Weniger Spiele, weniger Abos: Die Kündigungswelle bei Sky rollt

Simone Groß

Gestern wurden die Bundesliga-Übertragungsrechte ab der Saison 2017/18 vergeben. Sky bleibt zwar Platzhirsch, jedoch rollt bei 43 Erstligaspielen der Ball auf Eurosport statt auf Sky .

Grund genug für viele Kunden, ihr Abo zu kündigen, wie wir in einer Blitzumfrage unter 1.000 Sky-Kunden herausgefunden haben.

Die Sky Kündigungswelle hat schon begonnen

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Kurz nach Bekanntgabe der Rechtevergabe konnten wir auf aboalarm.de eine Verdreifachung der Sky-Kündigungen im Vergleich zu vorher beobachten. Auch wenn der Verlust der Freitagsspiele auf den ersten Blick eher unwichtig wirkt – immerhin sind die Top-Spiele am Samstag und Sonntag nach wie vor live bei Sky zu sehen – so ist es für viele Sky-Kunden offenbar dennoch ein Grund, ihr Abo zu kündigen.

Dies bestätigte auch unsere Blitzumfrage unter 1.000 Sky-Kunden mit Bundesligapaket, die über aboalarm ihren Vertrag verwalten.

41% gaben an, aufgrund der Neuverteilung ihren Sky-Vertrag kündigen zu wollen. 16% wollen wegen eines anderen Grunds kündigen. Nur 17% gaben an, weiterhin bei Sky bleiben zu wollen.

Sky Kündigungswelle Blitzumfrage Frage 1

Wohin gehen die Kunden?

Natürlich wollten wir auch wissen, wo die Sky-Kunden dann in Zukunft Fußball schauen wollen. Hier haben wir alle Umfrage-Teilnehmer gefragt, egal ob sie angaben, Sky kündigen zu wollen oder nicht.

16% werden beim Thema Fußball-Bundesliga auch weiterhin ausschließlich auf Sky setzen. 34% werden sich ein Abo bei Sky und Eurosport gönnen, 36% hingegen wollen die kostenfreien Alternativen bei ARD und ZDF nutzen.
Der Rest war sich noch unsicher oder gab an Sport 1 nutzen zu wollen, um in Sachen Fußball am Ball zu bleiben.

Sky Kündigungswelle Blitzumfrage Frage 2

Die Folgen für Verbraucher: Höhere Preise und zwei Abos

Der große Gewinner der Rechtevergabe ist ganz klar die DFL – sie konnte durch das neue Vergabeverfahren die Erlöse um 85% steigern. Verlieren sind in diesem Fall leider die Verbraucher. Denn wir gehen davon aus, dass die gestiegenen Kosten für die Rechte von Sky in irgendeiner Form auf den Endkunden umgelegt werden bzw. werden müssen. Das bedeutet letztendlich im schlechtesten Fall, weniger Spiele für einen höheren Preis. Dazu kommt, dass Verbraucher, die wirklich „alle Spiele, alle Tore“ sehen wollen, zusätzlich noch ein Eurosport-Abo abschließen müssen. Derzeit kostet auf Eurosport.de ein sogenanntes „Entdecker Abo“ 6,99 Euro/Monat (keine Mindestlaufzeit). Das Saison-Abo liegt bei 59,99 Euro/Jahr mit einer Laufzeit von 12 Monaten. Es bleibt abzuwarten, ob es spezielle Angebote für Fußballfans geben wird.

Dies ist für den Verbraucher zum einen nervig, zum anderen aber auch teuer. Wobei natürlich abzuwarten bleibt, wie die Preisgestaltung bei Sky und Eurosport letztendlich sein wird.

Gibt es dadurch ein Sonderkündigungsrecht?

Eine Frage, die sich viele Kunden berechtigterweise stellen: „Kann ich denn nun außerordentlich kündigen?“. Deshalb haben wir den Fachanwalt Holger Loos von der Kanzlei Loos um eine Stellungnahme gebeten.

„Ein außerordentliches Kündigungsrecht kann in der Regel nur dann in Betracht kommen, wenn etwaige Änderungen für den Kunden absolut nicht mehr zumutbar sind. Hierbei ist natürlich auch und vor allem das gebuchte Paket relevant. Natürlich ist auch zu berücksichtigen, dass Sky der Hauptpartner der DFL bleibt und als Ausgleich dafür Zweitliga-Spiele zeigt. Die Chancen für eine außerordentliche Kündigung steigen natürlich mit dem Umfang des Anteils von Bundesliga-Spielen im  gebuchten Paket. Doch selbst für den Fall, dass das gebuchte Paket ausschließlich oder fast ausschließlich aus Bundesliga besteht, bleibt eine außerordentliche Kündigung risikobehaftet. Ich persönlich bin eher risikofreudig und würde auf jeden Fall kündigen, weil ich es für eine Frechheit halte, für weniger Leistung identisch zu bezahlen.“

Um es einfach auszudrücken: Man kann versuchen, aufgrund des geänderten Pakets zu kündigen, es ist jedoch damit zu rechnen, dass Sky dies nicht akzeptiert. Wer, wie Holger Loos, risikofreudig ist, kann es dennoch außerordentlich und notfalls vor Gericht ziehen. Die Entscheidung würde sicherlich viele weitere Kunden interessieren.

Insgesamt bleibt aber vor einer außerordentlichen Kündigung zunächst abzuwarten, wie Sky seine Pakete und auch Preise anpasst. Denn die Änderungen gelten ja erst für die Saison 2017/18. Die Verbraucherzentrale Sachsen sieht laut chip.de keine Möglichkeit für Sonderkündigung, rät den Kunden aber, nach Rabatten zu fragen.

Außerdem merkt Loos an: „Aber mit >>alle Spiele, alle Tore<< werben, wenn man nicht alle hat, das geht nicht.“

Angaben zur Umfrage: Befragt wurden 1.003 Personen, die momentan einen Sky-Vertrag über aboalarm verwalten und angaben, ein Bundesliga-Paket abonniert zu haben. Die Umfrage wurde am 09.06.2016 online durchgeführt. 

Weniger Spiele, weniger Abos: Die Kündigungswelle bei Sky rollt Seit Bekanntgabe der Bundeliga-Übertragungsrechte rollt bei uns eine Sky Kündigungswelle an. Und sie könnte weitergehen, wie unsere Blitzumfrage zeigt. Artikelbewertungen: 9 3.1 / 5 9