Frage & Antwort: Kfz-Versicherung – mit diesem Wissen triffst du eine bessere Wahl

Carolin Fraunhofer

Die für mich beste Kfz-Versicherung wählen?  Gar nicht so einfach, denn nicht nur die unterschiedlichen Konditionen der Versicherung spielen eine Rolle. Entscheidend ist auch der Preis. Dieser setzt sich aus vielen unterschiedlichen Faktoren zusammen. Welche das sind und was du wissen solltest, um die richtige Versicherung für dich zu finden und dabei womöglich auch noch Kosten zu sparen erfährt du hier.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist die Dachorganisation der privaten Versicherer in Deutschland. Der GDV hat 450 Mitglieder und sitzt in Berlin. Uns beantwortet der GDV Fragen, rund um die Kfz-Versicherung.

Welche Kfz-Versicherung wähle ich?
Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist für jeden Pflicht. Zusätzlich kann eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden. Wer nun welche braucht, ist individuell zu entscheiden. Die beiden Kaskoversicherungen versichern das eigene Fahrzeug vor den finanziellen Folgen eines Schadens. Beispiele für die Teilkasko sind Schäden bei Überschwemmungen, Brand oder Diebstahl, aber auch Unfälle mit Haarwild. Die Vollkasko ersetzt bspw.  Schäden nach einem selbst verursachten Unfall. Weitere Zusatzbausteine sind der Kfz-Schutzbrief oder die Fahrerschutzversicherung.

Wie setzt sich der Versicherungsbeitrag zusammen?

Der GDV unterscheidet 9 Risikomerkmale: Die Regionalklasse, die Typklasse, die jährliche Kilometerleistung, die Anzahl schadenfreier Jahre, den Nutzerkreis, das Nutzeralter, das Fahrzeugalter bei Erwerb, die Tarifgruppe und die Selbstbeteiligung. Jede Versicherung kann ihre Tarife jedoch unterschiedlich kalkulieren. So geben manche Rabatte für Elektroautos und andere für bestimmte Berufsgruppen. Wo das Auto gewöhnlich geparkt wird kann auch einen preislichen Unterschied mit sich bringen. Eine einheitliche Zusammensetzung gibt es nicht. 

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Was sind Typklassen und wie werden diese berechnet?
Die Typklassen spiegeln die Schaden- und Unfallbilanzen jedes Automodells wider, das in Deutschland zugelassen ist. Zur Berechnung der Typklassen werden Fahrzeugschäden und dadurch verursachte Reparaturkosten der letzten drei Jahre genutzt. Automodelle mit wenig Schäden bzw. geringen Reparaturkosten werden in niedrige Typklassen eingeordnet, viele Schäden und hohe Versicherungsleistungen führen zu hohen Typklassen. Je niedriger die Einstufung in der Typklasse, desto günstiger wirkt sich dies auf den Versicherungsbeitrag aus.
Außerdem gibt es noch die sogenannte Regionalklasse. Sie spiegelt die Schaden- und Unfallbilanz der Region wider. Auch sie ist ein Tarifmerkmal, das die Versicherer zur Berechnung des Versicherungsbeitrages berücksichtigen. Und auch hier gilt: Eine niedrigere Regionalklasse, wirkt sich preisgünstiger auf den Versicherungsbeitrag aus.
Deine Regionalklasse kannst du mit diesem Tool des GDV nachschlagen.

Welcher Autotyp hat die niedrigste und welcher die höchste Typklasse derzeit?
In der Kfz-Haftpflichtversicherung liegt der Audi A4 Avant 2.0 TDI mit der Typklasse 13 ganz gut. In der normalen Haftpflicht gibt es Klassen zwischen zehn und 25.
Eine recht hohe hat dagegen mit 24 der Range Rover 3.0 TD oder der BMW M5 mit der Typklasse 22.
Für Vollkasko- und Teilkaskoversicherungen gibt es jeweils noch gesonderte Berechnungen.
Wenn du dich für Typklassen interessierst, findest du hier ein paar Beispiele, wie der GDV eingeordnet hat.

Halten sich die Versicherungsunternehmen an die Bewertungen oder nutzen sie eigene Berechnungen?
Generell nutzen die meisten Versicherer unsere Berechnungen als Orientierung oder Leitfaden. Es gibt aber durchaus Versicherer, die den Preis auf eigene Berechnungen stützen.

Lohnt es sich die Kfz-Versicherung zu wechseln?
Wie allgemein bekannt, kann durch einen Versicherungswechsel Geld eingespart werden. Hierfür muss immer in der eigenen Region verglichen werden und neben dem Preis dürfen auch die Bedingungen nicht außer Acht gelassen werden. Gerade ist also auch ein guter Zeitpunkt, um zu überdenken, welche Versicherungsleistung ich brauche oder vielleicht nicht mehr brauche oder welche ich mir auch zusätzlich wünsche. Mit einer konkreten Vorstellung lässt sich bestimmt ein gutes und passendes Angebot finden, ungeachtet des Sparpotenzials. Denn beim Versicherungswechsel rät der GDV auf jeden Fall die Leistungen der unterschiedlichen Versicherer zu prüfen – denn eine günstige Versicherung geht womöglich auch mit einer geringeren Leistung einher.

Wann kann mir der Versicherer kündigen?
Gekündigt werden können alle Verträge des Fahrzeugs – also Haftpflicht und Teil- bzw. Vollkaskoversicherung. Im Schadenfall können Versicherung und Versicherter den Vertrag innerhalb eines Monats kündigen.
Bei Erhöhung des Versicherungsbeitrags hat der Versicherte ein außerordentliches Kündigungsrecht. Bestimmungen dazu stehen in den Versicherungsbedingungen.
Versicherungsverträge verlängern sich jeweils um ein Jahr, wenn sie nicht spätestens einen Monat vor Ablauf schriftlich gekündigt werden.
Der Versicherer darf selbstverständlich auch bei Nichtzahlung eines Folgebeitrags kündigen oder bei einer veränderten Verwendung des Fahrzeugs.

 

Vielen Dank an Frau Jarosch und Herrn Zunk vom GDV für die Beantwortung der Fragen.

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Du möchtest noch mehr erfahren? In unserem Blog findest du zahlreiche ergänzende Informationen zur richtigen Wahl der Kfz-Versicherung:

FAQ Kfz-Versicherung  

Kfz-Versicherung Kündigung: In 4 Schritten zum neuen Versicherungsvertrag

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