb und dem Verbraucher wirklich so viel bringt, wie Ametsreiter und Kollegen ankündigen.

Vodafone übernimmt Unitymedia: Das soll der Deal bringen

Für 18,4 Milliarden Euro will Vodafone die Unitymedia-Kabelnetze in Deutschland, der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien übernehmen.

Die Unitymedia-Übernahme würde dem Deal zwischen der Vodafone Group und der Liberty Global folgen, von dem sich Vodafone unter anderem „erstmalig großflächig schnelle und bezahlbare Gigabit-Anschlüsse„, eine Beschleunigung der eigenen Netze, sowie des Wettbewerbs verspricht. Zudem soll der Deal sogar für eine schnellere Umsetzung der Ziele der Bundesregierung sorgen. So sollen bis 2022 für 25 Millionen Haushalte ebenso viele Gigabitanschlüsse geschaffen und das Kabelnetz aufgerüstet werden.

Mit 31 Millionen Mobilfunkkunden, 7 Millionen Breitbandanschlüssen und 14 Millionen TV-Haushalten könnte die gemeinsame Gesellschaft somit erstmals der Deutschen Telekom ernsthafte Konkurrenz machen.

In der Vergangenheit hat Unitymedia bereits Negativschlagzeilen gemacht. Ob es nach der Übernahme durch Vodafone mit jährlichen Preiserhöhungen weitergehen wird, wird sich zeigen.

Reaktionen auf die geplante Unitymedia Übernahme

Ginge es nach Telekom-Chef Tim Höttges, würde der Milliardendeal jedoch niemals genehmigt werden: Er nennt den Deal „nicht genehmigungsfähig“, „inakzeptabel“ und „wettbewerbsverzerrend“.

Telefónica kritisiert, dass statt eines besseren Wettbewerbs ein „Duopol in der Festnetzinfrastruktur“ durch Vodafone und die Telekom entstünde.

Auch der Bundesverband Glasfaser hält die Fusion für wirtschaftlich gefährlich und spricht von einer Gefährdung der Breitbandziele der Bundesregierung.

Der Bundesverband Breitbandkommunikation, der aus Wettbewerbern der Telekom besteht, wünscht sich eine Sicherstellung der „fairen und diskriminierungsfreien Bedingungen“ durch die Kartellbehörden und geht im Falle der Genehmigung des Deals von strengen Auflagen aus.

In einer Stellungnahme zu den Vorwürfen bemerkt Christoph Clément aus der Geschäftsleitung von Vodafone unter anderem, dass sich die Kabelnetze von Vodafone und Unitymedia nicht überlappen, sodass keine Reduktion des Wettbewerbs entstünde und verweist auf die 75 prozentige Herrschaft der Telekom über den Breitbandmarkt – trotz Marktliberalisierung.

Die Verbraucherzentrale hingegen heißt auf Twitter  den stärkeren Wettbewerb gut.

Ob der Deal tatsächlich Realität werden sollte, können final jedoch nur die Kartellbehörden entscheiden.

Vodafone Unitymedia Deal: Sonderkündigungsrecht für Unitymedia-Kunden?

Vodafone übernimmt Unitymedia – und was, wenn du mit dieser Übernahme dann nicht einverstanden bist?

Grundsätzlich gilt bei Mobilfunk und Internet: Verschlechtern sich die Inhalte deines Vertrags für dich als Verbraucher preislich oder im Bezug auf die Leistung, gilt für dich ein Sonderkündigungsrecht, sofern der Anbieter keine Angleichungen zu deinen Gunsten vornimmt. 
Ist das der Fall muss dich dein Anbieter darüber informieren und dir eine Frist setzen, innerhalb der du deinen Vertrag beenden darfst.

Geht also mit der Unitymedia Übernahme durch Vodafone ein Nachteil für dich als Vertragsnehmer einher, steht dir ein Sonderkündigungsrecht zu.

Die Verbraucherzentrale NRW gibt zu Denken, dass nicht klar ist, ob Unitymedia Kabelnetzbetreiber unter Vodafone wird, oder ob Vodafone als dritte Partei ins Unternehmen einfließt. Das ist wichtig, da in den Unitymedia-AGB festgelegt wird, dass „der Kabelnetzbetreiber […] seine Rechte und Pflichten […] ganz oder teilweise auf einen Dritten übertragen [darf]“. Du als Kunde musst über eine solche Übertragung vor dem Wirksamwerden in Textform informiert werden und kannst deinen Vertrag dann „innerhalb eines Monats für den Zeitpunkt, an dem die Übertragung wirksam wird, kündigen„.

Im Endeffekt kann, solange noch nicht klar ist, welcher Art der Deal wirklich ist, das Sonderkündigungsrecht für Unitymedia-Kunden noch relativ schlecht abgeschätzt werden. Sobald uns weitere Infos vorliegen, informieren wir dich selbstverständlich an dieser Stelle.

 

Weitere Infos zum Sonderkündigungsrecht erhältst du in unseren Artikeln:Sonderkündigungsrecht Handyvertrag und Sonderkündigungsrecht Internet

Vodafone übernimmt Unitymedia: Dein Sonderkündigungsrecht Vodafone übernimmt Unitymedia - so zumindest der Plan, dem die Kartellbehörden erst noch zustimmen müssen. Vodafone-CEO Hannes Ametsreiter bezeichnet die Unitymedia Übernahme als "gut für den Verbraucher" und "gut für Deutschland". Doch wie sieht es mit dem Sonderkündigungsrecht für Unitymedia-Kunden aus? Artikelbewertungen: 4 4.8 / 5 4