Ab 2015 Pflicht: Die Elektronische Gesundheitskarte

Simone Groß

 

Die elektronische Gesundheitskarte wird am 2015 Pflicht für jeden. Wer keine hat, wird nicht behandelt. Doch was ist die eGK eigentlich?

Bereits seit 2013 fordern die Krankenkassen ihre Versicherungsnehmer auf, ein Foto für die neue elektronische Gesundheitskarte einzuschicken. Bisher gab es jedoch keinen Druck, dies auch zu tun, weswegen etwa 3 % der Versicherten noch keine elektronische Gesundheitskarte haben. Ab 2015 wird die eGK aber zur Pflicht, wenn du keine hast, wird der Arztbesuch in Zukunft schwieriger für dich. Was passiert, wenn du bis 2015 keine elektronische Gesundheitskarte hast und andere wichtige Fragen beantworten wir dir im Folgenden.

Was passiert, wenn ich 2015 keine elektronische Gesundheitskarte habe?

Vor allem wird dein Besuch beim Arzt schwieriger, denn dieser darf deine alte Versicherungskarte nicht mehr annehmen. Das bedeutet zwar nicht, dass du nicht behandelt wirst, jedoch musst du beim Arzt oder Zahnarzt spätestens 10 Tage nach der Behandlung einen Nachweis darüber bringen, dass du versichert bist. Beim Hausarzt hast du bis zum Ende des Quartals Zeit. Das größere Problem ist jedoch, dass ohne die eGK Medikamente nur privat verschrieben werden. Das bedeutet, du musst sie selbst bezahlen.

Wie beantrage ich die elektronische Gesundheitskarte?

Die meisten großen Krankenkassen, wie die AOK, die Barmer oder die TK, stellen eine Website bereits, auf der du einfach ein Foto von dir hochladen kannst. Nach einigen Tagen bekommst du dann deine neue elektronische Gesundheitskarte zugeschickt. Bis dahin kannst du deine alte Karte verwenden.

Wozu das Passbild auf der elektronischen Gesundheitskarte?

Das Passbild dient zur eindeutigen Identifizierung. Bisher konntest du theoretisch deine Versicherungskarte z.B. an jemanden ohne Krankenversicherung weitergeben und dieser konnte sich auf Kosten deiner Krankenkasse behandeln lassen. Diesem Vorgehen wird mit dem Passbild ein Riegel vorgeschoben.

Wird die elektronische Gesundheitskarte nur wegen des Passbilds eingeführt?

Nein, es sind auch viele Zusatzfunktionen geplant. So wird es in Zukunft auch möglich sein, wichtige Informationen wie Allergien oder chronische Krankheiten auf der Karte zu hinterlegen. Auch könnten dein Organspende-Ausweis, elektronische Rezepte oder deine elektronische Patientenakte hinterlegt werden. Diese Funktionen befinden sich laut AOK allerdings noch in Planung und beruhen auf einer freiwilligen Basis. Laut Welt.de soll die eGK vor allem den Informations-Austausch zwischen Krankenhäusern, Ärzten und Patienten verbessern, damit bereits verschriebene Medikamente oder Vorerkrankungen sofort bekannt sind.

Das sind ganz schön viele Infos, ist das ein Nachteil für mich?

Natürlich gibt es bezüglich der umfänglichen und sensiblen Daten kritische Stimmen, die einen Missbrauch mit den Krankendaten befürchten. Wie Welt.de weiter berichtet, soll es für Hacker ein Leichtes sein, die Versicherungsdaten zu stehlen. In diesem Zuge wurde natürlich bemängelt, dass der Schutz der Daten, die auf den Servern der Krankenkassen liegen, nicht ausreiche.
Einige sehen bereits im Upload der Fotos ein Problem, denn wer stellt sicher, dass das Foto auch wirklich den Versicherten zeigt? Dies beweist das Foto eines Versicherten, der sich einen Spaß erlaubte und ein Bild des Krümelmonsters hoch lud. Erschreckend daran: er hatte Erfolg und bekam die Gesundheitskarte zugeschickt.
Besonders kritisch sieht das Bündnis „Stoppt die e-Card“ die Einführung der Gesundheitskarte. Sie befürchtet, dass die umfänglichen Daten schnell Begehrlichkeiten wecken könnten und, dass es Schlimmstenfalls dazu kommen könnte, dass auch Firmen diese Daten über ihre Mitarbeiter und Bewerber einsehen können. Stoppt die e-Card fürchtet einerseits einen Datendiebstahl, andererseits aber auch eine kurzfristige Änderung von Gesetzen, wie in einer Pressemitteilung des Bündnisses zu lesen ist.

Elektronische Gesundheitskarte: Fazit

Wenn du nicht gerade dein Geld dadurch verdienst, deine Krankenkarte an Nicht-Versicherte zu verleihen, hat die elektronische Gesundheitskarte vor allem Vorteile für dich. Der Arzt sieht auf einen Blick deine Vorerkrankungen und Allergien – das nervige Gefrage bleibt aus und du läufst auch nicht Gefahr, irgendetwas zu vergessen. Vor allem in Notfällen, in denen du im schlechtesten Fall nicht ansprechbar ist, kann dies bei schweren Allergien lebensrettend sein.
Natürlich bleibt die Sorge, dass Unfug mit den umfänglichen und sehr sensiblen Daten getrieben wird. Jedoch ist ein Szenario, in dem Unternehmen an deine Krankendaten kommen, so wie es von „Stoppt die e-Card“ beschrieben wird, in Deutschland relativ undenkbar. Der Datenschutz wird sehr ernst genommen und auch die Regelungen im Arbeitsrecht sind sehr deutlich und streng.

Letztendlich hast du jedoch eh keine Wahl, denn die elektronische Gesundheitskarte wird ab 2015 trotz aller Proteste Pflicht. Wir raten dir jedoch, dir genau zu überlegen, welche Zusatzfunktionen du nutzen willst und auf welche du besser verzichtest.

Ab 2015 Pflicht: Die Elektronische Gesundheitskarte Die elektronische Gesundheitskarte wird am 2015 Pflicht für jeden. Wer keine hat, wird nicht behandelt. Doch was ist die eGK eigentlich? Artikelbewertungen: 7 3.4 / 5 7